Skandale um KönigsfamilieKronprinzessin Mette-Marit verschiebt private Reise

Dem Prozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby will die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit fernbleiben. Eine Reise, die sie ursprünglich geplant hatte, verschiebt sie nun aber. Zeitgleich gerät sie selbst ins Visier.
Noch bevor am gestrigen 3. Februar der Prozess gegen Marius Borg Høiby begann, hatten Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit bereits angekündigt, dass sie nicht vor Gericht erscheinen werden. Die Kronprinzessin plane für den Prozess-Zeitraum eine private Reise, erklärte ihr Mann in einem Statement vorab. Mette-Marits 29-jähriger Sohn aus einer früheren Beziehung ist in 38 Punkten angeklagt, darunter wegen vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht - eine davon mit Geschlechtsverkehr. Außerdem soll er die Frauen gefilmt haben.
Wäre dies nicht Skandal genug, ist nun auch noch die Kronprinzessin selbst in die Schlagzeilen geraten. Das US-Justizministerium hat am vergangenen Freitag umfangreiche Dokumente aus den Epstein-Ermittlungen freigegeben - und Mette-Marits Name taucht darin über 1000 Mal auf, wie die norwegische Zeitung "Verdens Gang" berichtet. Die Kronprinzessin soll über Jahre privaten Mail-Kontakt mit dem Sexualstraftäter gehabt haben.
Möglicherweise unter dem Eindruck dieser beiden Eklats verschiebt Mette-Marit nun ihre geplante private Reise ins Ausland, wie eine Sprecherin des Königshauses jetzt bestätigte. Die Gründe für diese Entscheidung kommentierte sie auf Anfrage allerdings nicht.
Kontakt zu Jeffrey Epstein
Nach Bekanntwerden ihrer Beziehung zu Epstein hatte die Ehefrau von Norwegens Kronprinz Haakon mit einer ungewöhnlich offenen Stellungnahme reagiert. "Ich habe schlechtes Urteilsvermögen bewiesen und bereue, dass ich überhaupt Kontakt zu Epstein hatte. Es ist einfach peinlich", erklärte sie gegenüber " Verdens Gang". Gleichzeitig betonte sie: "Jeffrey Epstein ist selbst für seine Handlungen verantwortlich. Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass ich Epsteins Hintergrund nicht besser überprüft habe."
Dass Mette-Marit Kontakt zu Epstein pflegte, ist bereits seit 2019 bekannt. Damals hatte die norwegische Zeitung "Dagens Næringsliv" über die Verbindung berichtet. Die Kronprinzessin erklärte seinerzeit in einer Stellungnahme, sie hätte "niemals etwas mit Epstein zu tun gehabt", wenn sie von der Schwere seiner Verbrechen gewusst hätte.
Die am Freitag publik gewordenen Mails sorgen inzwischen auch bei Organisationen für Unmut, deren Schirmherrin Mette-Marit ist. Der Nachrichtenagentur NTB zufolge wandten sich vier Organisationen mit einem gemeinsamen Brief an das Königshaus und forderten darin eine umfassende Aufklärung über die Kontakte der Kronprinzessin zu Epstein. Die neuen Informationen seien "besorgniserregend". "Für unsere weitere Zusammenarbeit ist es wichtig, dass das Königshaus die Angelegenheit umfassend aufklärt", heißt es weiter.