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Anklage gegen Marius Borg Høiby Kronprinz Haakon äußert sich zum Prozess gegen seinen Stiefsohn 

29.01.2026, 13:06 Uhr
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Kronprinz Haakon 2016 mit seinem Stiefsohn Marius Borg Høiby. (Foto: imago images/PPE)

In Kürze muss sich Marius Borg Høiby unter anderem wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten. Kronprinz Haakon hofft auf ein gerechtes Verfahren und spricht von Sorge um seinen Stiefsohn.

In der kommenden Woche muss sich Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, wegen Vergewaltigung und weiterer Delikte vor Gericht verantworten. Bislang hat sich das norwegische Königshaus sehr bedeckt gehalten, was die schweren Vorwürfe gegen den 29-Jährigen angehen. Kurz vor dem Prozessbeginn bezieht Kronprinz Haakon nun aber offiziell Stellung.

"Wir verstehen, dass dies für viele von Ihnen eine schwierige Zeit ist, und wir empfinden tiefes Mitgefühl", so der Thronfolger in seinem Statement. Er erklärte, dass die Gedanken der königlichen Familie bei all denjenigen seien, die von diesem Fall betroffen sind - sowohl bei den mutmaßlichen Opfern als auch bei deren Angehörigen.

Trotz der persönlichen Nähe zum Angeklagten lobte Kronprinz Haakon die Unabhängigkeit der norwegischen Justiz. So bezeichnete er es als "beruhigend", in einem Rechtsstaat zu leben. Er sei zuversichtlich, dass die Verantwortlichen für ein ordnungsgemäßes, korrektes und gerechtes Verfahren sorgen werden, betonte er.

In seinem Statement hob Kronprinz Haakon noch einmal den Status von Marius Borg Høiby hervor. Er gehöre zwar zur Familie, sei aber offiziell kein Mitglied des Königshauses und handle somit auch eigenständig. Høiby stammt aus einer früheren Beziehung von Kronprinzessin Mette-Marit und trägt daher keinen Prinzentitel. Als norwegischer Staatsbürger trage er dieselbe Verantwortung wie jeder andere auch, habe aber auch dieselben Rechte, betonte der Thronfolger. Ungeachtet der juristischen Vorwürfe bezeichnete Kronprinz Haakon seinen Stiefsohn als ein "wichtiges Mitglied unserer Familie", um das man sich sorge.

Prinzenpaar bleibt dem Prozess fern

Marius Borg Høiby wurde im August 2025 in Oslo festgenommen. Er hatte seine damalige Freundin in ihrer Wohnung unter Einfluss von Alkohol und Kokain körperlich angegriffen und Sachbeschädigungen begangen. Inzwischen ist die Anklage der Osloer Staatsanwaltschaft auf insgesamt 38 Punkte angewachsen, darunter vierfache Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Drogenschmuggel sowie Verkehrs- und Sachbeschädigungsdelikte.

Die Hauptverhandlung am Bezirksgericht Oslo soll am 3. Februar beginnen und voraussichtlich bis zum 14. März dauern. Aufgrund der Schwere der Vorwürfe, insbesondere der mehrfachen Vergewaltigung, drohen Høiby bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Während er die Drogen- und Verkehrsdelikte weitgehend gesteht, bestreitet er die Vorwürfe der Sexualgewalt vehement.

"Wir haben uns entschieden, im Gerichtssaal nicht anwesend zu sein und uns auch nicht über den Prozess zu äußern", erklärte der Kronprinz dem norwegischen Fernsehen. Natürlich würden er und seine Frau die Verhandlung trotzdem verfolgen. Kronprinzessin Mette-Marit habe eine private Reise geplant.

Quelle: ntv.de, csp/spot

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