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Im Urlaub mit Kronprinz HaakonMarius Borg Høiby soll Tinder-Date vergewaltigt haben

10.02.2026, 16:30 Uhr
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Marius Borg Høiby und Kronprinz Haakon (hier auf einem Archivbild) waren 2023 gemeinsam auf den Lofoten. (Foto: IMAGO/Bestimage)

Während eines Urlaubs mit seinem Stiefvater Kronprinz Haakon soll Marius Borg Høiby eine Frau vergewaltigt haben. Das mutmaßliche Opfer soll Kronprinzessin Mette-Marits Sohn auf Tinder kennengelernt haben.

Im Gerichtssaal 250 in Oslo geht es am Dienstag um den schwersten der Vorwürfe im Prozess gegen Marius Borg Høiby: Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit soll im Oktober 2023 eine Frau vergewaltigt haben, während das mutmaßliche Opfer schlief. Außerdem soll er knapp fünf Sekunden lang ihren nackten Unterleib gefilmt haben.

Bei einem Surfurlaub auf der norwegischen Inselgruppe Lofoten hatten sich die beiden auf der Dating-App Tinder kennengelernt. Einen Screenshot von dem Match mit Høiby schickte die Frau einer Freundin, wie norwegische Medien berichteten. Aus Spaß habe sie so etwas geschrieben wie "Jetzt werde ich endlich ein C-Promi". Doch was als Date begann, endet nun in einem Vergewaltigungs-Prozess - mit Mette-Marits Sohn auf der Anklagebank.

Vor Gericht sagt das mutmaßliche Opfer laut der Zeitung "Verdens Gang" aus, bei dem Match mit Høiby habe dessen Bekanntheit kaum eine Rolle gespielt - für sie und ihre Freundinnen sei es aufregender gewesen, dass Kronprinz Haakon seinen Stiefsohn bei dem Trip auf die Lofoten begleitet habe. Der heute 29-jährige Angeklagte und die Frau sollen erst mit anderen einen Filmabend besucht und dann in einer Gruppe gefeiert haben, bevor sie sich in ein Zimmer der Wohnung zurückzogen, die sie sich mit Freunden geteilt hatte.

Dort hätten die beiden zunächst mehr als einmal einvernehmlichen Sex gehabt, sagt die Frau laut "Verdens Gang" aus. Høiby habe zwischendurch mehrfach den Raum verlassen und sie sei eingenickt, weil sie so müde gewesen sei. Einmal sei sie aufgewacht, als er das Zimmer wieder betreten habe - danach hätten sie erneut Sex gehabt.

Mutmaßliches Opfer war "wie gelähmt"

Einmal aber sei sie erst zu sich gekommen, als er schon in sie eingedrungen sei. "Ich erinnere mich, wie ich aufgewacht bin und einen kleinen Schock bekommen habe", schildert sie laut "Verdens Gang". "Danach lag ich einfach nur da und habe nichts getan. Ich war wie gelähmt und hatte die Augen geschlossen. Als ich wieder zu mir kam, war es vorbei."

Høiby bestreitet die Vergewaltigung - wie mehrere andere schwere Sexualstraftaten, die ihm in dem insgesamt 38 Anklagepunkte umfassenden Prozess vorgeworfen werden. Während der Staatsanwalt das mutmaßliche Opfer befragt, sitzt der 29-Jährige zwischen seinen Verteidigern, Petar Sekulic und Ellen Holager Andenæs. Ab und zu macht er sich Notizen in einem Block.

Dann ist die Verteidigung an der Reihe. Ellen Holager Andenæs zielt bei der Befragung des mutmaßlichen Opfers auf mögliche Unstimmigkeiten ab, die die Aussage der Frau betreffen: In einem ersten Gespräch mit der Polizei hatte sie den Vorfall zunächst selbst nicht als sexuellen Übergriff bewertet. Erst mit Hilfe der Person, die sie befragt habe, sei ihr klar geworden, dass sie Opfer einer Straftat geworden sei, so die Frau laut "Verdens Gang".

Høiby bestreitet Messer-Vorfall

Von der Anklagebank geht es für Marius Borg Høiby direkt zurück in die Untersuchungshaft. Dort sitzt der Norweger, nachdem er kurz vor Auftakt des Prozesses Anfang Februar erneut festgenommen worden war. Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben.

Diese Vorwürfe bestreitet Høiby laut der Nachrichtenagentur NTB. Er gehe gegen die U-Haft aber nicht in Berufung, weil er sich auf den laufenden Prozess konzentrieren wolle, sagt sein Anwalt. Ob die neuen Vorwürfe Teil der Verhandlung werden, ist noch unklar. Der Prozess wird noch bis mindestens Mitte März laufen.

Quelle: ntv.de, csp/dpa

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