Unterhaltung

Keine schwarzen Frauen nominiert Oscars zerreißen Halle Berry das Herz

Hollywoodstar Halle Berry sieht ihren Oscar-Gewinn nicht als Wendepunkt ihrer Karriere.

Wurde für "Monster's Ball" mit einem Oscar ausgezeichnet: Halle Berry.

(Foto: Evan Agostini/Invision/AP/dpa)

Im Jahr 2002 wird Halle Berry als erste schwarze Frau mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Seitdem hat sich zu ihrem Erschüttern bei der Preisverleihung nicht viel getan, am Sonntag ist keine einzige Farbige nominiert. "Es ist herzzerreißend", sagt Berry.

"Dieser Moment ist so viel größer als ich. Er ist für jede namenlose, gesichtslose farbige Frau, die jetzt eine Chance hat, weil diese Tür heute Abend geöffnet wurde", sagte eine in Tränen aufgelöste Halle Berry im Jahr 2002, als sie bei den Academy Awards als erste schwarze Frau auf die Bühne trat, um den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegenzunehmen.

20 Jahre später muss die 55-Jährige ihre Aussage jedoch korrigieren. "Er hat die Tür nicht geöffnet", sagte sie nun der "New York Times". Denn sie ist noch immer die einzige schwarze Frau, die als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. "Die Tatsache, dass niemand neben mir steht, ist herzzerreißend", so Berry.

Überhaupt wurden seit Berrys Sieg mit Gabourey Sidibe, Ruth Negga, Cynthia Erivo, Andra Day, Viola Davis und Quvenzhané Wallis erst sechs Afroamerikanerinnen für den Preis nominiert. Bei der Preisverleihung am kommenden Sonntag gibt es keine einzige schwarze Anwärterin auf den Preis. Bei den Männern sieht es dagegen vielfältiger aus: Will Smith und Denzel Washington dürfen beide auf einen Oscar hoffen.

"Auszeichnungen sind das i-Tüpfelchen"

Halle Berry gewann den Academy Award 2002 für ihre Rolle in dem Drama "Monster's Ball". Sichtlich überwältigt dankte sie in ihrer Rede anderen schwarzen Frauen, die vor ihr als beste Hauptdarstellerin nominiert gewesen waren: Angela Bassett, Dorothy Dandrige, Whoopi Goldberg, Diahann Carroll, Cicely Tyson und Diana Ross.

Im selben Jahr wurde mit Denzel Washington der zweite Afroamerikaner als bester Hauptdarsteller dekoriert. Die erste Auszeichnung hatte 1964 der im vergangenen Januar verstorbene Sidney Poitier erhalten. Nach Washington haben mit Jamie Foxx (2005) und Forest Whitaker (2007) nur zwei weitere schwarze Männer einen Goldjungen bekommen.

Trotz allem zeigte sich Halle Berry gegenüber der "New York Times" optimistisch angesichts der "unglaublichen Arbeit", die ihre farbigen Kolleginnen und Kollegen Jahr für Jahr leisteten. "Wir können Erfolg oder Fortschritt nicht immer daran messen, wie viele Auszeichnungen wir haben", sagte sie. "Auszeichnungen sind das i-Tüpfelchen, sie sind deine Kollegen, die sagen, dass du dieses Jahr außergewöhnlich exzellent warst." Nicht zu gewinnen bedeute nicht, dass das Gegenteil der Fall sei.

Quelle: ntv.de, lpe

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