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Let's Dance - Show 430 Punkte: Joel Mattli zündet als Elvis ein Feuerwerk

30.03.2026, 01:51 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Reißen die Jury von ihren Stühlen: Joel "Elvis" Mattli und Profitänzerin Malika Dzumaev (Foto: picture alliance/dpa)

"Leute, Leute!" Guckt euch bitte allein Daniel Hartwich als André Agassi an! Besser geht’s nicht! Let's Dance feiert die größten Idole unserer Zeit: Elvis, Marilyn Monroe, Madonna und Llambi als John Travolta. Und mittendrin: Joel Mattli, der als King die Show komplett an sich reißt.

Die Nacht der Idole bei Let's Dance ist nicht nur ein Abend mit toller Musik und starken Tänzen, sondern vor allem eine einzige Augenweide. Man weiß am Anfang, und das ist keineswegs übertrieben, überhaupt nicht, wo man hinschauen soll. Die Kostüme, in denen die Stars sowie die Jury stecken, sind, kurzum, eine Wucht. Herausstechend gleich zu Beginn vor allem Moderator Hartwich als André Agassi mit Vokuhila-Frisur und Achtzigerjahre-Jogger, und unser Llambi gibt den John Travolta, sogar tänzerisch.

Eigentlich müsste unser RTL den harten Juryboss dazu verdonnern, öfter zu tanzen. Nur einer sieht aus wie immer: Jorge, der als David Bowie perfekt mit Motsi als Josephine Baker harmoniert. Fettes Lob an dieser Stelle an die Make-up-Artists und Kostümbildner. Und irgendwie hebt diese ganze Optik auch das Niveau der Darbietungen spürbar an, denn schon Nadja Benaissa glänzt als Whitney Houston mit einem schönen, femininen und pointierten Cha Cha Cha, der im Übrigen zu den schwersten Tänzen überhaupt gehört.

"Elvis lebt, wir wussten es schon immer!"

Und zack, da sind sie auch schon da: "Die ersten 30 Punkte in dieser Staffel", und sie gehen an keinen Geringeren als Joel Mattli aka Elvis Presley. Oder wie Vicky sagt: "Elvis lebt, wir wussten es schon immer!" Gemeinsam mit Malika fackeln die beiden mit einem Jive die komplette Hütte ab und hauen sogar die Jury aus ihren Sitzen. Jeder Schritt dieser superschwierigen Nummer sitzt, und obschon Joel den Elvis gibt, können wir an dieser Stelle vielleicht mal kurz festhalten, dass der Schweizer Sportler vielmehr eine riesige Ähnlichkeit mit dem jungen Travolta in "Grease" hat.

Tatsächlich fällt es ob der Optik der Promis fast ein bisschen schwer, sich auf die einzelnen Tänze zu konzentrieren. Die Show macht einen solchen Spaß, dass man indirekt Kopfkino bekommt, sich an alte MTV-Zeiten zurückerinnert und darüber nachdenkt, ob unser RTL nicht in diese Richtung an einem neuen Format feilen sollte. Denn ja, Let's Dance ist nur einmal im Leben, wie Esther Schweins ganz richtig sagt. Genau deshalb sollte man dieses Gefühl nicht einfach verpuffen lassen, sondern den Mut haben, daraus etwas Neues zu entwickeln, das wieder diesen alten, wilden, unberechenbaren Fernsehzauber wie an diesem Sonntagabend entfacht.

Da schleppt frau sich auch mit zwei gebrochenen Rippen aufs Parkett. Esther ist schwer angeschlagen, schafft es aber immer noch, einen eleganten Slowfox zu tanzen, und unser Ross Antony hat sich zwar den Bart abrasiert und wiegt schon vier Kilo weniger, aber seine Lady-Gaga-"Poker Face"-Performance erinnert eher an "Lilo Wanders" auf der Suche nach 'nem neuen Haarspray im Kaufland. Der Tango, so Ross, habe aber dennoch viel Spaß gemacht, und das ist doch, was am meisten zählt.

Und natürlich, die eigene Mutter stolz zu machen. Das zumindest wünscht sich Milano, der über seine "Mama" sagt: "Sie ist die Jury meines Lebens." Deswegen tanzt er als Freddie Mercury vor allem für sie einen Paso Doble zu "We Will Rock You". Klar, der Druck ist da, und er muss sich, wie Llambi findet, auch nicht kleiner machen, als er ist, aber die hohe Punktzahl spricht für sich.

"Madonna - die fleischige Granate"

Ganz vorne mit dabei wäre dann auch Bianca Heinicke als Marilyn Monroe und Betty Taube als Madonna, die "fleischige Granate". Und dass Phil Collins nie ein guter Tänzer war, wissen wir alle. Deshalb gibt unser Schlagzeuger Gustav in seiner Rolle auch gar keine so schlechte Figur mit seinem Contemporary zu "In the Air Tonight" ab.

Die Tür ins Finale öffnet in dieser "Idol-Night" auch Anna-Carina Woitschack. Als Britney Spears tanzt sie trotz Links-Rechts-Schwäche einen wunderbaren Jive zu "Hit Me Baby One More Time", und man denkt an dieser Stelle auch an Britney selbst und wünscht sich für die Künstlerin wieder bessere, vor allem glücklichere Zeiten.

Doch Vorsicht! In jeder Show 110 Prozent zu geben, funktioniert nie für immer. Das ist einfache Mathematik, wie Mr. Travolta anmerkt, schließlich müsse "der Motor auch mal geölt werden". Doch Jan Kittmann und Kathrin Menzinger denken gar nicht daran, den vierten Gang einzulegen. Ihr gemeinsamer Quickstep zu "I’m Still Standing" von Elton John ist wieder einmal auf so hohem Niveau, dass man sich fragt, wie hoch die beiden die Latte noch legen wollen.

Zum ersten Mal gibt es auch wieder ein Girls-vs.-Boys-Battle. Und "Leute, Leute, Leute!": Was soll man sagen, wenn sich die Boys inbrünstig die Hemden vom Leib reißen und alles geben? Klar, die Girls sind "charmant und sexy", aber allein die Performance von Willi Banner zeigt, dass die bösen oberkörperfreien Buben diese Nummer haushoch gewinnen, übrigens zum wiederholten Male. Ein letztes Wort zu Willi: Der sagt, er habe durch die Show gelernt, viel mehr aus sich herauszukommen und sein Lachen zu zeigen.

Und in einer Zeit, in der Debatten ständig hochkommen und ein tiefer Graben durch unsere Gesellschaft geht, zeigt dieser Abend, worauf es wirklich ankommt im Leben: auf das Verbindende. Für ein paar Stunden zählen keine Lager, keine aufgeladenen Debatten, sondern Rhythmus, Selbstironie und die Freude, "vor der Jury des Lebens" einfach eine gute Zeit miteinander zu haben.

Die Show verlassen muss leider: Betty Taube.

Quelle: ntv.de

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