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Vom eigenen Vater Rosie O'Donnell wurde als Kind missbraucht

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US-Moderatorin und Schauspielerin Rosie O'Donell hat viele Jahre geschwiegen. Erst jetzt erzählt sie, was ihr als Kind passiert ist.

(Foto: imago/Pacific Press Agency)

Rosie O'Donnell setzt sich schon lange für Opfer sexueller Gewalt ein. Jetzt erzählt sie in einem Interview darüber, dass sie selbst als Kind missbrauchte wurde - von ihrem eigenen Vater. Sie spricht auch darüber, was die Übergriffe damals beendete.

In dem im April erscheinenden Interview-Buch "Ladies Who Punch: The Explosive Inside Story of 'The View'" von Ramin Setoodeh berichtet Rosie O'Donnell zum ersten Mal über den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater. Der inzwischen Verstorbene soll sich an ihr vergangen haben, bis sie zehn Jahre alt war. Dem US-Magazin "Variety" liegen entsprechende Auszüge aus dem Buch vor.

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Die heute 56-jährige US-Moderatorin und Schauspielerin berichtet, dass die Übergriffe erst aufhörten, als ihre Mutter Roseann starb. "Es fing sehr früh an. Und als meine Mutter starb, endete es gewissermaßen auf eine seltsame Art und Weise, denn plötzlich hatte er fünf Kinder, um die er sich kümmern musste. Im Großen und Ganzen ist es nichts, über das ich gerne rede. Natürlich verändert es jeden. Jedes Kind, das in diese Lage versetzt wird, vor allem, wenn es jemand in der Familie ist, fühlt sich komplett machtlos und eingesperrt, denn die Person, der du es sagen würdest, ist die Person, die es macht", erzählt sie.

"Anti-Polanski und Anti-Allen"

O'Donnells Vater starb vor vier Jahren. Obwohl sie selbst noch nie zuvor offen über den Vorfall geredet hat, setzt sie sich schon lange für Opfer sexueller Gewalt ein. Sie war auch eine der ersten, die Dylan Farrow öffentlich unterstützte, als die öffentlich machte, von ihrem Adoptivvater Woody Allen sexuell missbraucht worden zu sein. In dem Interview fügt O'Donnell hinzu: "Ich bin sehr Anti-Roman-Polanski und Anti-Woody-Allen. Es gibt eine sehr klare Linie für mich."

Die heute 32 Jahre alte Dylan Farrow sagte 2018 dem US-Sender CBS, sie sei als Siebenjährige von Allen missbraucht worden. Schon 2013 und 2014 hatte sie über den Vorfall auf dem Speicher des Hauses ihrer Mutter Mia Farrow gesprochen. Erstmals war dieser Vorwurf in den 1990er-Jahren im Zuge des Sorgerechtsstreits zwischen Allen und Farrow aufgekommen. Die Trennung zwischen der Schauspielerin und Allen sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil sie durch die die Affäre des Regisseurs mit Farrows damals 21-jähriger Adoptivtochter Soon-Yi Previn ausgelöst worden war. Mit ihr ist Allen bis heute zusammen, die zwei haben zwei gemeinsame Adoptivtöchter.

Gegen Allens Regisseurkollegen Roman Polanski läuft in den USA seit gut 40 Jahren ein Verfahren wegen der Vergewaltigung einer 13-Jährigen. Seither ist er nicht mehr in die Staaten eingereist. 2017 meldete sich dann eine weitere Frau, die behauptete, von dem heute 85-jährigen Oscarpreisträger als 16-Jährige sexuell missbraucht worden zu sein. Auch eine andere Frau namens Marianne Barnard behauptete 2018, 1975 mit zehn Jahren Opfer eines Übergriffs durch Polanski geworden zu sein. Die Tat ist aber bereits verjährt.

Quelle: n-tv.de, nan

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