Roman als TherapieLutz van der Horst wollte Sexualität nicht mehr verbergen

Comedian und Satiriker Lutz van der Horst veröffentlicht seinen ersten Roman, und der trägt deutlich autobiografische Züge. Unter anderem ist seine Hauptfigur bisexuell, wie der Autor selbst. In einem Interview spricht er über sein Coming-Out.
Lutz van der Horst ist als Außenreporter der ZDF-"heute-show" bekannt dafür, seine Gesprächspartner mit Witz und Ironie aus der Reserve zu locken. Diese Qualitäten zeigte er wiederholt auch als Gast bei Olivia Jones' und Angela Finger-Erbens Show "Die Stunde danach", die traditionell im Anschluss an das RTL-Dschungelcamp läuft.
Doch hinter der Fassade des vermeintlich immer gut gelaunten Comedians verbirgt sich auch eine verletzliche Seite, wie er nun in seinem ersten Buch "Konfetti-Blues" offenbart. Für den gebürtigen Kölner, der im vergangenen Jahr seinen 50. Geburtstag feierte, war die Arbeit an diesem Roman mehr als nur ein kreatives Projekt. Über zwei Jahrzehnte hinweg sei sie Teil einer persönlichen Therapie gewesen, so van der Horst im Gespräch mit dem Magazin "Bunte".
Bisexualität spielt zentrale Rolle
Die Wurzeln des Werks reichen bis in eine schwere Lebenskrise zurück, die er demnach bereits vor zwanzig Jahren durchlebte. Die Geschichte um den Protagonisten Max sei zwar Fiktion, trage jedoch autobiografische Züge. Der Weg zur Veröffentlichung des Romans war offenbar steinig: Sein damaliges Management habe ihm davon abgeraten, die Themengebiete "Partys, Drogen und Queersein" zu thematisieren, erklärt van der Horst weiter. "Das können wir nicht veröffentlichen", hieß es damals.
Besonders das Thema Bisexualität nimmt im Leben der Romanfigur Max eine zentrale Rolle ein. Autor Lutz van der Horst selbst habe schon früh gespürt, dass er "anders empfindet", konnte diese Gefühle jedoch lange Zeit nicht richtig einordnen. Ein dramatisches Coming-out im klassischen Sinne gab es aber nicht, berichtet er in dem Interview: "Ich habe mich nie vor eine große Gruppe gestellt und es verkündet." Stattdessen entschied er sich für einen Weg der schrittweisen Offenheit und hörte schlichtweg auf, seine Sexualität vor seinem Umfeld zu verbergen.
