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Erhebt schwere Vorwürfe gegenüber den Bossen in der Filmindustrie: Mira Sorvino.
Erhebt schwere Vorwürfe gegenüber den Bossen in der Filmindustrie: Mira Sorvino.(Foto: imago/Future Image)
Donnerstag, 12. Juli 2018

Mit einem Kondom geknebelt: Mira Sorvino schildert Misshandlung

Über ein dreiviertel Jahr ist vergangen, seit in Hollywood die "MeToo"-Debatte entflammt ist. Doch noch immer vergeht kaum ein Tag ohne neue Enthüllungen und Anschuldigungen. Jetzt schildert Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino einen weiteren krassen Vorfall.

Im Zuge der "MeToo"-Debatte haben viele Schauspielerinnen über sexuelle Belästigungen in Hollywood gesprochen. Nun berichtet auch Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino von einem Vorfall, der sich zu Beginn ihrer Karriere zugetragen haben soll.

In einem Interview mit dem Podcast "HFPA In Conversation" erklärt die 50-Jährige: "Als ich auf meine Karriere zurückblickte, erkannte ich, dass ich bei einem meiner allerersten Vorsprechen, damals war ich 16 Jahre alt, vom Casting Director völlig unangemessen behandelt wurde." Die Schauspielerin fährt fort: "Um mich für die Horrorfilmszene zu verängstigen, hat er mich an einen Stuhl gefesselt, mich am Arm verletzt - ich war 16 Jahre alt - und dann hat er mich geknebelt."

"Es war so unangebracht"

Weil sie für die Szene verängstigt wirken wollte, habe sie mitgespielt, erklärt Sorvino weiter. "Und am Ende nimmt er den Knebel aus meinem Mund und er sagt: 'Sorry für die Vorsichtsmaßnahme.' Er hatte mich mit einem Kondom geknebelt", so Sorvino.

Sie sei zu jung gewesen, um zu wissen, wie ein Kondom schmeckt, erläutert die Schauspielerin. "Es war so unangebracht - und was zum Teufel macht ein Casting Director bei einem Vorsprechen mit einem Kondom in der Tasche?"

Durch das Vorsprechen habe sie erfahren, wie das System funktioniere, sagt Sorvino: "Wenn man jung ist, stellt man nichts in Frage."

Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Sorvino feierte ihren Durchbruch 1995 in dem Film "Geliebte Aphrodite" von Regisseur Woody Allen, der ihr einen Oscar einbrachte. Zuletzt sah man sie häufig auch in Fernsehserien wie "Intruders" oder "Falling Skies".

Sorvino ist eine von zahlreichen Frauen, die auch den Filmproduzenten Harvey Weinstein beschuldigen, sie sexuell belästigt zu haben. "Der Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson berichtete, er habe Sorvino seinerzeit für den Cast seines Fantasy-Spektakels vorgesehen. Da Weinstein ihn jedoch davor gewarnt habe, die Zusammenarbeit mit der Schauspielerin sei ein "Albtraum", sei er von dem Plan wieder abgerückt. Rückblickend bedauere er dies, so Jackson. Weinsteins Warnungen seien offenbar Teil einer "Schmutzkampagne" gegen Schauspielerinnen gewesen, die sich dem Produzenten nicht fügten.

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Quelle: n-tv.de