Unterhaltung

Super Bowl unter südlicher Sonne Miami flippt aus - mit Parties, Promis, Prunk

imago46314821h.jpg

Der Super Bowl treibt Abertausende footballbegeisterte Menschen nach Miami.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Miami ist um diese Jahreszeit ein beliebtes Reiseziel. Momentan aber befinden sich noch rund 150.000 mehr Menschen in der Stadt als üblich. Denn in der "Magic City" wird der Super Bowl ausgetragen. Das Football-Finale ist jedoch weitaus mehr als nur ein Sportevent.

Miami ist derzeit eine Stadt der Gegensätze. Sie steht still - und vibriert zugleich. Auf vielen Straßen geht nichts mehr. Mehr als 150.000 Fans sind für den Super Bowl angereist, dem Finale der National Football League (NFL) zwischen den San Francisco 49ers und den Kansas City Chiefs. Dieser Ansturm bedeutet Staus, Sperrungen, Umleitungen. Und trotzdem gibt es kaum frustrierte Gesichter. Denn der Super Bowl ist längst nicht mehr nur ein Sportevent, sondern ein tagelanges Spektakel mit Parties, Promis und Prunk. Und wo feiert es sich um diese Jahreszeit besser als in Miami, wo die Temperaturen tagsüber beständig die 25 Grad-Marke erreichen und selbst nachts das Thermometer noch 15 Grad anzeigt.

imago46344072h.jpg

Für viele Fans wird die Woche bis zum Super Bowl zum Party-Marathon.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Aufgrund der Sonne und Strände ist die "Magic City" im Januar und Februar auch ohne den Super Bowl eines der beliebtesten Reiseziele Amerikas. Vor allem die sogenannten Snowbirds aus den nördlichen Regionen der USA kommen gerne nach Südflorida, um der Kälte, dem Frost und dem Schneematsch ihres Alltags zu entfliehen - und sei es nur für ein verlängertes Wochenende.

Gegensätze am South Beach

In Kansas City beispielsweise fielen am Montag weiße Flocken, als die Chiefs Richtung Südflorida abhoben. Ihre Anhänger folgten alsbald - und sorgten am berühmten South Beach für einige bizarre Szenen. Im Mekka der Outdoor-Aktivitäten trafen durchtrainierte, braun gebrannte Miamians auf eher rustikal gebaute und ziemlich bleiche Mitmenschen aus dem Mittleren Westen, die selbstsicher den Ocean Drive entlang stolzierten - und deren Haut bald so rot war wie ihre Trikots. Doch die Chiefs-Fans sind es gewohnt, zu leiden. Sie mussten schließlich ein halbes Jahrhundert auf eine Super Bowl-Teilnahme ihres Teams warten.

Zehn Jahre sind seit dem letzten Endspiel in Miami vergangen. Der Super Bowl wurde seit 2010 unter anderem in Indianapolis, New York/New Jersey und sogar Minneapolis ausgetragen, wo das Finale 2018 zwar in einem warmen Dome stattfand, außerhalb der Arena aber Temperaturen im zweistelligen Minusbereich gemessen wurden. Mit dem Austragungsort Miami kehrt der größte Wanderzirkus der Welt nun in seine inoffizielle Heimat zurück. Zum elften Mal wird hier der NFL-Champion gekürt, so häufig wie in keiner anderen US-Stadt. Und Liga-Boss Roger Goodell hat bereits angekündigt, dass man "auf jeden Fall wiederkommen" werde. Zumal das Stadion nach einem 665 Millionen Dollar teuren Facelifting modernsten Anforderungen entspricht.

Latino-Flair und karibische Küche

Es gibt noch weitere gute Gründe, den Super Bowl hier durchzuführen. Miami, das ist neben seinem Wetter vor allem Musik, Party, Spaß - und ganz viel lateinamerikanisches Flair. Nicht zufällig treten heute Nacht mit Shakira und Jennifer Lopez zwei Latino-Popstars in der Halbzeit-Show auf. Ob in den Hotel-Foyers oder den Bars und Restaurants der Lincoln Road, einer beliebten Fußgängerzone in Miami Beach - überall, sind Rumba-, Cha Cha Cha-, Salsa- oder Mambo-Klänge zu hören. Hinzu kommt der Duft der karibischen Küche - eine verführerische Melange.

bc20cbf7e1180f62be417da474b8365f.jpg

Shakira und J-Lo sollen in der Halbzeitshow für Latino-Vibes sorgen.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Die Finanz-Online-Plattform wallethub.com hat errechnet, dass Miami für Football-Fans weitaus attraktiver ist, als es die vergangenen Super Bowl-Gastgeber waren. So hatte Atlanta im Vorjahr 100.000 Besucher, Minneapolis (2018) 125.000 und Houston (2017) 140.000. In Miami sollen es derzeit mehr als 150.000 Anhänger sein. Sie lassen sich auch nicht von den exorbitanten Preisen abschrecken. Laut WalletHub gibt jeder Super Bowl-Tourist pro Tag 305 Dollar aus, der Durchschnittspreis für eine Hotelübernachtung an diesem Wochenende beträgt 500 Dollar, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Atlanta von 60 Prozent beträgt.

"Terroristische Gefährdung größte Sorge"

Luciana Pereira ist mit ihrer Familie extra aus Brasilien angereist und bereits zum zehnten Mal bei einem Super Bowl. Doch dieses Jahr sei es etwas ganz besonderes, betont sie gegenüber CNN. "Miami ist aufgrund des Wetters, der Farben und der Menschen einfach fröhlicher." Doch wo Menschenmassen sind, droht auch immer Gefahr. Aufgrund seiner geografischen Lage ist Miami ohnehin bereits ein Korridor für Drogen, Menschenhandel und gefälschte Markenware.

imago46367811h.jpg

Ein Großaufgebot der Polizei soll beim Super Bowl für die Sicherheit sorgen.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Durch den Super Bowl gilt die Stadt nun als mögliches Anschlagziel. "Eine terroristische Gefährdung ist unsere größte Sorge", sagt Grenzschutzbeamter Alejandro Rodriguez. Und deshalb sind Polizisten mit Schutzwesten und Spürhunden überall sichtbar. Die US-Küstenwache hat eine weiträumige Sicherheitszone eingerichtet. Im Hafen von Miami sowie vor dem Bayside, einem zweistöckigen Einkaufszentrum mit zahlreichen Restaurants, patrouillieren seit Tagen Boote der US Coast Guard. Der Luftraum wird mit Blackhawk-Helikoptern überwacht.

Auf die Fröhlichkeit, Feierlaune und Vorfreude der Einheimischen und ihrer Gäste hat das keinen Einfluss. In Downtown oder am South Beach drängen sie in die angesagten Klubs und Discotheken. Die Liste der Stars ist lang und legendär. DJ Khaled, Meek Mill, Snoop Dog, Maroon 5, Guns N' Roses, Tiesto, Pitbull, Lil Wayne, Post Malone, Black Eyed Peas, Lady Gaga, The Chainsmokers - alle sind hier. Miami feiert - sowohl das große Finale der National Football League, als natürlich auch sich selbst.

*Datenschutz

Wenn Sie sich weiter auf den Super Bowl LIV einstimmen und sich mit den San Francisco 49ers näher vertraut machen möchten, sei Ihnen der Text von Heiko Oldörp über Jimmy Garoppolo ans Herz gelegt. Der Quarterback soll das Team aus Kalifornien zum ersten Mal seit 25 Jahren zum Titel führen.

Quelle: ntv.de