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Festival wegen Corona abgesagt Moskauer Polizei ermahnt Till Lindemann

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Rammstein-Sänger Till Lindemann in seinem Video "Ich hasse Kinder".

(Foto: picture alliance/dpa/Sokolov)

Rammstein-Frontmann Till Lindemann bekommt Besuch von der Moskauer Polizei. Die Behörden mahnen ihn, bei einem Festival am nächsten Tag die Corona-Auflagen einzuhalten. Nun ist die Veranstaltung abgesagt. Der Organisator glaubt allerdings, dass die Pandemie nur ein Vorwand ist.

Die Polizei in Russland ist gegen ein Musikfestival vorgegangen, auf dem auch Rammstein-Sänger Till Lindemann auftreten sollte. Nachdem die Beamten bereits die Proben blockiert hätten, wurde zunächst ein Großteil der für den Abend geplanten Veranstaltung abgesagt. Lindemanns Auftritt in Twer rund 160 Kilometer nordwestlich von Moskau sollte ursprünglich dennoch stattfinden, sei aber letztlich ebenfalls ausgefallen, teilte Organisator Maxim Larin auf der Social-Media-Plattform VK mit.

Medienberichten zufolge stand das Vorgehen der russischen Behörden offiziell im Zusammenhang mit Corona-Beschränkungen für Großveranstaltungen. Auch Lindemann selbst war in der Nacht zum Samstag von Polizisten aufgesucht worden. Dabei wurde dem 58-jährigen deutschen Musiker der Agentur Interfax zufolge eine Mahnung überbracht, bei seinem Auftritt in Twer entsprechende Auflagen einzuhalten.

Veranstalter Larin hingegen brachte die Probleme für seine Musik-Veranstaltung mit den bevorstehenden Wahlen in Russland in Verbindung. Der Geschäftsmann kandidiert im September bei der Wahl zum Regionalparlament für die Oppositionspartei Rodina (Heimat). Lindemann, der in Russland sehr populär ist, soll zudem am kommenden Wochenende auf dem Roten Platz in Moskau bei dem Militär-Festival "Spasskaja Baschnja" auftreten.

Pornografie verbreitet: Nawalny-Mitarbeiter postete Rammstein-Video

Erst im März hatte ein Gericht im russischen Archangelsk einen Mitstreiter des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny nach dem Teilen eines Rammstein-Videos im Netz zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Andrej Borowikow werde Verbreitung von Pornografie vorgeworfen, erklärte sein Anwalt dazu. Der 32-Jährige, der früher ein Büro von Nawalny leitete, gab an, sich gegen das Urteil wehren zu wollen.

Borowikow soll laut einem Medienbericht 2014 das Musikvideo zu dem Song "Pussy" der Metal-Band Rammstein auf dem russischen Onlinenetzwerk VKontakte veröffentlicht haben. Eine Version des Musikvideos enthält Sexszenen, in einer weiteren sind spärlich bekleidete Frauen zu sehen. Amnesty International nannte das Verfahren gegen Borowikow als "völlig absurd". Es sei offensichtlich, "dass er nur für seinen Aktivismus bestraft wird, nicht für seinen Musikgeschmack", teilte die Menschenrechtsorganisation mit.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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