Tanz-Explosion bei Let’s Dance Nadjas sexy Contemporary reißt alle von den Sitzen
Von Verena Maria Dittrich
Was für ein Abend! Milano legt die Zweifel ab und bringt das Publikum zum Ausrasten, auch Gustav Schäfer zeigt seine "sexy Seite". Aber offenbar hat niemand mit dem letzten Paar des Abends gerechnet. Denn Nadja Benaissa liefert die heißeste Nummer der gesamten Staffel. Das MUSS man gesehen haben!
"Es war einst die beste Salsa von Let's Dance", sagt Daniel Hartwich über die Salsa von Vanessa Mai und Christian Polanc. Nach dem Bergfest steht die beliebte Freitagabendshow unter dem Motto: "Iconic Let’s Dance Dances". Vertanzt werden die besten Tänze aus den vergangenen Staffeln, und das heißt eben auch: Jan Kittmann muss eine ganz besonders schwere Choreografie vertanzen, für die ihm nur drei Tage Zeit geblieben sind.
Gerade daran zeigt sich auch, wie sehr die Meinungen der "Kampfrichter" auseinandergehen können. Während Motsi ob der Darbietung von ihrem Stuhl springt und Jans Salsa als "bombastisch" feiert, ist unser Herr Llambi gänzlich anderer Meinung und moniert vor allem die Grundschritte. Da nützt es dann auch nichts, wenn Tanzlehrerin Katrin Menzinger ihren Schüler inbrünstig verteidigt, denn man kann nur, wie der Jury-Chef anmerkt, bewerten, was man in dieser einen Minute auf dem Parkett tatsächlich sieht - und nicht das, was vielleicht hätte sein können.
Bei Bianca Heinicke hingegen wird genau das von Woche zu Woche besser, wobei man sich schon fragen kann, ob es nicht auch ein Stück weit daran liegt, dass sie bereits ausgeschieden ist und der Druck nun schlichtweg weg ist. So tanzt sie an der Seite von Zsolt Sándor Cseke "den ersten Iconic-Charleston nach, der je bei Let's Dance gezeigt wurde", und zwar zu "Dick & Doof", damals, im Jahr 2014, präsentiert von Alexander Klaws. Die Jury sieht "pure Lebensfreude" und viel Agilität, und am Ende macht es dann auch kaum noch etwas aus, wenn Llambi Kritik an ihrer Mimik übt, weil der Gesamteindruck schlicht ein anderer ist.
"Komm, hol dir die 30 Punkte ab!"
Apropos Mimik: Wir kennen wohl alle dieses herrlich genervte Gesicht von Al Bundy, wenn seine Frau Peggy Bundy wieder irgendetwas von ihm will. Ross Antony mimt diesen alten Grantler wunderbar mit einem Slowfox zu "Love & Marriage" von Frank Sinatra, doch während das solide ist, bringt ausgerechnet Milano Publikum wie Jury zum Ausrasten. Dabei hatte der Musiker nach seinem Blackout in der Vorwoche noch jede Menge Zweifel, die in dem Moment aber komplett vergessen sind, als es an den Jive zu "Don't Worry Be Happy" von The Baseballs geht. Einst verhalf genau dieser Tanz Rúrik Gíslason ein Stück weit zum Sieg, und ganz offensichtlich färbt das auch hier ab. Milano zeigt sich als absoluter Kämpfer und liefert dermaßen ab, dass Llambi nur trocken meint: "Komm, geh hoch zu Vicky, hol dir die 30 Punkte ab, und alles ist gut."
Wichtig ist an diesem Abend allerdings auch der Hinweis, dass es bei den "Iconic Let’s Dance Dances" eben nicht darum geht, die besten Tänze der ehemaligen Kandidaten eins zu eins nachzutanzen, sondern etwas Eigenes daraus zu kreieren. Und wie gut das funktionieren kann, sieht man auch bei Anna-Carina Woitschack, die den Wiener Walzer von Valentina Pahde zum Besten gibt - jener Tanz, der damals als einziger überhaupt die vollen 30 Punkte bekam. Dass es hier am Ende 28 Punkte werden, sagt trotzdem einiges darüber aus, was für eine "enorme Entwicklung" Anna-Carina in dieser 19. Staffel bis dato hingelegt hat.
Sexy Blicke - und dann kommt Nadja
Überhaupt ist es ein Abend, der sich für den strengen Jury-Chef ein bisschen so anfühlt, "als wenn schon Halbfinale wäre - so wie hier alle einen raushauen", was in dieser Form nicht oft gesagt wird und deshalb umso mehr Gewicht hat. Für den eigentlichen "Magic Moment" sorgt dann aber ausgerechnet Gustav Schäfer, den man bis dato eher als großes Comedy-Talent wahrgenommen hat - und genau das ändert sich in dem Moment, in dem man seine Salsa sieht. "Zugabe, Zugabe!", ruft es aus dem Publikum, und während viele kompakte Schritte und dieser plötzlich sehr präsente, fast schon überraschend sexy Blick zusammenkommen, bringt es Jorge auf den Punkt: "Du sahst aus, als wolltest du deine Tanzpartnerin fressen!" Die Iconic-Salsa tanzte einst der Handballer Pascal Hens, der damals nicht nur 30 Punkte einheimste, sondern am Ende auch die gesamte Staffel gewann.
Und dann kommt Nadja Benaissa. Sie tanzt als Letzte an diesem Abend, und zwar den fast schon legendären Contemporary zu "Crazy in Love" von Beyoncé, der durch Sarah Engels in die Annalen dieser Show eingegangen ist. Engels im Negligé und diese "berühmte Szene auf dem Tisch" hatten damals alle aus den Socken gehauen - doch was in diesen letzten Minuten der siebten Show passiert, steht dem in nichts nach, im Gegenteil. Nadja Benaissa wächst über sich hinaus, und obwohl sie am Anfang der Staffel eher schüchtern wirkte, lässt sie sich hier voll und ganz auf ihren Partner Vadim Garbuzov ein. Der gesamte Saal steht, und auch bei der Jury gibt es kein Halten mehr. "Das war wie eine Geburt", sagt Jorge völlig aus dem Häuschen, während Llambi ergänzt: "Wir haben heute Abend schon tolle Sachen gesehen, aber am Ende hast du der Sache die Krone aufgesetzt! Das war pure Hingabe. Es ist für diesen Tanz für mich wirklich schade, dass ich nur 10 Punkte geben kann."
Mit diesem Contemporary hat Nadja Benaissa die Let’s-Dance-Geschichte noch einmal neu aufgeladen, vielleicht nicht objektiv, aber in der Wahrnehmung dieses Abends ganz sicher, und das so sehr, dass der nachfolgende Discofox-Marathon beinahe zur Randnotiz verkommt. Nur so viel: Auch hier geht sie als Siegerin hervor - mit einer Leichtigkeit, als würde sie spazieren gehen.
Die Show verlassen muss nun endgültig die kurz zurückgekehrte Bianca Heinicke