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Musiker nahm sich wohl das Leben Linkin-Park-Sänger Bennington ist tot

Der Sänger von Linkin Park, Chester Bennington, hat sich offenbar erhängt. Bennington hatte in der Vergangenheit offen über Depressionen und Suchtprobleme gesprochen. Freunde und Bekannte reagieren schockiert.

Der Sänger der Rockband Linkin Park, Chester Bennington, ist tot. Der Todesfall werde "wie ein möglicher Suizid behandelt", sagte der zuständige Rechtsmediziner in Los Angeles. Bennington starb im Alter von 41 Jahren. Er wurde kurz nach 9 Uhr Ortszeit erhängt in seinem Haus nahe Los Angeles gefunden. Der Musiker hinterlässt sechs Kinder von zwei Frauen.

Bennington hatte in der Vergangenheit offen über Depressionen und Suchtprobleme gesprochen. Vor einigen Jahren machte er öffentlich, dass er während seiner Kindheit von einem Freund seiner Eltern vergewaltigt wurde. Als Bennington elf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Bennington begann Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen. Laut dem Portal TMZ sprach er in der Vergangenheit davon, dass er über Selbstmord nachgedacht habe. Seine Wut drückte der Sänger oft in den Stücken von Linkin Park aus: Benningtons raue Stimme war ein Markenzeichen der Band.

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Erst in diesem Jahr hatten Linkin Park ihr neues Album "One More Light" auf den Markt gebracht. Außerdem stand eine Tour an - in einer Woche sollte das erste Konzert im US-Bundestaat Massachusetts stattfinden. Kurz bevor der Tod von Bennington bekannt wurde, veröffentlichte die Band ein neues Video, das die Band bei Auftritten und im Studio zeigt.

International bekannt wurde Bennington mit Linkin Park im Jahr 2000 mit dem Album "Hybrid Theory".  Es wurde über zehn Millionen Mal verkauft. Linkin Park hatte mehrere Hits, darunter die Lieder "Faint" und "In the End". In Deutschland schaffte es die US-Band mehrfach in die Top Ten, unter anderem mit dem Stück "Numb/Encore", das Linkin Park gemeinsam mit dem US-Rapper Jay-Z aufnahm. Außerdem war Bennington bis 2015 Leadsänger der Stone Temple Pilots. Linkin Park war einer der prominentesten Vertreter des so genannten Nu Metal - in dem Musikstil werden harte Metal-Riffs durch weiche Melodien ergänzt.

Erst vor zwei Monaten hatte sich Chris Cornell, ein Freund von Bennington, das Leben genommen. Bei einer Trauerfeier für Cornell hatte Bennington "Hallelujah" von Leonard Cohen gesungen. Cornell wäre an diesem Donnerstag 53 Jahre alt geworden.

"Geschockt und untröstlich"

Nach Bekanntwerden seines Todes gab es schnell erste Reaktionen. Sein Bandkollege Mike Shinoda äußerte sich bei Twitter: "Geschockt und untröstlich, aber es ist wahr." Eine offzielle Stellungnahme werde möglichst bald veröffentlicht, schrieb Shinoda. Fans reagierten im Netz mit Trauer und Fassungslosigkeit.

Die Mitglieder der Band One Republic schrieben, es breche ihnen das Herz. Selbstmord sei der Teufel, der auf Erden unter uns wandele. Der US-Moderator Jimmy Kimmel sagte, "Chester war einer nettesten Menschen, die in meiner Show waren." Die Komponistin Diane Warren twitterte: "Bitte wendet euch an jemanden. Es gibt immer Hilfe, auch wenn ihr das nicht glaubt. RIP Chester Bennington".

Rat und Nothilfe

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

 

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa

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