Hauptpreis für "Gelbe Briefe"Sandra Hüller gewinnt als beste Schauspielerin bei Berlinale

Die Berlinale ist das wichtigste Filmfestival in Deutschland und eines der bedeutendsten weltweit. Mit Sandra Hüller wird einer deutschen Schauspielerin bereits zum zweiten Mal der silberne Bär verliehen. Sie wird für ihre Rolle im Drama "Rose" ausgezeichnet.
Die Schauspielerin Sandra Hüller ist bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet worden. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama "Rose" von Markus Schleinzer.
Hüller verkörpert darin eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert in einem kleinen, abgelegenen Dorf als Mann ausgibt. Einzig so sieht sie die Chance auf ein freies, selbstbestimmtes Dasein. Als sie entlarvt wird, kennt die Dorfgemeinschaft kein Erbarmen. Der österreichische Regisseur Schleinzer erzählt die Geschichte in strengen Schwarz-Weiß-Bildern.
Die Thüringerin gewann bereits 2006 den Silbernen Bären als beste Darstellerin für ihre Rolle in dem Drama "Requiem". 2024 war sie für ihre Hauptrolle im Justizdrama "Anatomie eines Falls" für einen Oscar nominiert.
"Rose" beleuchtet das noch heute aktuelle Thema der Stigmatisierung und Unterdrückung von Menschen, die einen von vermeintlichen Normen abweichenden Lebensstil führen möchten. Im Interview der dpa erzählte Hüller, sie habe für die Rolle Krafttraining und Kampftraining absolviert.
Das Politdrama "Gelbe Briefe" des Berliner Regisseurs İlker Çatak hat den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Das gaben die Internationalen Filmfestspiele in Berlin bekannt.
Damit hat erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals erhalten. Zuletzt hatte "Gegen die Wand" von Fatih Akin im Jahr 2004 den Goldenen Bären gewonnen.
Regisseur und Drehbuchmitautor Çatak ("Das Lehrerzimmer") erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara. Die deutliche politische Positionierung des Paares führt zu einem Berufsverlust und damit materieller Not. Sie sollen mundtot gemacht werden.
Die Berlinale ist das wichtigste Filmfestival in Deutschland und eines der bedeutendsten weltweit. Bei der mittlerweile 76. Ausgabe konkurrieren 22 Produktionen im Wettbewerb. 2025 gewann der Film "Oslo-Stories: Träume" ("Droemmer") des norwegischen Filmemachers Dag Johan Haugerud den Goldenen Bären. Der Ehrenbär für das Lebenswerk wurde bereits zum Auftakt des Festivals am 12. Februar an die an die malaysische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh verliehen.