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Historischer MomentMette-Marit besucht ihren Sohn im Gefängnis

06.02.2026, 16:25 Uhr
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Kronprinzessin Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby steht aktuell unter anderem wegen Vergewaltigung vor Gericht. (Foto: picture alliance / Royal Press Europe)

Kronprinzessin Mette-Marit und ihr Mann Haakon haben Marius Borg Høiby im Gefängnis besucht. Es ist das erste Mal, dass Mitglieder der norwegischen Königsfamilie aus privaten Gründen ein Gefängnis betreten.

Am Donnerstagabend fuhr ein dunkler BMW durch das Tor des Osloer Gefängnisses. Auf der Rückbank: Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon. Sie besuchten Marius Borg Høiby, Mette-Marits ältesten Sohn aus einer früheren Beziehung. Der 29-Jährige sitzt seit vergangenem Wochenende erneut in Untersuchungshaft. Høiby muss sich seit dem 3. Februar wegen 38 Straftaten vor Gericht verantworten, darunter vier Fälle von mutmaßlicher Vergewaltigung.

Fotos der norwegischen Zeitschrift "Se og Hør" dokumentieren die Ankunft des Prinzenpaares im Gefängnis um 19.29 Uhr. Eine Stunde später verließ der Wagen das Gefängnisgelände wieder.

Dieser Besuch gilt schon jetzt als historisch. Noch nie zuvor hat ein Mitglied der norwegischen Königsfamilie aus privaten Gründen ein Gefängnis betreten. Ein beispielloser Schritt, der die außergewöhnliche und belastende Situation der Kronprinzenfamilie deutlich macht.

Tränen vor Gericht

Marius Borg Høiby hatte diese Woche erstmals auch selbst vor Gericht ausgesagt. Der 29-Jährige wurde von einem Staatsanwalt zu seinem Privatleben, seinem Drogenkonsum und auch zu sexuellen Vorlieben befragt, wie norwegische Medien berichteten. Fotos dürfen vor, nach oder während der Gerichtstermine nicht von Mette-Marits ältestem Sohn geschossen werden.

"Ich finde es unglaublich schwierig, vor so vielen Menschen zu sprechen", begann Høiby am Mittwoch um 12.45 Uhr seine erste Aussage vor Gericht. Unter Tränen fuhr er laut der norwegischen Zeitung "Verdens Gang" mit seiner Aussage fort: "Ich werde seit meinem dritten Lebensjahr von der Presse verfolgt, schikaniert und gequält. Dass sie (die Medienvertreter) nun in diesem Gerichtssaal sitzen müssen, finde ich absolut entsetzlich."

Er sei nur dafür bekannt gewesen, der Sohn seiner Mutter zu sein, klagte Høiby weiter. Was für ein Leben er führe, könne sich niemand vorstellen. Deswegen habe er ein "extremes Bedürfnis nach Anerkennung" entwickelt, was sich in Alkoholmissbrauch, Sex und exzessivem Feiern niedergeschlagen habe. Nun säße er allein in seiner Zelle und "denke und denke".

Mette-Marits Sohn war am vergangenen Wochenende zum vierten Mal festgenommen worden, weil er am Tag vor dem Prozessstart eine Freundin mit dem Messer bedroht haben soll. Der Richter ordnete daraufhin vier Wochen Untersuchungshaft an. Høiby droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Mette-Marit wegen Epstein unter Druck

Am zweiten Verhandlungstag hatte eines seiner mutmaßlichen Opfer ausgesagt. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin soll die Frau während einer Party in der Residenz von Norwegens Kronprinzenpaar sexuell berührt haben und mit dem Finger in sie eingedrungen sein, während sie schlief. Außerdem soll er die Frau dabei gefilmt haben. Der 29-Jährige ist deshalb nach norwegischem Recht wegen Vergewaltigung angeklagt - in diesem und drei weiteren Fällen. Laut der norwegischen Nachrichtenagentur NTB sprach die Frau bei ihrer Aussage von "Verrat und Schock": "Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte."

Am dritten Prozesstag am Donnerstag musste Høiby unter anderem erklären, wieso er noch vor der Anklage seinen Namen im Zusammenhang mit dem Stichwort "Vergewaltigung" gegoogelt hatte. Der Angeklagte wird sich am 10. Februar wieder äußern, der gesamte Prozess ist auf sieben Wochen angelegt.

Mette-Marit teilte derweil mit, eine geplante private Reise ins Ausland verschoben zu haben. Eigentlich hatte sie vorgehabt, zum Auftakt des Prozesses zu verreisen. Die 52-Jährige steht seit Tagen massiv unter Druck, nachdem am Freitag mehrere Epstein-Dokumente veröffentlicht worden waren, in denen sie erwähnt wird. Dafür entschuldigte sich die Kronprinzessin nun in einem offiziellen Statement öffentlich. Auch Norwegens Kronprinz Haakon will nicht zur Verhandlung gegen seinen Stiefsohn kommen.

Quelle: ntv.de, csp/spot

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