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Mittwoch, 10. Juni 2015

Bandleader und Komponist: James Last ist tot

Vor wenigen Monaten erklärt er seinen Abschied von der Bühne. Doch ein Ruhestand ist der Easy-Listening-Legende James Last nicht vergönnt. Mit 86 Jahren stirbt er in Florida.

Der Bandleader und Komponist James Last ist tot. Der Musiker starb am Dienstag mit 86 Jahren im US-Bundesstaat Florida, wie sein langjähriger Konzertveranstalter Semmel Concerts mitteilte. Nach kurzer schwerer Krankheit starb er im Beisein seiner Familie. Erst vor wenigen Monaten hatte Last mit einer Abschieds-Tournee seine Jahrzehnte dauernde Karriere beendet.

Mit seinem Orchester galt er als Beispiel für das sogenannte Easy Listening. Das Schnipsen mit den Fingern zum Takt der Musik wurde zu seinem Erkennungszeichen. Zu seinen bekannten Produktionen zählen auch etliche Erkennungsmelodien erfolgreicher Fernseh-Serien, darunter "Der Landarzt", "Das Traumschiff", und "Zwei Münchener in Hamburg".

Last wurde 1929 unter dem bürgerlichen Namen Hans Last in Bremen geboren. Bereits als Sechsjähriger erhielt er Klavierunterricht. An der Heeresmusikschule Bückeberg wurde er am Bass und am Klavier ausgebildet. 1950 wählten ihn Fachjournalisten zum besten Bassisten im deutschen "Jazz Pool".

Erste Platte 1965

1964 erhielt Last seinen ersten Plattenvertrag. Ein Jahr später erschien mit "non stop dancing" seine erste LP. Mit seinem Orchester spielte er in den folgenden Jahrzehnten sowohl Eigenkompositionen als auch umarrangierte Instrumentalstücke. Besonders in den 1970er Jahren gehörten seine Schallplatten auf jede Party.

Bereits zu Lebzeiten eine Legende: James Last.
Bereits zu Lebzeiten eine Legende: James Last.(Foto: picture alliance / dpa)

Mit einem Repertoire von Swing über Pop und Volksmusik bis zur Klassik wurde Last zu einem der weltweit erfolgreichsten Musiker. Daneben arbeitete er mit zahlreichen populären Künstlern zusammen, etwa mit Wencke Myhre, Freddy Quinn, Richard Clayderman, aber auch Fettes Brot und Herbert Grönemeyer.

Laut dem Konzertveranstalter Semmel Concerts stand Last mehr als 2500 Mal auf der Bühne. Kein anderer nicht-britischer Musiker hat öfter in der ehrwürdigen Londoner Royal Albert Hall gespielt.

Sein umfangreiches Werk wurde mit 17 Mal Platin ausgezeichnet. Last erhielt 208 Goldene Schallplatten und verkaufte mehr als 80 Millionen Tonträger. Seine Tourneekarriere beendete der Musiker am 26. April in Köln mit dem letzten Konzert seiner Abschiedstour "Non Stop Music". James Last hinterlässt seine zweite Frau Christine, mit der er in Florida und Hamburg lebte.

Für seine Fans ist eine öffentliche Trauerfeier in Hamburg geplant. Details dazu sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

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Quelle: n-tv.de