Unterhaltung

"Game of Thrones"-Star in Panik "Marilyn Manson jagte mich mit einer Axt"

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Entkam Manson laut eigener Darstellung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion: Esmé Bianco.

(Foto: imago images / Future Image)

Immer mehr Frauen wagen sich mit Horrorstorys über ihre angeblichen Erfahrungen mit Marilyn Manson an die Öffentlichkeit. So auch Esmé Bianco. Die "Game of Thrones"-Darstellerin behauptet, von dem Musiker eingesperrt, ausgepeitscht und mit einer Axt gejagt worden zu sein.

Seitdem Evan Rachel Wood ihren Ex-Verlobten Marilyn Manson als ihren mutmaßlichen Vergewaltiger outete, bezichtigen immer mehr Frauen den Schockrocker des psychischen und körperlichen Missbrauchs. So auch Esmé Bianco. Die "Game of Thrones"-Schauspielerin war von 2009 bis 2011 mit Manson in einer Beziehung. In dieser Zeit soll er die 38-Jährige teilweise "wie eine Gefangene gehalten" haben, wie sie nun verrät.

Sie habe den Musiker 2005 durch dessen Ex-Frau Dita van Teese kennengelernt, sagte Bianco der US-Seite "The Cut". Beide hätten damals gemeinsam als Burlesque-Tänzerinnen gearbeitet. Nach der Trennung von Manson und van Teese sei sie mit dem Musiker in Kontakt geblieben. 2009 habe er die damals 26-Jährige angeschrieben und gefragt, ob sie in seinem Musikvideo zum Song "I Want To Kill You Like They Do in The Movies" mitwirken wolle.

In E-Mails, die von "The Cut" verifiziert werden konnten, erklärte Manson der jungen Britin die Prämisse des Videos, in dem er sie "entführen" würde. "Ich brauche ein Opfer / eine Liebhaberin", schrieb er. "Du musst so tun, als ob es dir gefällt, von mir misshandelt zu werden. Sorry." Bianco stimmte zu. Sie flog von London nach Los Angeles zu dem Musiker und konsumierte dort nach eigenen Angaben drei Tage nichts anderes als Kokain. Er habe sie mit Kabeln gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt, bevor er ihr vibrierendes Sexspielzeug in die Wunden gedrückt habe.

Koks und Absinth zum Frühstück

Zwar sei sie verängstigt gewesen, erklärt Bianco. Doch sie habe Mansons Verhalten gerechtfertigt, indem sie sich eingeredet habe, dass sie gemeinsam "großartige Kunst machen". Das Musikvideo wurde nie veröffentlicht. Laut Bianco weigerte sich Manson, ihr das Filmmaterial zu zeigen. Der Sänger hat sich bislang zu keiner der Anschuldigungen seiner Ex-Freundin geäußert.

Kurz darauf drehte Bianco die erste Staffel der Hitserie "Game of Thrones", in der sie eine Prostituierte spielte. Zur gleichen Zeit habe sie bereits eine Fernbeziehung mit Manson gehabt, der sie immer seine "Seelenverwandte" genannt habe, so die Schauspielerin. Ihre regelmäßigen Besuche in Los Angeles hätten oft damit geendet, dass sie voller Blutergüsse gewesen sei, sagt sie "The Cut" weiter. Der heute 52-Jährige habe sie beim Sex ohne Zustimmung gebissen. Sie habe zu der Zeit viel getrunken und auch ihrem Freund jeden Tag zum Frühstück Koks und Absinth ans Bett gebracht.

Ab da habe der Missbrauch und die öffentliche Demütigung zugenommen. Vor seiner Crew habe Manson häufig ihre Sexszenen aus der Pilotfolge von "Game of Thrones" auf einem Projektor gezeigt. Ein anonymer Zeuge bestätigte "The Cut", dass Manson den Anwesenden damals sagte: "Das ist meine Freundin, sie ist eine Hure. Seht mal, ihre Titten hängen raus!" Mansons Weggefährten hätten zudem immer wieder Wunden und Blutergüsse an Biancos Körper beobachtet.

Ex-Assistentin kann Axt-Vorfall bezeugen

Eine ihrer schlimmsten Erinnerungen sei, wie Manson ihren Oberkörper wiederholt mit einem Messer geschnitten habe, sagt Bianco. "Ich erinnere mich nur daran, dass ich dort gelegen und nicht dagegen gekämpft habe", erklärt sie. "Es war eine Art Moment, in dem ich jeglichen Sinn für Hoffnung und Sicherheit verloren hatte." Seinen Bandkollegen und seiner persönlichen Assistentin Ashley Walters habe der Sänger Nachrichten mit Fotos der Schnitte geschickt mit der Betreffzeile: "Seht ihr, was passiert?"

Auch Walters wirft dem Musiker vor, sie während ihrer kurzen Beziehung wiederholt missbraucht zu haben. Gegenüber "The Cut" bestätigte sie die Echtheit der Manson zugeschriebenen Nachrichten. Außerdem bezeugt Walters als ehemalige Assistentin des Musikers einen weiteren von Bianco geschilderten Vorfall: So soll die Britin im Mai 2011 von Manson mit einer Axt durch seine Wohnung gejagt worden sein. Kurz darauf verließ die Schauspielerin ihn in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Zwei Jahre später habe sie ihn noch einmal gesehen. Damals habe er sie über mehrere Stunden in seinem Tourbus eingesperrt. Auch daran erinnert sich Walters.

Anfang 2019 teilte Bianco zwei Bilder auf ihrem Instagram-Account. Auf dem ersten ist ein von Striemen übersäter Rücken zu sehen. Das zweite ist ein älteres Polaroidfoto, auf dem sie in die Kamera strahlt. Zu den Aufnahmen schrieb sie: "Das ist mein Rücken. Die Verletzungen, die ihr seht, sind echt. Die Peitschenhiebe, die mir diese Wunden verursachten, wurden im Namen der 'Kunst' gefilmt. Ich habe dieses Foto immer mit Stolz angesehen, weil ich dachte, es sei ein Zeichen großer Hingabe an meinen Täter. Jetzt sehe ich es mit Entsetzen an."

#IAmNotOk

Obwohl seitdem viele Jahre vergangen seien, habe sie nachts noch immer Panikattacken und posttraumatische Belastungsstörungen, erklärt Bianco in dem Post. "Ich bin eine Überlebende häuslicher Gewalt." Dahinter setzte sie den Hashtag "IAmNotOk". Zu dem Polaroidfoto schrieb sie, das Foto sei vor vielen Jahren an ihrem Geburtstag entstanden. "In der Nacht davor war ich allein im Schlafzimmer eingesperrt und hatte nicht geschlafen. Ich überlebte mit sehr wenig Essen und war körperlich und geistig erschöpft - ich durfte oft nicht schlafen. Auf diesem Foto gibt mir mein Freund mein Geburtstagsgeschenk."

Trotz ihres strahlenden Lächelns könne sie "die Leere und Angst in meinen Augen sehen", erklärt Bianco. Wer der besagte Freund ist, ist auf dem Ausschnitt des Fotos nicht zu erkennen. In dem Bericht von "The Cut" ist die Aufnahme jedoch vollständig zu sehen. Links von dem strahlenden Mädchen sitzt Marilyn Manson, der ihr etwas überreicht, das aussieht wie ein abgerissenes Blatt Papier mit einem Foto und Text.

Frustriert von der Tatsache, dass sie keine Anklage gegen Manson erheben konnten, weil die mutmaßlichen Vorfälle schon älter als drei Jahre waren, schlossen sich Esmé Bianco und Evan Rachel Wood 2019 zusammen. Gemeinsam setzten sie sich für eine Verlängerung der kalifornischen Verjährungsfrist für die Meldung von Straftaten häuslicher Gewalt ein. Das sogenannte Phoenix-Gesetz, mit dem die Frist von drei auf fünf Jahre verlängert wurde, trat 2020 in Kraft.

Quelle: ntv.de, lri

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