"Froh, dass Gil dabei ist"RTL nimmt zu Ofarims Dschungel-Einsatz Stellung

Die Teilnahme von Gil Ofarim am RTL-Dschungelcamp ist und bleibt umstritten. Bisher hat der Musiker aber sogar drei Exit-Votings des Publikums schadlos überstanden. RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner verteidigt nun noch einmal dessen Verpflichtung.
In einem sollten sich alle einig sein: Das Standgericht, das Reality-TV-Darstellerin Ariel gerade tagtäglich gegen Gil Ofarim im Dschungelcamp (immer um 20.15 Uhr bei RTL und im Streaming auf RTL+) vom Zaun bricht, ist nicht zu rechtfertigen. Ein Urteil wie das, den Musiker fortwährend zum "Verbrecher" zu stempeln, obliegt der 22-Jährigen nicht. Zudem ist es juristisch nicht gedeckt. Seit seinem überraschenden Geständnis im Prozess um seinen Davidstern-Skandal gilt Ofarim vielmehr als nicht vorbestraft.
Gleichwohl darf, kann, soll und muss natürlich darüber diskutiert werden, was der Sänger mit seinem Antisemitismus-Vorwurf gegen einen Leipziger Hotel-Angestellten bezweckte. Darüber, weshalb er sich noch immer nicht zu wirklicher Reue durchringen kann. Und darüber, was von seinem Verweis auf eine angebliche Verschwiegenheitsvereinbarung bei seinem stoischen Schweigen im Camp zu halten ist.
Dass RTL dem 43-Jährigen mit der Einladung zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" überhaupt eine Plattform bietet, wurde dabei schon im Vorfeld der Show diskutiert und mitunter auch heftig kritisiert. Nun hat RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner in einem Interview mit dem Branchenportal "DWDL" dazu noch einmal Stellung genommen.
Erinnerung an Ingrid van Bergen
Küttner ruft in dem Gespräch Ingrid van Bergen in Erinnerung, die 2009 an dem RTL-Format teilgenommen hatte und am Ende sogar Dschungelkönigin wurde. Auch die Schauspielerin, die im November mit 94 Jahren gestorben ist, war extrem vorbelastet: 1977 hatte sie ihren damaligen Geliebten erschossen und danach rund vier Jahre wegen Totschlags im Knast verbracht.
"Als wir vor 18 Jahren Ingrid van Bergen für den Dschungel verpflichtet haben, hat sie im Vorfeld ganz klar gesagt, dass sie keinesfalls im Camp über die alte Mord-Geschichte reden werde. Für mich war das okay, weil wir sie als Person spannend fanden - und am Ende hat sie dann doch nach ein paar Tagen ausführlich ihren Mitcampern alles erzählt", erklärt Küttner im "DWDL"-Interview. Weder damals noch heute gebe es klare Vorstellungen oder gar Vorgaben, über was im Dschungel gesprochen werden solle und was nicht.
Mit Blick auf Ofarim führt der RTL-Unterhaltungschef aus: "Gil Ofarim hatten wir bereits lange vor der Leipzig-Geschichte auf dem Zettel und seit über zehn Jahren haben wir ihn regelmäßig für den Dschungel angefragt. Ich fand und finde ihn und seine Vita spannend, daran hat sich nichts geändert."
Für Fehlverhalten belohnt?
Von der angeblichen Verschwiegenheitsverpflichtung, auf die sich Ofarim nun im Camp beruft, habe er nichts gewusst, sagt Küttner. "Aber wir nehmen es, wie es kommt. Und wer weiß, was da noch passiert in den nächsten Tagen."
Da Ofarim bereits vor dem Davidstern-Skandal ein Wunschkandidat für die Sendung gewesen sei, "würde ich nicht sagen, dass er von uns für ein Fehlverhalten belohnt wird", betont Küttner und ergänzt: "Ich bin froh, dass Gil in diesem Jahr dabei ist."
Wenngleich Ofarims Teilnahme an der Show weiter - und das nicht nur bei diversen Mitcamperinnen und Mitcampern wie Ariel - umstritten ist, hält sich der Musiker erstaunlich wacker in dem Format. Er liefert nicht nur in den Dschungelprüfungen regelmäßig die beste Performance ab. Er überstand bisher auch bereits drei Exit-Votings des Publikums - und das ohne ein einziges "Vielleicht".