Netflix verliert die GeduldHarry und Meghan enttäuschen

Der millionenschwere Netflix-Deal von Harry und Meghan steht auf der Kippe. Schwache Zuschauerzahlen und interne Spannungen belasten die Zusammenarbeit. Netflix soll bereits drastische Konsequenzen gezogen haben.
Die Geschäftsbeziehung zwischen Prinz Harry und Herzogin Meghan und dem Streamingriesen Netflix scheint zunehmend unter Druck zu geraten. Was 2020 noch als spektakulärer Deal im Wert von rund 100 Millionen Dollar angekündigt wurde, wirkt inzwischen laut einem Enthüllungsbericht von "Variety" eher wie ein Projekt mit ungewisser Zukunft.
Dem Bericht zufolge beschreiben Brancheninsider die Lage bei Archewell Productions, der Produktionsfirma des Paares, als angespannt. Hinter den Kulissen sei von schwacher Kommunikation, enttäuschenden Zuschauerzahlen und wachsendem Misstrauen innerhalb der Netflix-Führung die Rede.
Intern soll die Geduld mit dem prominenten Paar mittlerweile stark nachgelassen haben. "Die Stimmung im Haus ist: 'Wir sind fertig'", zitiert das Branchenmagazin einen Netflix-Insider. Besonders der Umgangston der Sussexes in Meetings habe laut Bericht wiederholt für Irritationen gesorgt.
Auch eine angebliche Bemerkung von Netflix-Co-CEO Ted Sarandos sorgt für Gesprächsstoff. Laut Quellen habe er intern gescherzt, Telefonate mit Meghan künftig nur noch zu führen, wenn ein Anwalt in der Leitung sei. Ein Netflix-Sprecher wies diese Darstellung jedoch als "absolut unzutreffend" zurück. Dennoch halten sich Gerüchte über Spannungen zwischen beiden Seiten weiterhin hartnäckig.
Meghans Lifestyle-Marke als Streitpunkt
In den vergangenen Monaten habe sich die Kooperation zunehmend auf Meghans Lifestyle-Marke "As Ever" sowie die dazugehörige Serie "With Love, Meghan" konzentriert. Doch der erwartete Erfolg sei offenbar ausgeblieben: Die zweite Staffel der Serie soll laut Bericht deutlich schwächere Zuschauerzahlen erzielt haben als die erste.
Auch wirtschaftlich soll das Projekt Probleme bereitet haben. Netflix habe auf einem großen Bestand unverkaufter "As Ever"-Produkte - darunter Tee- und Backmischungen - im Wert von etwa zehn Millionen Dollar gesessen. Ein Teil der Ware sei Berichten zufolge sogar kostenlos an Mitarbeiter verteilt worden. Inzwischen hat sich Netflix als Investor aus der Lifestyle-Marke zurückgezogen. Offiziell wird dieser Schritt als geplant dargestellt, Insider interpretieren ihn jedoch als Zeichen dafür, dass Netflix "das Handtuch geworfen" hat.
Nicht nur bei Netflix, auch in anderen Teilen der Branche scheint die Begeisterung für eine Zusammenarbeit nachzulassen. Nachdem bereits der Spotify-Deal gescheitert war und Spotify-Manager Bill Simmons das Paar als "verdammte Abzocker" bezeichnet hatte, berichten Branchenquellen nun auch von Zurückhaltung bei Filmfestivals wie Sundance. Laut "Variety" hätten mehrere Filmemacher und Agenten kein Interesse an einer Kooperation mit Archewell gezeigt, da sie keinen klaren Mehrwert für geplante Projekte gesehen hätten.
Kritik am Arbeitsstil
Zusätzlich kursieren Berichte über Meghans Verhalten in Besprechungen. Sie neige dazu, Harry während Gesprächen zu unterbrechen oder seine Aussagen umzuformulieren. Ihr Anwalt Michael J. Kump wies diese Darstellung gegenüber "Variety" als "misogyn" zurück. Auch dass Meghan angeblich plötzlich aus Zoom-Meetings verschwunden sei, habe bei einigen Beteiligten Irritationen ausgelöst. Laut ihrem Anwalt lasse sich dies jedoch schlicht mit den Anforderungen des Alltags als arbeitende Mutter erklären.
Trotz der angespannten Situation laufen weiterhin gemeinsame Projekte. Archewell Productions arbeitet aktuell an zwei Filmvorhaben für Netflix: einer Verfilmung des Bestsellers "Meet Me at the Lake" sowie der Adaption "The Wedding Date". Konkrete Fortschritte bei beiden Projekten sind seit der Ankündigung allerdings bislang kaum bekannt geworden.
Seit der Exklusivvertrag im August 2025 in einen weniger bindenden "First-Look-Deal" umgewandelt wurde, dürfte sich entscheiden, ob Harry und Meghan langfristig im Hollywood-Geschäft Fuß fassen können. Entscheidend wird sein, ob sie künftig Inhalte liefern, die über ihre eigene royale Geschichte hinausgehen - eine Geschichte, die Netflix laut "Variety" inzwischen als "erschöpft" betrachtet.