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Missbrauchsprozess in New York Jury spricht Sänger R. Kelly schuldig

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Kelly plädierte in dem Prozess auf nicht schuldig.

(Foto: AP)

Seit Jahren kursieren Missbrauchsvorwürfe gegen Popstar R. Kelly. Doch erst im August startet der Prozess gegen den R'n'B-Star. Nun sprechen die Geschworenen Kelly in allen Anklagepunkten für schuldig. Dem 54-Jährigen droht eine lange Haftstrafe.

Der US-Musiker und R'n'B-Star R. Kelly ist im Prozess um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht in New York verurteilte den Sänger des Welthits "I Believe I Can Fly" nach neunstündigen Beratungen in allen Anklagepunkten. Das Strafmaß gegen den 54-Jährigen soll erst am 4. Mai verkündet werden. Kelly, der bereits seit Sommer 2019 in Untersuchungshaft sitzt, droht eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang.

Dem Musiker wurden in dem Verfahren unter anderem sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Entführung, Bestechung und Zwangsarbeit in den Jahren 1994 bis 2018 zur Last gelegt. Verurteilt wurde Kelly unter anderem auf Grundlage eines Gesetzes gegen kriminelle Vereinigungen wie die Mafia und wegen Sexhandels. Der dreifache Grammy-Gewinner verfolgte die Urteilsverkündung weitgehend regungslos. Sein Anwalt Deveraux Cannick äußerte sich "enttäuscht" über das Urteil und kündigte an, mögliche Rechtsmittel zu prüfen.

Verteidigung stellt Kelly als "Sexsymbol" mit "Playboy-Leben" dar

Während des sechswöchigen Prozesses vor einem Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn hatten elf mutmaßliche Opfer ausgesagt, neun Frauen und zwei Männer. Sechs von ihnen waren minderjährig, als Kelly den Missbrauch begonnen haben soll. Der Sänger selbst hatte auf nicht schuldig plädiert und während des Prozesses auf eine Aussage verzichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Sänger, mit bürgerlichem Namen Robert Sylvester Kelly, in ihrem Schlussplädoyer vorgeworfen, "Lügen, Manipulation, Drohungen und körperlichen Missbrauch" eingesetzt zu haben, um jahrzehntelang ungestraft Frauen und Mädchen sexuell zu missbrauchen. Kelly habe einen Ring an Unterstützern gehabt, die für ihn systematisch Opfer rekrutiert und ihn geschützt hätten. "Ohne sie hätte der Angeklagte sein Verbrechensmuster nicht fast drei Jahrzehnte lang ausüben können."

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Kellys Anwalt stellte den Sänger dagegen in seinem Schlussplädoyer als "Sexsymbol" dar, das einfach nur ein "Playboy-Leben" gelebt habe. Kellys mutmaßliche Opfer stellte der Verteidiger als enttäuschte Groupies dar, die nur auf Geld aus seien.

Gegen den Sänger waren bereits vor rund 25 Jahren erste Vorwürfe laut geworden. 2008 wurde Kelly in einem umstrittenen Prozess wegen Kinderpornografie freigesprochen, andere Verfahren wurden außergerichtlich beigelegt. Die 2019 veröffentlichte Dokumentationsserie "Surviving R. Kelly" führte dann zu neuen Ermittlungen und zu Kellys Festnahme.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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