Keine Berufung des StaatsanwaltsMarius Borg Høiby kommt mit Fußfessel aus dem Knast

Just an dem Tag, an dem seine Mutter Mette-Marit das Krankenhaus nach ihrer Lungentransplantation verlässt, steht fest, dass auch Marius Borg Høiby aus dem Knast kommt. In Haft bleibt er trotzdem. Die darf er jetzt aber vorerst mit einer Fußfessel absitzen.
Marius Borg Høiby darf seine Untersuchungshaft in den nächsten Wochen zu Hause verbringen. Die Osloer Staatsanwaltschaft verzichtet darauf, gegen einen entsprechenden Beschluss des Bezirksgerichts Berufung einzulegen. Das teilte der Polizeibezirk Oslo mit, wie die norwegische Zeitung "VG" berichtet. "Das bedeutet, dass der Beschuldigte heute in Haft mit elektronischer Überwachung überführt wird", erklärte Polizeianwältin Oda Karterud demnach am Dienstag.
Das Bezirksgericht Oslo hatte am Montag entschieden, dass Høiby vier Wochen lang mit einer elektronischen Fußfessel auf dem Anwesen Skaugum in Untersuchungshaft bleiben darf. Die Staatsanwaltschaft hatte bis Dienstag um 12 Uhr Zeit, gegen den Beschluss Berufung einzulegen.
Es sei eine vernünftige Entscheidung, erklärte Verteidiger Petar Sekulić. "Etwas anderes wäre überraschend gewesen", teilte er "VG" mit. Außerdem betonte er: "Høiby ist froh, dass er endlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, insbesondere angesichts seiner familiären Situation."
Strenge Bedingungen
Der Zeitpunkt fällt mit einer weiteren Nachricht aus dem Königshaus zusammen. Am Dienstagvormittag hatte der Palast bekannt gegeben, dass Kronprinzessin Mette-Marit nach ihrer Lungentransplantation aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Mutter und Sohn kehren damit am selben Tag nach Hause zurück.
Wie sehr ihn die Trennung von der Familie zuletzt belastet hatte, schilderte Høiby in der Gerichtsverhandlung am Montag. "Es ist unglaublich schwierig, sie bei ihrer Rehabilitation nicht unterstützen zu können", sagte er laut "VG" mit Blick auf seine Mutter.
Die Staatsanwaltschaft knüpft den Hausarrest an strikte Bedingungen. Høiby muss auf jeglichen Konsum von Rauschmitteln verzichten, die Kriminalfürsorge führt regelmäßige Drogentests durch. Zusätzlich soll er ein Betreuungsangebot der Polizeieinheit RISK wahrnehmen, die sich mit Gewalt in nahen Beziehungen befasst. Der Start ist noch für diese Woche geplant.
Høiby, der aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit stammt, sitzt seit dem 2. Februar in Untersuchungshaft, einen Tag bevor er sich vor dem Osloer Bezirksgericht wegen zahlreicher schwerer Straftaten verantworten musste. Das Bezirksgericht Oslo verurteilte ihn am 15. Juni unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen, Körperverletzung und Misshandlung in einer engen Beziehung zu vier Jahren Haft. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen. Da Høiby Teile des Urteils angefochten hat, ist es noch nicht rechtskräftig. Seit der Verkündung sitzt er im Gefängnis Ila in Bærum.