Unterhaltung

Treue Weggefährtin wird 40 Oh, wie toll ist die Tigerente

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Die Tigerente wird auch schon 40 Jahre alt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ihre Karriere ist bemerkenswert - und das, obwohl sie klein, schweigsam und aus Holz ist: die Tigerente. Fast alle Deutschen kennen den Kinderstar, der auf mysteriöse Weise auf die Welt kam und nun 40. Geburtstag feiert.

Sie redet nicht viel, dafür kann sie umso besser zuhören. Mit ihren schwarzen und gelben Streifen sieht sie ungewöhnlich, aber nach all ihren Abenteuern immer noch fantastisch aus. Seit nunmehr 40 Jahren begeistert die kleine Tigerente Kinder und jung gebliebene Erwachsene auf der ganzen Welt - nach Pinocchio ist sie das wohl beliebteste literarische Geschöpf aus Holz.

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Prescht auch mal vorneweg: Die Tigerente zeigt dem Tiger und dem Bären, wo es langgeht.

(Foto: imago stock&people)

Ihre besten Freunde sind ein Frosch, ein Tiger und ein Bär, dabei fing wohl alles mit Elefanten an: "Ich ging in den Münchner Zoo, um Elefanten zu zeichnen", erinnert sich ihr Schöpfer Janosch: "Nun stand dort neben den Elefanten eine Tigerente und befand sich beim Zeichnen des danebenstehenden Elefanten automatisch auf meinem Blatt." So geheimnisvoll diese Geschichte klingen mag, so beeindruckend ist der anschließende Aufstieg der Tigerente zum Superstar.

Dabei ist ihr Name etwas irreführend. Denn sie tigert weder durch die Gegend noch fliegt sie durch die Lüfte. Sie rollt. Ausgestattet mit vier Rädern begleitet die Tigerente ihre besten Freunde von einem interessanten Flecken der Erde zum nächsten. Und das schon seit dem 15. März 1978. Damals erscheint das berühmte Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama". Ein Jahr später erhält Autor Janosch dafür den Deutschen Jugendbuchpreis und startet eine bemerkenswerte Karriere - meist in Begleitung der Tigerente.

Heldin in Büchern und im TV

Inzwischen ist die Tigerente aus vielen Kinderzimmern kaum noch wegzudenken, und sei es, wenn der Fernseher eingeschaltet wird. Denn sie ist Namensgeberin für eine der erfolgreichsten Kindersendungen im deutschen Fernsehen: den "Tigerenten Club". Seit die Sendung 1996 an den Start ging, lautet eine der wichtigsten Fragen für viele Kinder "Tigerenten oder Frösche?". Doch Zwietracht möchte die Tigerente wahrlich nicht säen - und so kann ihr Showrivale Günter Kastenfrosch auch nicht böse sein. Auf der Janosch-Seite bezeichnet er sie schließlich als "meine geliebte Tigerente".

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Erfunden hat die Tigerente der Kinderbuchautor Janosch.

(Foto: picture alliance / dpa)

Man muss sie einfach gern haben, diese schweigsame Vogeldame. In mehr als 1000 Sendungen hat die Tigerente schon für Unterhaltung gesorgt und auch in anderen Produktionen wie der Zeichentrickreihe "Janoschs Traumstunde" oder dem Kinofilm "Oh, wie schön ist Panama" hat sie mitgespielt. Von den Janosch-Büchern ganz zu schweigen. In 25 Büchern von Janosch wirkt sie mit, obgleich dieser ein eher angespanntes Verhältnis zu seinem Geschöpf hat. Trotz ihrer Winzigkeit stellt die Tigerente ihre Wegbegleiter, und somit auch die übrigen Janosch-Figuren und -Werke, in den Schatten.

Allseits bekannte Werbefigur

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Condor-Maschine mit Tigerente und Janosch-Schriftzug.

(Foto: imago/Alexander Ludger)

Mittlerweile kennen neun von zehn Deutschen den tierischen Superstar, wie die Janosch film & medien AG stolz mitteilt. Dazu beigetragen haben dürfte auch eine über die Jahre hinweg perfektionierte Marketingstrategie - von der schlichten Tigerente als Holzspielzeug über die Müslischale bis hin zur Zahnbürste gibt es so einiges, womit Tigerenten-Fans beglückt werden können. Sogar eine Boeing 757 der Fluggesellschaft Condor hat das Bild einer Tigerente von außen geschmückt.

Auch zu ihrem Jubiläum dreht sich die Werbetrommel. So findet etwa eine Geburtstags-Tournee des Tigerenten-Theaters statt. Wer dafür keine Zeit hat, kann sich der zeitlosen Schönheit der Tigerente auch anders vergewissern, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit. Das Geburtstagskind wird auf Videowänden in vielen Einkaufszentren und Bahnhöfen mit Geburtstags-Clips geehrt. Und natürlich wird das Buch "Oh, wie schön ist Panama" neu aufgelegt. Die Vielzahl der Aktionen verdeutlicht, wie besonders die Tigerente ist. In der ersten Geschichte, in der sie vorkommt, sagt der kleine Bär zum Tiger: "Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten." Die Tigerente ist so eine Freundin.

Quelle: n-tv.de