Unterhaltung

"Das war magisch"Schon Folge 1 hebt "Let's Dance" auf ein neues Niveau

07.03.2026, 01:15 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Ross Antony liefert die Show des Abends, Betty Taube rührt die Jury und Gustav Schäfer tanzt sich in die Herzen. Zwischen "sterbendem Schwan" und "süßem Chihuahua" zeigt Folge 1, wie stark diese Staffel ist - bis ganz am Ende jemand gehen muss, mit dem niemand gerechnet hat.

"Wenn wir in Deutschland mehr tanzen würden, dann wären wir viel glücklicher", findet Sonya Kraus. Nach der ersten Folge von "Let's Dance" fällt es schwer, dieser These zu widersprechen. Wir sind zwar erst ganz am Anfang der Staffel, liebe Tanzmäuse, aber das Niveau liegt jetzt schon erstaunlich hoch.

Den Turbo zündet gleich zu Beginn Anna-Carina Woitschack. Mit Evgeny Vinokurov fegt sie im Cha Cha Cha über das Parkett, als hätte jemand plötzlich direkt den fünften Gang eingelegt. Neben ihrem vertrauten Schlagerlächeln blitzt dabei auch eine überraschend sinnliche Seite auf. Motsi freut sich über so viel Energie, auch wenn die Base des Powergirls noch etwas großzügig ausfällt. Und selbst Powerboss Lambi kann dem Auftakt einiges abgewinnen: dynamisch, viel Action.

Sonya Kraus bleibt derweil nicht beim Kommentieren. Sie gibt zusammen mit Valentin Lusin die Olivia Newton-John. Zu "You're the One That I Want" tanzen die beiden einen Charleston. Spaß hat sie sichtbar, keine Frage. Für Lambi allerdings ist es "ein bisschen zu viel von allem". Kraus beschreibt sich selbst treffend als "quirliges Eichhörnchen". Manchmal gilt beim Tanzen eben doch: weniger ist mehr.

Model Betty Taube zeigt im Wiener Walzer ihre "Zärtlichkeit". Ihr Tanzpartner versucht sie im Training immer wieder zu ermutigen: mehr Selbstbewusstsein, weniger Zweifel. Dass dabei auch Tränen fließen, gehört fast schon zum "Let’s Dance"-Inventar. Auf dem Parkett aber zahlt sich die Arbeit aus: Standing Ovation. Die Jury sieht großes Potenzial. Und Motsis Herz; das öffnet sich beim Anblick des Models sofort. Was bekanntermaßen nicht bei jedem Wiener Walzer passiert.

Schauspieler Jan Kittmann liefert mit Kathrin Menzinger einen Jive, der rhythmisch, synchron und erstaunlich präzise wirkt. Besonders gelobt wird auch die Choreografie. Bei diesem Genuss-Tänzer erkennt man ziemlich schnell, dass da noch einiges möglich ist.

Mit Abstand der beste Tanz des Abends

Für den größten Jubel sorgt Ross Antony. Sein Charleston ist eine einzige Show. Der Mann ist eine Frohnatur, ein Entertainer durch und durch - und vor allem jemand, der wunderbar über sich selbst lachen kann. Kaum zu glauben, dass wir uns erst in Show 1 befinden. Antony bedankt sich nach dem Tanz bei seiner Partnerin: Sie habe "einen alten Mann wieder jung gemacht". Für Motsi steht ohnehin fest: "Mit Abstand der beste Tanz des Abends."

Auch Nadja Benaissa und Vadim Garbuzov reißen das Publikum mit. Die beiden präsentieren die erste Salsa der "Let's Dance"-Saison 2026 und zwar mit "tollen, kompakten Basic-Schritten", wie die Jury lobt. Das Schönste daran: Selbst Nadias Augen tanzen.

Eine starke Leistung zeigt auch Gustav Schäfer. Der Tokio-Hotel-Drummer gibt offen zu, dass es ihm schwerfällt, Emotionen zu zeigen. Auf dem Parkett wirkt davon allerdings wenig zu spüren. Sein langsamer Walzer überzeugt, Standing Ovations inklusive. Und ganz ehrlich: Können wir kurz festhalten, was für ein "süßes Paar" er und seine Tanzpartnerin sind? Kurzum: "Das war magisch."

Bianca Heinicke wiederum beweist, dass man eine kleine Körpergröße nicht unterschätzen sollte. Die Impact-Creatorin misst gerade einmal 1,52 Meter, bringt aber enorme Energie aufs Parkett. Mit Zsolt Sándor Cseke tanzt sie einen Jive, ihre Kicks sitzen. Ein echtes Powerpaket eben.

Nicht jeder Schritt sitzt

Milano versucht sich mit Marta Arndt an einer Salsa. Nach dem Training weiß er nun, "was Schmerz bedeutet". Motsi wiederholt immer wieder: "Er hat was, er hat was." Ja, was denn eigentlich? Vielleicht Instinkt. Ganz rund läuft es allerdings noch nicht: Einmal wirkt es, als wäre er zu sehr im Knie, und kurz sieht es sogar so aus, als hätte er sich, wie Llambi moniert, "in die Hose gemacht". Luft nach oben bleibt also. Trotzdem: ein "sexy, wildes Paar".

Joel Mattli hat sich in der Kennenlernshow das Direktticket gesichert und kann in dieser Woche nicht rausfliegen. Entsprechend hoch sind die eigenen Erwartungen. Sein Quickstep überzeugt mit schnellen, agilen Schritten, viel Eleganz und Energie. Trotzdem reicht es am Ende "nur" für Platz fünf. Da merkt man auch wieder, wie hoch die Latte in dieser Staffel bereits hängt.

Einige Kandidaten kämpfen an diesem Abend noch mit sich und mit dem Takt. Willi Whey etwa wirkt zunächst unsicher, seine Tanzpartnerin überhaupt anzufassen. Auf Instagram zeigt er sonst lieber Motorradfahrten oder Spaziergänge mit seinem Hund. Tanzen? Eigentlich nicht sein Ding. Sein Tango ist dafür erstaunlich solide. Motsi erkennt "sexy Passion", Lambi dagegen eher "den sterbenden Schwan". Und Jorge wünscht sich statt des "süßen Chihuahua" lieber den Bad Boy.

Auch Vanessa Borck, besser bekannt als "Nessi", sucht mit Victoria Sauerwald im Wiener Walzer noch ihre Körpermitte. Für Lambi fehlt es an Geschmeidigkeit, auch die Fußarbeit überzeugt nicht wirklich. Immerhin: Ihre Nerven hat sie deutlich besser im Griff als in der ersten Kennlernshow.

Turbulent wird es auch bei Simon Gosejohann und Ekat im Jive. "Hör mal, an welches Stromkabel haben sie dich denn angeschlossen, mein Freund?", fragt Lambi trocken. Jorge bringt das Ergebnis schließlich auf den Punkt: Der Tanz war nix. Und auch bei Esther Schweins, die mit Massimo Sinató im Quickstep zwar eine schöne Ausstrahlung zeigt, wirkt es zum Ende hin eher so, als würden die beiden gegeneinander statt miteinander tanzen.

Und dann kommt der Moment, mit dem wohl kaum jemand gerechnet hat: Ausgerechnet die quirlige Sonya Kraus muss als Erste die Show verlassen.

Quelle: ntv.de

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