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Berühmter Wagner-Interpret Opernsänger Theo Adam ist tot

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Adam 1969 in der Rolle des Landgrafen in einer Aufführung von Wagners "Tannhäuser".

dpa

Der renommierte Dresdner Opernsänger Theo Adam ist tot. Der Bassbariton, der in Wagner-Partien und Strauss-Rollen Weltgeltung erlangte, starb am Donnerstag nach langer Krankheit mit 92 Jahren in einem Pflegeheim seiner Heimatstadt. Das bestätigte die Familie. Die Trauerfeier finde am 18. Januar in der Loschwitzer Kirche statt.

"Er war ein brillanter Künstler und ebenso großartiger Pädagoge, der vieles von seiner Begeisterung für den Gesang an die Studierenden weitergeben konnte", würdigte ihn die amtierende Rektorin der Dresdner Hochschule für Musik, Rebekka Frömling. Adam sei als Künstler mit seiner Kreativität und seinem Talent Vorbild für Generationen von Studierenden gewesen. Er habe den Sängernachwuchs als Honorarprofessor unterrichtet und sich als Förderer für die Einrichtung engagiert.

Die Bundesrepublik verliere einen der wenigen deutsch-deutschen Weltstars der Opernbühne, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Sein Wotan in Bayreuth habe Maßstäbe gesetzt. Herausragend sei er auch in seiner geradezu virtuosen Liedinterpretation gewesen.

An der Wiener Staatsoper, wo Adam mehr als 250 Mal auftrat, würdigte Direktor Dominique Meyer den Verstorbenen als einen "der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts". Er sei "ein seiner Heimatstadt stets verbundener kosmopolitischer Sängergigant" gewesen. "Theo Adam wird ein Fixstern am Opernhimmel bleiben."

Adam, Jahrgang 1926, war als Kind Mitglied im Dresdner Kreuzchor und studierte nach dem Krieg Gesang. 1949 debütierte er an der Staatsoper Dresden und sang danach regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen. Auch an berühmten Opernhäusern wie der New Yorker Met begeisterte er das Publikum.

Später inszenierte Adam, moderierte im Fernsehen, schrieb Bücher und engagierte sich für den Sängernachwuchs. Kurz nach seinem 80. Geburtstag hatte der Künstler Abschied von der Bühne genommen und sich fünf Jahre später auch aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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