Unterhaltung

"Mit Abstand die beste Leistung" René Casselly ist Dancing Star 2022

Janin Ullmann fackelt mit ihrem finalen Tanz das ganze Studio ab und Mathias Mester übertrifft sich noch einmal selbst. Am Ende dieser emotionalen Reise aber gewinnt René Casselly die 15. Jubiläumsstaffel von "Let's Dance". Dieses Finale war "ganz großes Kino".

"Das sind keine 10, das sind keine 30 Punkte und eigentlich können wir das mit der Bewertung jetzt hier auch lassen", sagt Joachim Llambi im Finale von "Let's Dance" zu René Casselly, dem Gewinner dieser denkwürdigen Show. Drei Monate und mehr als 90 Trainingstage liegen hinter den Kandidaten. Mit jeder weiteren Show merkte man, wie sehr die Tanzpartner ackerten, zusammenwuchsen und auf dem Parkett immer sicherer wurden.

Bei Casselly wurde in dieser Zeit immer ein bisschen gemosert, er würde zu viel Artistik zeigen und dafür zu wenig Tanzschritte. Dafür lieferten er und seine Partnerin Kathrin Menzinger aber spektakuläre Bühnenshows ab, die teils nicht mehr von dieser Welt schienen. Oft fehlte der Jury jedoch das letzte bisschen, das sie aus den Stühlen warf. Damit gemeint war, dass der "Natural Latin Boy" scheinbar niemandem einen Blick in sein Innerstes gestattete und stets zu professionell, gar als verbissen galt. Der 25-Jährige kommt aus einer Zirkusfamilie, er ist von klein auf an den harten Trainingsalltag gewöhnt und vor allem daran, Leistung zu erbringen. Für offene Gefühle ist in so leistungsorientierten Berufen oft kein Platz.

Diese aber zeigte er im Finale mehr denn je. "Was ihr macht, ist unglaublich!", lobten die Juroren Kathrin und René nach ihrem Lieblingstanz, einem "sensationellen" Tango. Längst schon war den meisten Zuschauern der Atem gestockt, am Ende hatte es sogar Llambi die Worte verschlagen: "Ich bin nicht aufgestanden, weil ich sprachlos war."

Einfach "ganz großes Kino"

Der Final-Freestyle der Gewinner aber war "mit großem Abstand die beste Leistung". In diesem letzten Tanz ist schlicht alles drin gewesen: Kunst, Leidenschaft, vollkommene Hingabe für das Tanzen, einfach "ganz großes Kino". Es flossen Tränen bei Motsi, das Publikum tobte, und auch wenn Janin Ullmann sehr lange als Favoritin dieser Staffel galt: Es war Casselly, der an diesem Abend noch eine Schippe draufgelegt hat.

Dieses Finale war voller grandioser, ganz wunderbarer Momente. Allein die Kostüme der Tänzer und Tänzerinnen: einfach nur märchenhaft. Alles funkelte und glitzerte und selbst Jan Köppen, der den kranken Daniel Hartwich ersetzte, kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Aber gab es nicht auch Abstriche? Irgendetwas, was nicht geklappt hat? Nein! Dieses Finale hat sich selbst übertroffen. Okay, vielleicht hat man so manchen der ausgeschiedenen Kandidaten, die an diesem Abend noch einmal anwesend waren, angesehen, dass sie wirklich zwei linke Beine haben, aber das war es dann auch.

Ullmann geht als Zweitplatzierte dieser Jubiläumsstaffel hervor. Bei ihrem Cha-Cha-Cha versprühte sie, genauso wie der Drittplatzierte Mathias Mester, pure Lebensfreude. Der Chef-Juror war sogar der Meinung, die Moderatorin habe fast schon "ein bisschen zu viel herausgeholt". Von ihrer "Let's Dance"-Reise nehme sie mit, dass sie gelernt habe, loszulassen. Was sie in ihrem Lieblingstanz, einem Contemporary, umgehend unter Beweis stellte.

"Einfach eine super unterhaltsame Nummer"

In ihrem finalen Burlesque-Tanz lebte die 40-Jährige dann ein letzten Mal all ihre Gefühle aus. Köln-Ossendorf eskalierte, die Stimmung ging durch die Decke und man kann an dieser Stelle nur hoffen, dass Janin mit der "Let's Dance"-Familie auf Tour geht. Genauso wie der drittplatzierte Mathias Mester. Llambi, von Köppen herrlich ironisch als "Ruhrpott-Goethe" bezeichnet, lobte den Leichtathleten für dessen "schön ordentlich durchgetanzte Rumba".

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Auch bei seinem Lieblingstanz, einem Paso Doble, hat "der kleine Mann mit dem großen Herzen" abgeliefert - und zwar "ohne einen Fehler". Der Sportler hat an diesem Abend eine wichtige Botschaft, die er jedem Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, mit auf den Weg geben möchte: "Man sollte sich von niemandem seine Träume und seine Ziele kaputtmachen lassen."

Pure Selbstironie und Spaß pur bekam der Zuschauer bei Mesters finalem "Schlümpfe"-Freestyle zu sehen. "Einfach eine super unterhaltsame Nummer", so das Lob der Jury. Letztlich aber war es tatsächlich so, wie Casselly sagte: "Wer gewinnt, ist gar nicht mehr wichtig." Mester hat gewonnen, weil er sich am Anfang dieser Reise niemals im Finale gesehen hat, Janin, weil sie gelernt hat, loszulassen, und René Casselly, weil er verstanden hat, dass man, um mit dem Herzen zu tanzen, nicht perfekt sein muss. Somit enden drei Monate voller Emotionalität und vieler magischer Momente. Bis zum nächsten Jahr!

Quelle: ntv.de

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