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Vorwürfe gegen Michael Jackson Paris Jackson verstört von Missbrauchs-Doku

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Für Paris Jackson sind die Vorwürfe gegen ihren toten Vater nur schwer zu verkraften.

(Foto: imago/Runway Manhattan)

Seit ihrer Premiere beim Sundance Festival sorgt die Michael-Jackson-Doku "Leaving Neverland" für Schlagzeilen. Die neuerlichen Missbrauchsvorwürfe gegen den King of Pop machen seiner Tochter Paris Jackson schwer zu schaffen.

In der vierstündigen Dokumentation "Leaving Neverland" von Regisseur Don Reed wird die Geschichte zweier mutmaßlicher Missbrauchsopfer von Michael Jackson erzählt. Der Zweiteiler feierte jetzt beim Sundance Festival in Park City im US-Bundesstaat Utah Premiere.

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Auf seiner Neverland Ranch soll sich Jackson immer wieder an kleinen Jungs vergangen haben.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Die nun wieder ans Licht gezerrten Gerüchte haben Paris Jackson offenbar schwer zugesetzt. Die 20-Jährige soll laut einem Insider einen Zusammenbruch erlitten haben. Sie sei nicht bereit, sich den Kameras zu einem Thema zu stellen, das ihr das Herz breche, wird der Insider von mehreren US-Medien weiter zitiert. Bereits vor zwei Wochen hatte sich Paris Jackson aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, um sich eine Pause zu gönnen.

"Öffentliches Lynchen"

Auch andere Mitglieder der Jackson-Familie sind schockiert und äußern sich in einem Statement in der "Washington Post" wie folgt: "Wir können nicht einfach dabei zusehen, wie dieses öffentliche Lynchen weitergeht. Michael ist nicht mehr da, um sich zu verteidigen, sonst wären diese Anschuldigungen nie gemacht worden."

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Michael Jackson mit 31 Jahren und der damals siebenjährige Ward Robson.

(Foto: Sundance Institute)

Und darum geht es in "Leaving Neverland": Der 36-jährige Wade Robson und der vier Jahre ältere James Safechuck behaupten, von dem 2009 an einer Überdosis des Schmerzmittels Propofol verstorbenen Sänger als Kinder sexuell missbraucht worden zu sein. Passiert sein soll das Ganze in den 1980er-Jahren auf Jacksons Neverland Ranch. Dort habe es versteckte Zimmer mit Betten und speziellen Alarmsystemen aus bunten Glöckchen gegeben, schreibt die "Bild"-Zeitung und zitiert einen Journalisten, der bei der Premiere des Films vor Ort war. So habe Jackson immer rechtzeitig mitbekommen, wenn sich jemand einem seiner Verstecke näherte, in dem er sich gerade mit einem der Jungen vergnügte.

"Opfer wirken glaubhaft"

"US Weekly"-Journalistin Mara Reinstein schrieb nach der Premiere auf Twitter, ihr sei schlecht geworden, als sie den ersten Teil der Dokumentation gesehen habe. "Die Zeugen und Missbrauchsopfer wirken sehr glaubhaft."

Während der Vorstellung seien einige Zuschauer so schockiert gewesen, dass sie sich die Augen zugehalten und sogar geweint hätten. Ein Besucher soll schließlich den Saal verlassen haben. Der Leiter des Festivals hatte zuvor Psychotherapeuten engagiert, mit denen die Zuschauer in der Lobby sprechen konnten. 

Allerdings hatten sowohl Robson als auch Safechuck 2005 zu Gunsten von Jackson ausgesagt. Erst nach dem Tod des Sängers zogen sie ihre Aussagen zurück und forderten Schmerzensgeld von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro. Beide kamen damit vor Gericht nicht durch.

Nun soll es ein weiteres Opfer geben, das sich nach Veröffentlichung der Dokumentation gemeldet hat. Er sei 1998 im Alter von 14 Jahren von Jackson missbraucht worden, behauptet Michael Jacobshagen im Gespräch mit der britischen Zeitung "Sunday Mirror". Jackson habe ihn damals seinen "Rubba Rubba Boy" genannt und ihn gebeten, mit ihm in einem Bett zu schlafen. Zwei Wochen soll er mit Jackson auf Tournee gewesen sein. Währenddessen habe ihn der King of Pop unsittlich berührt, sowohl im Bett als auch im Whirlpool, und sich nackt vor ihm ausgezogen haben. Er habe ihm außerdem ein Buch mit Fotos nackter Jungs gegeben und sich sein Schweigen und das seiner Mutter mit teuren Geschenken erkauft.

Die Dokumentation "Leaving Neverland" wird im Frühling vom US-amerikanischen Sender HBO ausgestrahlt.

Quelle: ntv.de, nan