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Fiese Sprüche über ihre BrüsteSarah Engels macht einen Song aus Hasskommentaren

22.04.2026, 16:30 Uhr
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Nimmt Instagram-Hate mit Humor: Sarah Engels.

Wer in der Öffentlichkeit steht, ist oft mit Hass im Netz konfrontiert. Sarah Engels kann ein Lied davon singen. Buchstäblich. Deutschlands ESC-Hoffnung macht aus Hate-Kommentaren jetzt nämlich einen Song.

"In einem BH, wo nichts drin ist, läuft die rum", "Seit diesem Song sind deine Brüste nochmal geschrumpft" oder "Die geht mir so auf den Sack. Ich hoffe, wir werden Letzter beim ESC, dann ist die Frau hoffentlich Geschichte." Das sind nur drei von vielen Hasskommentaren, die Sarah Engels aktuell in den sozialen Medien über sich lesen muss.

"Ich nehme vieles davon mit Humor. Ich lache darüber. Wirklich", beteuert die Sängerin, die am 16. Mai Deutschland beim Eurovision Song Conest (ESC) in Wien vertreten wird, nun in einem Instagram-Post. Den Beweis, wie charmant man dem Hass im Netz begegnen kann, liefert sie prompt ab. Ein Video auf ihrem Account zeigt Engels in der Maske. Während ihr die Haare gestylt werden, stellt sie ihren Fans einen "ganz besonderen Song" vor, den sie geschrieben hat. "Er heißt 'Hasskommentare'", erklärt sie. Und tatsächlich hat die 33-Jährige einige besonders böse Sprüche aus ihrer Kommentarspalte zusammengesucht, die sie nun - unterlegt von getragener Gitarrenmusik - in Balladenform vorsingt. Die Namen der Personen, die verantwortlich für die fiesen Kommentare sind, zeigt sie dabei offen.

Am Ende kann sich Engels das Lachen dann selbst nicht verkneifen. Beim Kommentar "Rasier' dir mal die Haare auf deinen Zähnen" prustet sie los und fragt ihr Styling-Team, ob jemand zufällig einen Rasierer dabeihat.

"Worte können echten Schaden anrichten"

Es ist auszuschließen, dass es "Hasskommentare" auf Engels' nächstes Album schafft, dennoch dürfte die Botschaft hinter dem improvisierten Song klar sein. "Mal Spaß beiseite", schreibt die Sängerin zu ihrem Video und erinnert daran, dass es "da draußen ganz viele Menschen gibt", die über Kommentare dieser Art nicht lachen und sie auch nicht mit Humor nehmen können. "Worte können echten Schaden anrichten. Deshalb: Denkt vielleicht einen Moment nach, bevor ihr etwas schreibt. Vor allem, wenn es um das Aussehen einer Frau geht. Niemand hat das Recht, einen Menschen darauf zu reduzieren", appelliert Engels an ihre Community.

Auch zum Thema ESC möchte sie noch etwas loswerden: "Ich spüre gerade so viel Liebe, vor allem international. Und ich bin unglaublich stolz, mein Land vertreten zu dürfen. Umso mehr wünsche ich mir, dass wir auch hier lernen, uns gegenseitig mehr zu supporten, statt uns kleinzumachen oder schlecht zu reden". Deutsche hätten "dieses Image nach außen, kritisch, negativ, manchmal auch hart miteinander zu sein". Genau deshalb wolle sie in Wien zeigen: "Wir sind auch anders. Lasst uns Europa überraschen. Lasst uns zeigen, dass Deutschland auch laut, liebevoll, unterstützend und stolz sein kann." Engels hofft, dass ESC-Fans im Anschluss an den Musikwettbewerb schwärmen: "Wow ... Deutschland hat sich dieses Jahr von einer ganz anderen Seite gezeigt." Schließlich liege es in der Hand aller Deutschen, "welches Bild wir nach außen tragen wollen", so die Musikerin.

Sie freue sich jedenfalls schon sehr auf Wien, erklärt sie: "Für mich geht es um so viel mehr als um eine Platzierung. Es geht um Musik. Musik, die Menschen verbindet. Musik, die keine Sprache braucht. Und bei meinem Song ganz besonders: um eine Botschaft, die ich mit der ganzen Welt teilen möchte." Und damit meint Engels in diesem Fall nicht ihren improvisierten Song "Hasskommentare", sondern natürlich ihren ESC-Beitrag "Fire".

Quelle: ntv.de, csp

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