Unterhaltung

Vip, Vip, Hurra! Influencer, Trauer und ganz viel Heuchelei

124478816.jpg

Steht seit Jahren unter der Vormundschaft ihres Vaters: Britney Spears.

(Foto: picture alliance/AP Photo)

Daniela Katzenberger hat das Gefühl, sich ständig rechtfertigen zu müssen, in Hollywood sorgt eine Rollen-Besetzung für Ärger und Britney Spears will endlich frei sein: Hier kommt der Wochenrückblick auf die Welt der Promis.

Manchmal ist es nicht nur ein Tag, sondern gleich eine ganze Woche, in der es so schlecht läuft, dass man sich am liebsten eine Decke über den Kopf ziehen und einfach durchschlafen will, bis es wieder freundlicher wird. Man kann es nennen, wie man will, egal ob Winter- oder Lockdownschlaf. In dieser Woche reißen sogar die schlechten Nachrichten aus der Welt der Promis nicht ab. Es sind keine Wolken, die den Himmel verdunkeln, sondern eine Tragödie, die zutiefst betroffen macht: Eine junge Frau, eine ehemalige Teilnehmerin der Model-Casting-Show "Germany's next Topmodel" hat sich mutmaßlich das Leben genommen, nachdem zuvor ihr Beziehungsaus mit einem Fußballer für Schlagzeilen sorgte. Private Nachrichten gelangten in die Presse, Hass-Kommentare kamen hinzu. Jetzt ist sie tot.

Und natürlich ist es, wie es immer ist: Anteilnahme wird geheuchelt, Leute kommen aus ihren Löchern gekrochen und echauffieren sich, man müsse doch mal was tun gegen Hass im Netz und Mobbing. Ja, richtig. Aber (Cyber)-Mobbing ist nichts, was nur Promis betrifft. Es ist die pure Heuchelei, mehr Sensibilisierung anzumahnen, wenn es bereits zu spät ist. So manche bekannte Influencer nutzen nun den vermeintlichen Suizid des 25 Jahre alten Models, um Reichweite zu generieren. Schnell berichten, dass man auch Opfer von Hass-Kommentaren im Netz geworden ist und dabei sehr traurig in die Kamera gucken. Wie wäre es stattdessen, sich immer gegen Mobbing starkzumachen, anstatt jetzt, wo das Thema durch den tragischen Tod eines Menschen mal wieder in aller Munde ist?

Katzenberger will sich nicht mehr rechtfertigen

So ziehen sich die Nachrichten, die auf den Magen schlagen, durch die ganze Woche. Daniela Katzenberger sagt, egal, was sie mache, sie habe das Gefühl, sich "alle fünf Minuten rechtfertigen zu müssen". Wir sind gefühlt seit tausend Tagen im Lockdown, viele Menschen sind nicht nur verzweifelt oder lockdownmüde, sondern auch gereizt. Wie kann es sein, dass die Katzenberger die Haare schön hat, wo doch die Friseure geschlossen haben? Tatsächlich, so betont der Reality-Star immer wieder, sind die Friseure und Nagelstudios in ihrer Wahlheimat Mallorca geöffnet. Warum und wofür also soll sie sich schämen? Zumal sie einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Derweil wird auf Social Media geschimpft, man müsse in Deutschland leider mit herausgewachsenen Gel-Nägeln herumrennen. Wenn das die Probleme so mancher Influencer sind, versteht man, dass Oliver Pocher sie nahezu täglich auf seiner Bildschirmkontrolle hat.

Apropos Kontrolle - Immer wieder keimt die Frage auf: Wird Britney Spears von ihrem Vater gefangen gehalten? Seit 2008 ist Jamie Spears der Vormund seiner Tochter. Die Sängerin selbst sagte einmal, Angst vor ihrem Vater zu haben. Inzwischen ist sie fast vierzig Jahre alt und darf noch immer kein eigenständiges Leben führen. Prominente Unterstützung findet sie in Miley Cyrus und Sarah Jessica Parker. Auch die Schauspielerin Bette Midler solidarisiert sich mit Spears und fordert mit vielen anderen: "Free Britney!" Unter dem gleichnamigen Hashtag ist eine ganze Bewegung für eine Frau entstanden, die nicht einmal selbst entscheiden darf, ob sie sich eine rote Kaffeetasse kauft oder eine weiße.

Die Sängerin selbst sagt dazu auf Twitter: "Jeder Mensch hat seine Geschichte und seine Sichtweise auf die Geschichten anderer Menschen!!!! Wir alle haben so viele verschiedene schöne Leben!!!" (...) "Denkt daran: Egal, was wir glauben, über das Leben einer Person zu wissen, es ist nichts im Vergleich zu der Person, die wirklich hinter der Kamera lebt!!!!"

Altersdiskriminierung in Hollywood

Mehr zum Thema

Für Empörung in dieser Woche sorgte auch die britisch-US-amerikanische Film- und Schauspielindustrie, die sich nicht zum ersten Mal mit dem Vorwurf der Altersdiskriminierung konfrontiert sieht, die fast ausschließlich Schauspielerinnen betrifft. Aktuelles Beispiel ist die Besetzung von Carey Mulligan für den Netflix-Film "Die Ausgrabung". Die 35 Jahre alte Britin verkörpert die zum gezeigten Zeitpunkt 53 Jahre alte englische Landbesitzerin und Stifterin Edith Pretty. Ursprünglich war Nicole Kidman für die Rolle vorgesehen, die mit ihren 53 Jahren auch das passende Alter hat.

Altersdiskriminierung ist nicht nur in Hollywood ein Thema. Der Ärger über den Jugend- und Verjüngungswahn bei der Besetzung von Schauspielerinnen ist derzeit groß. Ob aber tatsächlich ein Umdenken stattfinden wird, steht auf einem anderen Blatt. Bis nächste Woche! Bleiben Sie zuversichtlich!

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen