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Let’s Dance - Show 2Zehnerkelle! Doch die sinnlichste Szene gehört Esther Schweins

14.03.2026, 02:04 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Gustav Schäfer gibt den Falco, Esther Schweins tanzt Eleganz pur, und einige Favoriten rutschen überraschend ins Mittelfeld. Trotzdem fliegt in Show 2 schon die erste Zehnerkelle. Für manche endet der Abend allerdings bitter.

Manchmal erkennt man einen besonderen Moment daran, dass selbst die Jury kurz aus ihrer Rolle fällt. In der zweiten Show dieser inzwischen 19. Staffel passiert genau das bei Jan Kittmann. Gemeinsam mit seiner Partnerin Kathrin Menzinger tanzt er einen Slowfox zu "Smells Like Teen Spirit" in der Paul-Anka-Version, und während man noch überlegt, wie früh in dieser Staffel man eigentlich schon über Favoriten sprechen darf, hebt Jorge schon mal vorsorglich die Zehnerkelle. So ist der Letzte des Abends plötzlich der Erste auf der Punkteliste. "Das ist ein top, top, top Slowfox", findet auch Juryboss Llambi.

Dass ein Slowfox überhaupt schon in der zweiten Show auf dem Programm steht, sei alles andere als leicht. "Das ist ein sehr schwerer Tanz." Das Lob der Jury toppt nur noch die folgende kleine, inoffizielle Adelung: "Du hast die Tür zum Finale ein Stück weit aufgemacht."

Dass schon eine Zehnerkelle in die Luft schießen würde, war am Anfang freilich noch nicht abzusehen. Nadja Benaissa eröffnet die Show mit einem langsamen Walzer zu "Hero". Wir sehen schöne, weiche Linien und einen Tanz, der Atmosphäre schafft. Der Oberkritiker am Jurypult sieht natürlich Verbesserungspotenzial.

Überhaupt wirkt Show 2 zunächst wie ein vorsichtiges Herantasten. Es gibt viele freundliche Siebener aus der Jury, und man spürt, dass sich hier gerade noch sehr viel sortieren muss - auch die Frage, wer tatsächlich länger bleiben könnte.

"Malika, gib ihm"

Anna-Carina Woitschack bringt ein wenig Popenergie ins Studio. Quickstep zu "Wannabe", ihr kleiner, ganz persönlicher Spice-Girls-Moment auf der Tanzfläche. Frech und deutlich selbstbewusster als noch eine Woche zuvor. Die Jury erkennt die Steigerung sofort an. Nur Llambi hat einen technischen Hinweis parat: Der Oberkörper sei ihm stellenweise noch zu hart.

Elegant wird es bei Joel Mattli, der mit Malika Dzumaev einen langsamen Walzer tanzt und diesen, wie Jorge begeistert feststellt, "ganz wunderbar" verkauft. Viel Lob gibt es für seine Fußarbeit. Und während die beiden über das Parkett gleiten, stellt sich ganz nebenbei die Frage, ob Malika vielleicht noch gar nicht genau weiß, was sie an diesem Schüler hat. Oder, wie es Jorge formuliert: "Malika, gib ihm."

Ganz anders funktioniert der Auftritt von Willi Banner. Contemporary mit Patricija Ionel, ein Tanz über Emotionen und das Loslassen, und genau das fällt ihm sichtbar schwer. Im Einspieler gesteht er noch, er habe sich "Let’s Dance" leichter vorgestellt. Das Publikum reagiert trotzdem begeistert und spendiert Standing Ovations. Auch der Chef vom Dienst erkennt Fortschritte an, will aber noch mehr Willen sehen.

Unsere Bibi tanzt in Show 2 einen agilen Cha Cha Cha, deutlich lockerer als erwartet. Ihr Körper kippt gelegentlich zwar etwas zu weit nach hinten, aber technisch, so Llambi, sei das Ganze durchaus ordentlich gewesen.

Romantisch wird es bei Milano, der mit Marta Arndt einen Wiener Walzer darbietet. Der Tanz ist seiner kleinen Schwester gewidmet, und irgendwo im Trainingsfilm erfährt man nebenbei, dass Justin Bieber der Grund gewesen sei, warum Milano überhaupt Sänger geworden ist. Auf der Fläche wirkt der Walzer deutlich souveräner, als seine Trainingsberichte vermuten ließen. Die Jury sieht Potenzial, besonders seine Ausstrahlung gefällt. Nur an Körperspannung und Haltung müsse noch gearbeitet werden.

"Du hast den Tanz verstanden"

Der wohl rundeste Moment dieses ersten Showabschnitts gehört allerdings Esther Schweins und Massimo Sinató. Ihre Rumba wirkt angenehm unaufgeregt, sinnlich, elegant und erstaunlich intim. Jorge ist hörbar begeistert und würde ihr am liebsten sofort seine berühmte goldene Banane überreichen. Selbst der sonst eher nüchterne Juror neben ihm klingt zufrieden und sagt einen dieser seltenen Sätze, die in diesem Format fast wie ein Ritterschlag wirken: "Du hast den Tanz verstanden."

Und dann taucht Gustav Schäfer auf, urkomisch mit Falco-Perücke und Quickstep zu "Rock Me Amadeus", und bringt eine Energie ins Studio, die ansteckend ist. Selbst Llambi nickt anerkennend und stellt fest, dass das sehr dynamisch gewesen sei. Von einem Schlagzeuger habe er allerdings auch nichts anderes erwartet.

Auch Betty Taube und Alexandru Ionel sorgen zwischendurch für einen ruhigeren Moment. Ihr Slowfox zu "Die schönste Zeit" wirkt sensibel und technisch sauber getanzt. Doch nicht jeder Tanz des Abends bewegt sich auf diesem Niveau. Ross Antony bringt zwar wie immer seine gute Laune mit, kämpft beim Cha Cha Cha aber sichtbar mit den Schritten. Motsi fasst den Trainingsratschlag des Abends in drei Worten zusammen: "Arbeiten, arbeiten, arbeiten." Ross nimmt die Kritik jedoch mit Humor und erinnert selbstironisch an einen Tipp seiner Mutter: "Wenn die Füße nicht mitmachen, dann zeig dein Gesicht."

Deutlich härter fällt das Urteil beim Tango von Vanessa Borck aus. Für Llambi ist der Auftritt sogar "eine kleine Katastrophe". Von Dynamik sei kaum etwas zu spüren gewesen, stattdessen nur ein Ablaufen der Schritte. Das Urteil wird zur Klatsche: Sie habe "so viel Spannung wie ein Toastbrot".

Und auch Wackelkandidat Simon Gosejohann erntet wieder viel Kritik, auch wenn Jorge findet, er sei genau der richtige Kandidat für diese Show, als er lachend daran erinnert, dass er am Anfang nicht einmal richtig laufen konnte. Der Rauswurf am Ende kommt wenig überraschend. Die Show verlassen muss diesmal Vanessa Borck.

Quelle: ntv.de

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