Trotz Erkrankung von Mette-MaritMarius Borg Høiby bleibt in Haft

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ist schwer krank. Nun steht fest: Ihr soll eine neue Lunge transplantiert werden. Ihr Sohn Marius Borg Høiby beantragt deshalb erneut, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden - erfolglos.
Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, kommt nicht aus der Untersuchungshaft frei. Wie die norwegische Zeitung "Aftenposten" berichtet, lehnte ein Gericht in Oslo seinen Antrag auf Entlassung ab.
Høiby hatte wegen der schweren Erkrankung seiner Mutter beantragt, aus der U-Haft freizukommen. Alternativ wollte er die Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel auf Skaugum verbringen, dem Wohnsitz des Kronprinzenpaares.
Nach Angaben des Blattes begründete das Gericht die Entscheidung mit einer weiterhin bestehenden Wiederholungsgefahr. Der Richter habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass diese Gefahr geringer geworden sei.
Bereits vor rund einem Monat hatte Høiby mit einem Antrag auf Entlassung beziehungsweise elektronische Kontrolle keinen Erfolg gehabt. Damals wiesen sowohl das Bezirksgericht als auch das Berufungsgericht den Antrag zurück, der Oberste Gerichtshof lehnte eine weitere Beschwerde ab.
In 40 Punkten angeklagt
Diesmal argumentierte Høibys Verteidigung mit dem Gesundheitszustand der Kronprinzessin. Mette-Marit war am Freitag auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt worden. Die 52-Jährige leidet seit Jahren an Lungenfibrose. Laut Palast ist es ihr bis zur Operation nicht möglich, wie gewohnt zu arbeiten oder offizielle Termine wahrzunehmen.
Am Sonntag hatten Mette-Marit und Kronprinz Haakon Høiby kurz im Osloer Gefängnis besucht. Laut der Boulevard-Zeitung "Verdens Gang" war dies der erste öffentlich bekannte Besuch der Kronprinzessin bei ihrem Sohn, seit bekannt wurde, dass sie auf der Transplantationsliste steht.
Am Montag durfte Høiby zudem für einige Stunden die Untersuchungshaft verlassen. Dem Blatt zufolge erhielt er eine sogenannte Ausführung, um an einem Orientierungsgespräch über den Gesundheitszustand seiner Mutter teilzunehmen.
Høiby sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Nach Angaben norwegischer Medien ist er in einem umfangreichen Strafverfahren wegen insgesamt 40 Punkten angeklagt. Dazu zählen unter anderem schwere Vorwürfe wie Sexualdelikte, Gewalt in engen Beziehungen und Verstöße gegen ein Kontaktverbot. Einige Vorwürfe hat Høiby eingeräumt, andere weist er zurück. Die Urteilsverkündung gegen den 29-Jährigen wird für den 15. Juni erwartet.