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"Wusste, will jetzt kein Kind"Rapperin badmómzjay spricht offen über Schwangerschaftsabbruch

19.04.2026, 00:08 Uhr
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In ihren persönlichen Texten geht es oft um Themen wie Selbstliebe, Selbstbestimmung, Sexismus oder eigene Ängste. (Foto: picture alliance / GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com)

Als die Rapperin badmómzjay von ihrer Schwangerschaft erfährt, gerät ihr Leben aus dem Gleichgewicht. Es folgen Wochen voller Zweifel, Schmerzen und belastender Erinnerungen. Heute spricht die Musikerin darüber, wie sie diese Zeit geprägt hat.

Die Rapperin badmómzjay spricht im stern  exklusiv über ihren Schwangerschaftsabbruch: "Es war das Schlimmste, was mein Körper je durchgemacht hat." Über ihren Ex-Freund und den Erzeuger sagt sie: "Er hat mich mental und körperlich missbraucht. Von diesem Mann konnte ich kein Kind bekommen."

Schwanger gewesen sei sie im Winter 2024, mit damals 22 Jahren. Als sie das Ultraschallbild gesehen habe, seien ihr die Tränen gekommen: "Das Muttergefühl hat sofort gekickt: Oh Gott, da ist was in mir drin, ich muss darauf aufpassen", erinnert sie sich. Die Wartezeit bis zu ihrem medikamentösen Abbruch beschreibt sie als "quälend", denn "in meinem Bauch wächst etwas heran, das ich nicht will. Aber ich muss es geschehen lassen. Nichts ist dir näher als dein eigener Körper - und der lässt dich so ohnmächtig fühlen", sagt die Musikerin.

Nur ihrem engsten Umfeld habe sie von der Schwangerschaft erzählt. "Ich habe mich davor gefürchtet, dass andere denken: Die hat ihr Leben nicht unter Kontrolle. Ich wollte nicht, dass mich Leute für einen Assi halten." Als sie in der Praxis Tabletten genommen habe, um den Abbruch einzuleiten, sei sie ohnmächtig vom Klo auf die Fliesen gekippt. Über Paragraf 218 StGB, der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland grundsätzlich unter Strafe stellt, sagt badmómzjay: "Ich wünsche mir, dass Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert werden. Ich finde eine Beratung gut, die kann man gerne beibehalten, solange sie ergebnisoffen ist."

Die Musikerin heißt mit bürgerlichem Namen Jordan Napieray. Im vergangenen Jahr hat sie das Magazin "Glamour" als "Gamechanger" geehrt. Sie zeige, dass Mut und Verletzlichkeit zusammengehören, teilte die Zeitschrift zur Begründung mit. Sie sprenge Grenzen, zeige Haltung und setze neue Maßstäbe. Die Künstlerin aus Brandenburg gehöre zu den "einflussreichsten Stimmen des deutschsprachigen Musikbusiness".

In ihren persönlichen Texten geht es oft um Themen wie Selbstliebe, Selbstbestimmung, Sexismus oder eigene Ängste. Besonders wichtig sei ihr das Thema mentale Gesundheit, sagte die Rapperin der "Glamour": "Meine Fans sind sehr jung, und ich weiß, wie schwer es ist, jung zu sein - besonders in dieser Zeit". Sie selbst sei mit Depressionen und Panikstörungen aufgewachsen. "Ich möchte zeigen: Ich bin genauso wie ihr. Und ich will dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen - Therapie ist nichts Schlimmes". 

Quelle: ntv.de, jki

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