"Ralf & Étienne: Wir sagen Ja!""Sein Wein ist sein Baby!"

Wie verlief das erste Kennenlernen? Wie ist es um Ralfs Französischkenntnisse bestellt? Und welche Rolle spielt guter Wein im Leben der beiden Verliebten? Ralf Schumacher und Étienne Bousquet-Cassagne bringen Licht ins Dunkel.
Nach seinem Facelifting kehrt Étienne zurück nach Hause, wo er von seinem sichtlich angespannten Verlobten schon sehnsüchtig erwartet wird. "Ich hätte mir gewünscht, dass er das Ganze erst im Herbst macht", erklärt Ralf mit zerknirschtem Blick. Der eitle Étienne ist aber trotz großer Schmerzen und dicker Wangenbandagen guter Dinge, dass bis zum Hochzeitswochenende alles wieder verheilt sein wird. Am nächsten Tag kommt Ralf auf der Weinmesse in Düsseldorf im intensiven Gespräch unter Experten auf andere Gedanken - und dennoch bleiben die bevorstehende Hochzeit und der noch zu gehende Weg dahin ständig präsent.
Bei einem Besuch in ihrem Kennenlern-Hotel am französischen Mittelmeerstrand Plage des Fourmis können Ralf und Étienne in Erinnerungen schwelgen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und strahlenden Augen erzählt Étienne, wie es einst beim ersten Kennenlernen um ihn geschah: "Für mich war es Liebe auf den ersten Blick", verrät der Franzose. Ralfs Lächeln habe ihn auf der Rückfahrt nach Nizza nicht mehr losgelassen. "Ich habe im Auto geträumt", kichert Étienne.
Im prunkvollen "Royal Riviera" hätte Ralf auch gerne schon in der ersten Nacht etwas Zweisamkeit genossen. Aber von Étienne gab es erst einmal einen Korb: "Er fragte mich, ob wir zusammen in einem Zimmer schlafen wollen. Aber ich sagte ihm, das Ganze sei noch etwas zu frisch", erinnert sich der 36-Jährige. Der Korb hatte aber kein langes Haltbarkeitsdatum. Schon in der zweiten Nacht fanden die beiden Turteltauben zueinander.
Französisch für Anfänger und Botox für Quergestellte
Für die Liebe hat Étienne extra Deutsch gelernt. Dem romantischen, leicht vorwurfsvollen Blick seines Verlobten kann Ralf nicht wirklich standhalten. Ralfs Französischkenntnisse? Fehlanzeige. "Da bin ich zu faul, ehrlicherweise", gesteht der gebürtige Rheinländer. Die bisweilen grundverschiedenen Attitüden sorgen immer wieder für kleinere Alltagsunebenheiten. Die Liebe ist aber so groß, dass man mit ganz viel Zuneigung und einer Prise Humor immer wieder zueinanderfindet. Während eines kurzen Kontrollbesuchs bei Étiennes Vertrauensarzt wird die außergewöhnliche Verbindung der beiden noch einmal deutlich. Zwar stellt sich Ralf beim Thema "Botox im Gesicht" zunächst quer. Aber nach ein bisschen Überzeugungsarbeit vom praktizierenden Experten lässt sich auch der einstige Rennfahrer ein paar Spritzen verpassen. Ralf und Étienne finden immer wieder zueinander - manchmal "auf Anraten" eines mit den Augen zwinkernden Arztes, meist aber ohne Hilfe von außen.
Beim gemeinsamen Trip zum Schumacher-Weingut in Slowenien tauschen Étienne und Ralf mal eben kurz die Rollen. "Mein Großvater war auch ein Weinbauer", erzählt der Franzose, ehe er sich auf den Traktor schwingt und mit Ralf an seiner Seite eine Runde durch das Traubenfeld dreht. Beim späteren Gespräch, bei dem es in Anwesenheit von mehreren Weinkennern und Experten auch um das Etikettendesign und die Geschmacksrichtung des Hochzeitweins geht, ist auch Sohn David mit von der Partie. Der bekommt auch gleich mal des Vaters schroffe Seite zu spüren, als es um die Geschmacksbewertung eines verkosteten Weins geht.
"Er ist ein sehr ehrlicher und direkter Mensch"
David nimmt seinen Vater aber sofort in Schutz. "Er ist ein sehr ehrlicher und direkter Mensch. Es gibt Leute, die das sehr mögen und andere, die das abgrundtief schrecklich finden", so der 24-jährige Rennfahrer. Auch Étienne bricht eine Lanze für seinen Verlobten: "Sein Wein ist sein Baby!", erklärt der Franzose. Die Laune steigt schnell wieder, als das Thema "Trauzeuge" auf den Tisch kommt - denn David hat gute Nachrichten. Der Rennstall von David hat sich mittlerweile gemeldet und ihn für ein anderes Rennen eingeteilt, sodass seiner angedachten Rolle als Trauzeuge nichts mehr im Wege steht. Da kann man doch gleich mal eine Schampusflasche köpfen und Étiennes Lieblingssong in Dauerschleife hören. Und jetzt alle: "We can't go on together with suspicious minds ..."