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Plädoyer der StaatsanwaltschaftMarius Borg Høiby "nimmt sich, was er will"

16.03.2026, 16:11 Uhr
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Wie der Gerichtszeichner Marius Borg Høiby sieht. (Foto: picture alliance / NTB)

Im Osloer Prozess gegen Marius Borg Høiby wegen vierfacher Vergewaltigung geht es jetzt um das Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft zeichnet in ihrem Plädoyer ein düsteres Bild des Sohns von Mette-Marit.

Kein "Monster", aber ein eifersüchtiger Mann, der Frauen wenig respektiert und besonders im Rausch außer Kontrolle gerät: So hat Staatsanwalt Sturla Henriksbø den Sohn der norwegischen Kronprinzessin in seinem Plädoyer im Prozess gegen Marius Borg Høiby beschrieben. "Wir haben einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will, und nicht unbedingt darauf bedacht ist, bei einer After-Party bei dem Mädchen, das auf seinem Schoß sitzt, nachzufragen, ob es ihr recht ist, dass er sie berührt", resümierte Henriksbø nach sechs Verhandlungswochen laut der Zeitung "Verdens Gang".

Ebenso scheine Høiby nicht besonders interessiert daran zu sein, sich dazu zu erklären, ob Frauen es "in Ordnung finden, dass er noch einmal Sex mit ihnen hat, nachdem sie eingeschlafen sind". Der 29-Jährige ist unter anderem in vier Fällen von Vergewaltigung nach norwegischem Recht angeklagt. In allen Fällen sollen die Frauen während der Tat geschlafen beziehungsweise ein Blackout gehabt haben. Høiby soll sie dabei gefilmt haben. Die Foto- und Videoaufnahmen von dessen Handy spielten im Prozess eine wichtige Rolle. Außerdem haben seit Anfang Februar laut der Nachrichtenagentur NTB 70 Zeugen ausgesagt. Mehr als 800 Seiten SMS wurden vorgelesen.

Ausraster, Geschrei, Würgegriffe

Høiby habe nicht nur mangelnden Respekt für Normen und Regeln gezeigt, sondern auch, dass er in Beziehungen unterschiedliche Maßstäbe für sich selbst und andere anlege, sagte Henriksbø laut "Verdens Gang".

Der Staatsanwalt sprach von dem Angeklagten als "Mann mit einem Aggressionsproblem": "Er kann die Beherrschung verlieren, ausrasten, schreien. Handys und Messer werfen. Löcher in die Wand hauen." Auch die Vorwürfe, dass Høiby Frauen in Beziehungen gewürgt, geschlagen und angespuckt haben soll, brachte Henriksbø demnach in seinem Plädoyer zur Sprache.

Zwischendurch habe der 29-Jährige im Prozess seine Aussagen an die Beweislage angepasst, so der Staatsanwalt laut "Verdens Gang". Oft gab der "Bonus-Prinz", wie Kronprinz Haakons Stiefsohn in Norwegen genannt wird, an, sich nicht mehr erinnern zu können. Seine mutmaßlichen Opfer hätten dagegen in ihren Aussagen glaubwürdig gewirkt, meinte Henriksbø. Die meisten von ihnen scheuten die Öffentlichkeit. Der Auftritt vor Gericht sei ihnen sehr unangenehm gewesen - sie hätten keinen Grund zu lügen.

"Marius Borg Høiby ist kein Monster"

"Marius Borg Høiby ist kein Monster", sagte Henriksbø. Er sei ein Mensch wie jeder andere. Damit reagierte der Staatsanwalt auf Høibys eigene Aussage am Freitag, in der er sich als Monster in der öffentlichen Wahrnehmung und "Hassobjekt von ganz Norwegen" bezeichnet hatte. Der Angeklagte dürfe nicht danach beurteilt werden, wer er sei, sondern was er getan habe, so der Staatsanwalt. Am morgigen Dienstag wolle Henriksbø sein Plädoyer fortsetzen - und erklären, welches Strafmaß er für Mette-Marits ältesten Sohn fordert.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

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