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Altkönig besucht Madrid Hunderte Spanier protestieren gegen Juan Carlos

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Mehrere Personen nehmen an einem Protest gegen die Rückkehr des emeritierten Königs nach Spanien auf der Plaza de Ópera teil.

(Foto: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS)

Juan Carlos hat die spanische Bevölkerung mit seinen zahlreichen Skandalen verprellt - und auch die Monarchie in Verruf gebracht. Seit 2014 lebt der spanische Altkönig deswegen im Exil in Abu Dhabi. Sein Besuch in der Heimat ist umstritten - hunderte Menschen demonstrieren.

Etwa 300 Menschen haben in Madrid gegen den umstrittenen Besuch von Altkönig Juan Carlos in seiner Heimat protestiert. Die Demonstranten trafen sich vor dem Opernhaus in der Hauptstadt. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie "Gerechtigkeit" oder "Ins Gefängnis". Der im Exil lebende Juan Carlos besucht Spanien derzeit zum ersten Mal seit zwei Jahren. 2014 war er wegen verschiedener Skandale abgetreten, er ist bei vielen Spaniern und auch in Teilen seiner Familie in Ungnade gefallen. Am Donnerstagabend flog der 84-Jährige aus Abu Dhabi ein, am Freitag besuchte er eine Regatta an der Atlantikküste in Sanxenxo, in der nordwestlichen Region Galicien.

Am Montag will Juan Carlos seine Frau Sofia, seinen Sohn König Felipe VI. und andere Familienmitglieder in Madrid besuchen. Noch am selben Tag soll er zurück nach Abu Dhabi fliegen, wo er seit 2020 lebt.

Sohn will große Nähe zu Juan Carlos meiden

Der kurze Besuch des Ex-Königs ist in Spanien äußerst umstritten. Auch wenn die spanische Justiz ihre Ermittlungen gegen Juan Carlos im März einstellte, haben die Enthüllungen über die Herkunft seines Vermögens seinen Ruf nachhaltig beschädigt. Zuvor hatte er jahrzehntelang für seinen Einsatz beim Übergang Spaniens von der Diktatur zur Demokratie hohes Ansehen genossen.

König Felipe VI. ist darauf bedacht, Schaden vom Königshaus durch zu große Nähe zu Juan Carlos abzuwenden. Nach einer Umfrage ist eine knappe Mehrheit der Spanier (53 Prozent) davon überzeugt, dass die Monarchie eine nicht mehr zeitgemäße Institution ist, die abgeschafft gehört. Schuld daran trägt mit Sicherheit zu einem erheblichen Teil Juan Carlos.

Der heute 84-Jährige entging unter anderem nur deshalb einem Strafverfahren wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten, weil er entweder durch seine Immunität als König bis zu seiner Abdankung 2014 geschützt war oder die Taten verjährt waren. Viele fordern eine Erklärung von dem spanischen Ex-Monarchen.

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa

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