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Staatsanwalt forderte Haft Rapper Fler erhält Bewährungsstrafe

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Kommt zumindest vorerst um eine Haftstrafe herum: Rapper Fler (am 15. Januar vor Gericht).

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die Liste der Vorwürfe, die dem Berliner Rapper Fler gemacht werden, ist lang. Sie reicht von Beleidigung über versuchte Nötigung bis hin zu Fahren ohne Führerschein. Dennoch kommt der Musiker vor Gericht nun ausgesprochen glimpflich davon.

Der Berliner Rapper Fler ist wegen mehrerer Straftaten zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 10.000 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach ihn wegen mehrfacher Beleidigung, versuchter Nötigung, Fahrens ohne Führerschein und Beihilfe zu verbotener Mitteilung aus Gerichtsverfahren schuldig.

Das Strafmaß entspricht nicht den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte ein Jahr und zehn Monate Haft ohne Bewährung gefordert, weil eine positive Prognose bei Fler fehle. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Patrick Losensky heißt, sei nicht bereit, sich an Regeln zu halten, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht verhandelte zuletzt in Abwesenheit des Musikers. Vor einem Monat hatte der 38-Jährige für Aufsehen gesorgt, weil er aus Verärgerung über einen Journalisten den Gerichtssaal verlassen hatte. Auch der Verteidiger konnte Fler nicht zurückholen. Das Gericht beschloss danach, ohne ihn weiterzuverhandeln.

Fall Bushido wird gesondert erörtert

In dem Prozess waren mehreren Anklagen zusammengefasst worden. Einige wurden inzwischen abgetrennt. So soll nun eine Anklage wegen Beleidigung des Rappers Bushido in einem gesonderten Verfahren erörtert werden. Im Internet soll Fler Bushido als "Bastard" und "ekeligen Hund" bezeichnet haben.

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Fler beharrte im Prozess darauf, dass Beleidigungen unter Rappern unter die "künstlerische Freiheit" fielen. Ansonsten hüllte er sich vor Gericht vornehmlich in Schweigen. Während einer Befragung von Zeugen rutschte ihm jedoch heraus: "Die lügen alle krass."

Kaum wegzudiskutieren sind allerdings die Handyvideos, die im Sommer 2019 öffentlich wurden. Auf ihnen war zu sehen, wie der Rapper Polizisten bei einer Kontrolle massiv anging. Einen Beamten bezeichnete er etwa als "neidischen Schwanz" und "Fan-Boy". Einer Polizistin drohte er: "Ich trete deinen Kopf weg."

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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