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"Solange die Kasse klingelt" Mehr Mitleid mit Influencern?

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Fiona Erdmann setzt sich für Influencer ein.

(Foto: imago/Future Image)

Fiona Erdmann hat die Nase voll - oder eher den Mund. Denn in den hat sie sich zu Fotozwecken mal eben ein paar Scheine gestopft. Auf Instagram will das Fitness-Model auf ein Problem aufmerksam machen, das so ziemlich allen Influencern bekannt sein dürfte.

Eine Online-Demonstration soll es sein. Unter dem Hashtag #freedomoftagging, also Freiheit des Markierens, weist Fiona Erdmann auf ein Problem hin, mit dem sich vor allem diejenigen herumschlagen müssen, die mit ihrem Social-Media-Auftritt Geld verdienen: Influencer.

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Nun sind Influencer ja in der Vergangenheit gern mal zu Witzfiguren gemacht, irgendwie beneidet, vor allem aber verlacht worden. Es ist jedoch nicht in Abrede zu stellen, dass viele von ihnen mittlerweile nicht nur eine gesteigerte Prominenz besitzen, sondern auch für Firmen ein wichtiger Partner geworden sind. Sie machen Werbung mit persönlichem Anstrich - da ist grundsätzlich erst einmal nichts Falsches dran zu finden.

Was ist Werbung und was nicht?

Bereits seit einiger Zeit versehen Influencer alle möglichen Postings mit den Wörtern Anzeige oder Werbung - auch wenn es sich zum Beispiel gar nicht um eine bezahlte Kooperation mit einem Unternehmen handelt, sondern lediglich angezeigt wird, welche Marken die Person trägt, in welchem Restaurant sie gerade speist oder mit welchen Freunden und Bekannten sie sich trifft. Offenbar besteht Unklarheit darüber, was genau nun Werbung ist und was nicht.

Viele Online-Berühmtheiten sind abgemahnt worden. Cathy Hummels zog deswegen bereits vor Gericht. Nun will sich auch die 30-jährige Erdmann gegen das Vorgehen des Verbandes Sozialer Wettbewerb (VSW) wehren, der für die Abmahnwelle verantwortlich ist.

Der Verband bekomme den Mund nicht voll genug, schreibt Erdmann in einem langen Instagram-Post. Er mahne fleißig alles ab, was ihm in den Weg komme. "Nicht, um Menschen, die absichtlich eine Rechtsverletzung begangen haben, zu rügen, nein, anscheinend nur, um ihren eigenen Benefit daraus zu schlagen." Aus ihrer Sicht ergebe diese Vorgehensweise keinen Sinn, so Erdmann weiter. "Aber ich denke, dass es ihnen völlig egal ist, solange die Kasse klingelt."

"Schamlos ausgenutzt"

Erdmann gibt an, vor eineinhalb Jahren die erste Abmahnung bekommen zu haben. Sie sei aufgefordert worden, auf Instagram nicht länger im geschäftlichen Sinne Werbung zu betreiben, ohne dies als Reklame zu kennzeichnen. Grundsätzlich habe sie nichts dagegen, so Erdmann. Allerdings würde undifferenziert abgemahnt.

Die erste Unterlassungserklärung habe sie unterschrieben. Eine weitere Abmahnung habe sie dann jedoch für ein Foto bekommen, für das man sie gar nicht bezahlt habe.

"Ich habe ein Foto gemacht, das nur für mich und meinen Instagram-Account war", gab Erdmann gegenüber der "Bild"-Zeitung an. "Da hatte ich das, was ich anhatte, die Fotografin und das Fitnessstudio getaggt. Das hat der Verband Sozialer Wettbewerb aber als Werbung angesehen." Erdmann fordert deswegen rechtliche Klarheit für Influencer. Es gebe Leitfäden und Gesetze, aber die aktuelle Lage werde "schamlos ausgenutzt". Bleibt abzuwarten, ob andere prominente Online-Gesichter Erdmann beipflichten.

Quelle: n-tv.de, ame