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Playmate zu sein, ist für sie das schönste Kompliment: Ines Rau (auf einem ihrer Instagram-Fotos).
Playmate zu sein, ist für sie das schönste Kompliment: Ines Rau (auf einem ihrer Instagram-Fotos).(Foto: Instagram / supa_ines)
Freitag, 20. Oktober 2017

Was hätte Hefner dazu gesagt?: "Playboy" zeigt erstes Transgender-Playmate

Sie heißt Ines Rau, kommt aus Frankreich, kam im Körper eines Jungen zur Welt - und lässt nun im US-"Playboy" die Hüllen fallen. Die 26-Jährige ist damit das erste offizielle Transgender-Playmate - in der ersten Ausgabe des Magazins nach Hugh Hefners Tod.

Wenn im November der neue "Playboy" in den USA auf den Markt kommt, zeigt sein Cover einen Mann: Hugh Hefner, den legendären Gründer des Magazins, der Ende September im Alter von 91 Jahren gestorben ist. Für den "Playboy" ist das eine absolute Premiere. Nie zuvor hat es ein Mann allein ohne weibliche Begleitung auf die Titelseite der Zeitschrift geschafft.

Doch die nächste Ausgabe des "Playboy" wartet noch mit einer weiteren Premiere auf. Sie präsentiert die Französin Ines Rau als erstes offizielles Transgender-Playmate. Acht Seiten sowie das "Centerfold" (die ausklappbare Seite in der Heftmitte) widmet das Magazin der 26-Jährigen. Rau, die sich zwischen ihrem 16. und 18. Lebensjahr einer vollständigen Geschlechtsangleichung unterzog, posiert komplett nackt in dem Heft, bekleidet nur mit ein paar Schuhen.

"Ich war sprachlos"

Dass die Wahl Raus ganz im Sinne seines Vaters gewesen wäre, ist sich dessen Sohn Cooper Hefner, leitender Kreativdirektor beim "Playboy", sicher. Die Entscheidung "drücke sehr die Philosophie der Marke" aus, erklärte der 26-Jährige. "Es ist ein richtiger Schritt. Wir leben in einer Zeit, in der sich die Geschlechterrollen weiterentwickeln", so Cooper Hefner. Rau sei "bezaubernd" und eine "bemerkenswerte Persönlichkeit". Es gehe aber auch darum, dem Magazin - so wie in seinen Anfangstagen - gesellschaftlich wieder mehr Gewicht zu verleihen.

Rau selbst zeigte sich von ihrem Engagement begeistert. "So ein Kompliment habe ich noch nie bekommen", erklärte sie. "Ich habe schon viele nette Komplimente von Männern gehört, aber dieses hat mich wirklich sehr speziell, schön und feminin fühlen lassen. Ich war sprachlos."

Nur eine halbe Premiere

Die aus Paris stammende Rau arbeitet seit ihrer Geschlechtsangleichung erfolgreich als Model. Für eine Kampagne des Modeherstellers Balmain posierte sie ebenso bereits wie für das "Vogue"-Magazin. Für den "Playboy" die Hüllen fallen zu lassen, bereitete ihr nach eigenen Angaben kein Problem: "Nacktheit sollte kein Tabu sein", so Rau. "Nacktheit feiert den Menschen ohne alle Ausschweifungen. Es geht nicht um Sexualität, sondern die Schönheit des menschlichen Körpers, egal ob Mann oder Frau."

Auch wenn die Französin nun als erstes offizielles Transgender-Playmate im "Playboy" zelebriert wird - Transgender-Models gab es tatsächlich schon zuvor in dem Magazin zu sehen. Nicht zuletzt Rau selbst ließ sich bereits 2014 für die Zeitschrift ablichten. Doch schon 1981 tauchte mit Caroline Cossey, die im James-Bond-Film "In tödlicher Mission" eine Nebenrolle spielte, ein Model im "Playboy" auf, das sich einer Geschlechtsangleichung unterzogen hatte. Das wusste zu diesem Zeitpunkt jedoch niemand. Die Boulevardpresse outete Cossey später mit der Schlagzeile "Bond-Girl war ein Junge", was die Britin nach eigenen Angaben an den Rand des Suizids brachte. 1991 durfte Cossey erneut für den "Playboy" posieren.

Allein dies widerlegt offenbar, dass es ein Transgender-Playmate mit Hugh Hefner nicht gegeben hätte, wie manch einer in den sozialen Netzwerken mutmaßt. Denn nicht bei allen stößt der Auftritt Raus in dem Magazin auf Zustimmung. Einige ansonsten scheinbar treue Leser drohen gar damit, die Ausgabe deshalb nicht kaufen zu wollen. Selbst schuld, kann man da wohl nur sagen. Ihnen entgeht dann schließlich nicht nur Rau, sondern auch die sechsseitige Story über Hugh Hefner - ein Vorgeschmack auf eine mehr als hundert Seiten umfassende Sonderausgabe zum Leben des "Playboy"-Gründers, die demnächst erscheinen soll.

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Quelle: n-tv.de

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