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"Deutschland ist verschlossen" Künstler Ai Weiwei will Berlin verlassen

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Nicht glücklich in Deutschland: Ai Weiwei im Mai bei einer Ausstellungseröffnung in Düsseldorf.

(Foto: imago images / Sven Simon)

In China stand der Künstler Ai Weiwei unter Hausarrest, doch in Deutschland fühlt er sich auch nicht frei. Verschlossen sei das Land, selbstzentriert, offene Debatten unerwünscht. Deshalb will er seine Wahlheimat Berlin verlassen. Wohin es ihn zieht, ist unklar. "Ich bin ein Flüchtling", sagt der Dissident.

Dem chinesischen Künstler Ai Weiwei ist die Gesellschaft seiner aktuellen Wahlheimat Deutschland zu verschlossen. "Deutschland ist keine offene Gesellschaft", sagte der in Berlin lebende Ai Weiwei der Tageszeitung "Die Welt". "Es ist eine Gesellschaft, die offen sein möchte, aber vor allem sich selbst beschützt", sagte der Künstler, der in China jahrelang unter Hausarrest stand.

Die deutsche Kultur ist so stark, dass sie nicht wirklich andere Ideen und Argumente akzeptiert." Es gebe kaum Raum für offene Debatten, kaum Respekt für abweichende Stimmen, sagte Ai Weiwei. "Meine Familie und ich haben sehr gern hier gelebt, aber ich verlasse trotzdem Berlin. Dieses Land braucht mich nicht, weil es so selbstzentriert ist."

Ai Weiwei, der seit vier Jahren in Berlin lebt und dort auch eine Gastprofessur an der Universität der Künste antrat, sagte nicht, wann genau er aus der Stadt weggehen möchte und wo sein neuer Wohnort sein könnte. "Ich weiß nicht, wo ich leben werde. Ich besitze keine Heimat, weil China mich zurückgewiesen hat, seit ich geboren wurde. Wer sein Ziel kennt, ist kein Flüchtling mehr. Ich bin ein Flüchtling", sagte Ai Weiwei.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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