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Moderator Günther Jauch mit Peter Wagner: Wer ist der größere Klugscheißer?
Moderator Günther Jauch mit Peter Wagner: Wer ist der größere Klugscheißer?
Montag, 16. April 2018

Lehrer-Spezial : Klugscheißer-Lehrer bringt Jauch auf Palme

Von Nina Jerzy

Dieser Quereinsteiger hat seine Berufung gefunden. Bei Günther Jauch gibt der Lehrer für Schulverweigerer den Klugscheißer. Der Moderator hängt in den Seilen – und muss an der Tafel ausbessern.

Wie fit sind Deutschlands Pädagogen? Günther Jauch machte am Montagabend im Lehrer-Spezial den kleinen PISA-Test. Bilanz: Bemüht, aber ausbaufähig. Als größter Abräumer erwies sich ausgerechnet der schlimmste Klugscheißer von allen. Quereinsteiger Peter Wagner aus Ehrenburg musste jede Antwort wortreich ausschmücken und erwies sich als tendenziell beratungsresistent. Jauch konnte irgendwann nur noch mit den Augen rollen. Der Lehrer von einem Internat für Schulverweigerer bewies aber Stehvermögen.

Mit Dankbarkeit hatte es der 62-Jährige eher nicht so. Bei der 1000-Euro-Frage war sich Wagner total sicher, dass es in vielen Bundesländern vom 1. März bis 31. Oktober ein Flugverbot bei Nacht gibt. Die nicht gerade logisch hergeleitet Antwort war fast schon eingeloggt, als Jauch deutlich signalisierte: Falsche Wahl. Der RTL-Moderator drängte zum Joker. Woraufhin der Kandidat unterstellte, Jauch wolle ihm bloß einen Joker abluchsen. "Sie fabulieren hier vor sich hin und werfen mir vor... Ist ja unglaublich!", echauffierte sich Jauch zu Recht. Der 50/50-Joker brachte den Lehrer dann doch zur korrekten Antwort "Rauchverbot im Wald". "Ein bisschen Strafe muss ja sein", zeigte sich Jauch angesichts des genommenen Jokers etwas versöhnt.

Bert, YOLO

Über den "gerappten" Vortrag eines Bertolt-Brecht-Gedichts des Pädagogen breiten wir mal den Mantel des Schweigens. Nur so viel sei gesagt: "Message für Kids" und "YOLO". Für 16.000 Euro sollte Wagner wissen, wobei ein Druck von 480 kg pro cm² entstehen kann (richtige Antwort: Zähneknirschen). Der Lehrer musste erst mal klugscheißen. Das sei ja keine Druckeinheit, Druck werde schließlich in Newton gemessen. Jauch brach auf seinem Sitz etwas weiter zusammen.

In den nächsten Runden konnte der frühere Diplomingenieur und gelernte Tischler, der seit knapp sieben Jahren unterrichtet, aber überzeugen. Er stieg mit 64.000 Euro aus. Natürlich nicht, ohne zuvor noch an der Schreibweise seines Namens auf der Namenstafel zu mosern. An der stand nämlich in Kreide geschrieben "WagneR". Jauch leistete keine Gegenwehr mehr und korrigierte den Schriftzug eigenhändig. "Jeder hat ein Recht auf seinen eigenen Namen", gab der Kandidat dem Gastgeber noch mit auf den Weg. Vielleicht auch deshalb wurde er von Jauch derart schnell aus dem Studio komplimentiert, dass die korrekte Antwort auf seine letzte Frage erst beim nächsten Kandidaten aufgelöst wurde.

Ausbaufähig. Setzen.

Alexander Schwarz aus Essen war typmäßig so ziemlich das Gegenteil seines Vorgängers – was ihm eventuell ein wenig zum Verhängnis wurde. Der 26-jährige Referendar war selbstbewusst, aber eher nüchtern und gern absolut sicher. Spätere Schüler seien vorgewarnt: Dieser junge Lehrer kann ganz schön streng sein. Der Zusatzjoker legte bei der Herleitung seiner Antwort nicht gerade eine Glanzleistung hin und bezifferte seine Sicherheit mit 75 Prozent. "Das ist ausbaufähig", kommentierte der Lehrer knapp. Der Zuschauer wollte diskutieren: "Besser als nichts." Das werde sich ja zeigen, schloss Schwarz und hätte gut "Setzen!" hinterher schieben können.

Der Mathelehrer brauchte dann noch zwei weitere Joker bis feststand, dass die Politiker Christian Lindner (FDP) und Jens Spahn (CDU) seit Ende 2017 nicht etwa Patenkind und Patenonkel, sondern Mieter und Vermieter sind. Schwarz stieg mit 16.000 Euro aus. Für den dritten Lehrer Mirco Geschwind aus Lampertheim reichte es leider nur für 8000 Euro. Der Lehrer für Deutsch und Geschichte scheiterte an der chemischen Formel für Salpetersäure.

Nächste Woche ist "Wer wird Millionär?"-Pause. Am 30. April gibt es erstmals ein "Special der Generationen". Großeltern, Eltern und Enkel im Alter von 16 bis 75 Jahren treten miteinander an.

Quelle: n-tv.de