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Widersprüchliche DarstellungenMette-Marit verliert weiter an Glaubwürdigkeit

12.02.2026, 11:45 Uhr
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Immer mehr Organisationen wenden sich von ihr ab: Kronprinzessin Mette-Marit. (Foto: picture alliance / Royal Press Europe)

Im norwegischen Königshaus kehrt einfach keine Ruhe ein. Zwar zeigt Kronprinzessin Mette-Marit öffentlich Reue für ihre Verbindung zu Jeffrey Epstein, doch tauchen nun neue Vorwürfe auf, die sie in der Gunst der Bevölkerung wohl weiter sinken lassen.

Zwar hat sich Kronprinzessin Mette-Marit schon öffentlich für ihre freundschaftliche Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt, doch ein parallel verschicktes Schreiben wirft jetzt neue Fragen auf und belastet ihr Ansehen zusätzlich.

Am 6. Februar 2026 veröffentlichte das norwegische Königshaus eine Erklärung, in der die heute 52-jährige Kronprinzessin ihre Verbindung zu Epstein, der 2019 im Alter von 66 Jahren im Gefängnis starb, tief bedauert. Besonders auffällig war ihre ausdrücklich an König Harald und Königin Sonja, beide 88 Jahre alt, gerichtete Bitte um Vergebung. Sie würde die Situation, "in die ich das Königshaus gebracht habe", zutiefst bedauern, hieß es.

Kurz darauf bröckelt das Bild der Thronfolgerin nun aber weiter. Neu aufgetauchte Dokumente aus den Epstein-Akten zeichnen ein Bild, das sich wohl nicht allein mit einer lapidaren Entschuldigung beiseiteschieben lässt. Zeitgleich zur offiziellen Stellungnahme wurde ein Schreiben an jene Organisationen versandt, über die Mette-Marit seit vielen Jahren die Schirmherrschaft hat. Darin betont sie, keine Kenntnis vom "Ausmaß und der Art der Straftaten" gehabt zu haben, für die Epstein verurteilt wurde. Außerdem versichert sie, wie wichtig ihr die Arbeit der Einrichtungen sei und dass sie die heftigen Reaktionen nachvollziehen könne. Doch dieser Versuch der Schadensbegrenzung steht im Widerspruch zu nun bekannten E-Mails, wie die norwegische Zeitung "VG" berichtet.

"Ich bin eher der emotionale Typ"

Eine besonders brisante Nachricht stammt vom 23. Oktober 2011. Darin schreibt Mette-Marit an Epstein: "Ich habe dich nach der letzten E-Mail gegoogelt. Stimme zu, sieht nicht besonders gut aus." Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits erste öffentliche Berichte über Opfer vor, darunter die Aussagen von Virginia Giuffre gegenüber der "Daily Mail". Dennoch suchte die Ehefrau von Kronprinz Haakon weiterhin den Kontakt zu Epstein. In derselben E-Mail formulierte sie beinahe spielerisch: "Ich bin eher der emotionale Typ. Versuche, mit deinem Bauchgefühl zu lesen, nicht mit deinem Verstand." Ein Tonfall, der rückblickend kaum mit der Schwere der Vorwürfe gegen Epstein vereinbar ist und ihrer Behauptung, von allem nichts gewusst zu haben, widerspricht.

Die Folgen für Mette-Marits öffentliches Engagement sind gravierend. Die Organisation "Sex og Samfunn", die sich für Betroffene sexualisierter Gewalt einsetzt, hat die Zusammenarbeit bereits beendet. Nun pausiert auch der Rat für psychische Gesundheit, mit dem die Kronprinzessin seit über zwei Jahrzehnten verbunden ist, die Kooperation. Man habe ihr Zeit eingeräumt, da sie sich "in einer schwierigen Situation" befinde, heißt es. Weitere Schirmherrschaften fordern jedoch klare Antworten: Der norwegische Rheumaverein und das Theaterfestival "Fossefestivalen" wollen zusätzliche Informationen, ehe sie entscheiden, ob es mit ihnen und Mette-Marit weitergeht.

Zwar hatte die Kronprinzessin zuvor eingeräumt, dass manche ihrer Nachrichten nicht dem Menschen entsprächen, der sie "sein möchte". Gleichzeitig erklärte sie aber, derzeit nicht in der Lage zu sein, ausführlicher Stellung zu nehmen. In einer Phase, in der Offenheit gefordert wäre, verweist sie auf ihre Belastung - ein Schritt, der den öffentlichen Druck eher erhöht als mindert. Dass ihr Sohn Marius Borg Høiby derzeit gerade wegen mutmaßlicher Vergewaltigung vor Gericht steht, erhöht diesen Druck noch zusätzlich.

Quelle: ntv.de, nan

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