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Nach Missbrauchsvorwürfen Prinz Andrew legt offizielle Aufgaben nieder

Prinz Andrew wird vorgeworfen, in den Epstein-Skandal verwickelt zu sein. Nachdem sich mehrere Sponsoren von ihm abwenden, verkündet der Royal, vorerst keine offiziellen Aufgaben für die britische Königsfamilie wahrnehmen zu wollen.

Der Missbrauchsskandel um Jeffrey Epstein hat Prinz Andrew endgültig eingeholt: Das Mitglied des britischen Königshauses nimmt vorerst keine offiziellen Aufgaben mehr wahr. Er habe "Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen", erklärte der Prinz. Ihm sei klar geworden, "dass die Umstände meiner früheren Verbindung zu Jeffrey Epstein zu einer enormen Störung geworden sind für die Arbeit meiner Familie und die wertvolle Arbeit in den Organisationen und Vereinen, die ich mit Stolz unterstützt habe", schrieb er.

Er bereue weiterhin uneingeschränkt seine Verbindung zu Epstein und habe zutiefst Mitgefühl mit den Opfern. "Selbstverständlich bin ich bereit, mit jeder angemessenen Ermittlungsbehörde zusammenzuarbeiten, wenn es notwendig sein sollte", schrieb Andrew. Der Royal, der schon länger wegen seiner Freundschaft mit Epstein in der Kritik steht, geriet in den vergangenen Tagen immer weiter unter Druck.

Zuvor war bekannt geworden, dass sich mehrere seiner Sponsoren von dem Royal abgewendet haben. Der britische Telekommunikationsriese BT etwa will ein Bildungsprojekt unter der Schirmherrschaft von Prinz Andrew nicht länger unterstützen. Hintergrund ist die Rolle des Prinzen im Missbrauchsskandal um den US-Geschäftsmann Epstein. "Im Lichte aktueller Entwicklungen überprüfen wir unsere Beziehung mit der Organisation und hoffen, dass wir in Zukunft mit ihnen zusammenarbeiten können, sollte es eine Veränderung in der Schirmherrschaft geben", teilte British Telecommunications mit.

Betroffen ist das nach Andrew (Duke of York) benannte Projekt iDEA, das kostenlose Online-Kurse im digitalen Bereich anbietet. Bereits Anfang der Woche hatten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und die Bank Standard Chartered mitgeteilt, ein Mentoring-Projekt des Prinzen nicht länger zu unterstützen.

Epstein, der sich Anfang August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen hatte, war wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt. Er soll seine Opfer auch zur Prostitution gezwungen haben. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal bestreitet das. In einem BBC-Interview am vergangenen Wochenende hatte Andrew versucht, sich zu rechtfertigen, geriet aber stattdessen noch stärker in die Kritik. Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit weckte unter anderem ein Brief seines ehemaligen Privatsekretärs an die Tageszeitung "Times", darin heißt es, Andrew habe Epstein Anfang der 1990er-Jahre kennengelernt. Der Prinz hatte der BBC aber gesagt, er habe Epstein erstmals 1999 getroffen.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa