Unterhaltung

Von Fischer bis Douglas Senta Berger schildert Missbrauchserlebnisse

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Auch sie hat in ihrer Karriere so manchen "MeToo"-Moment erlebt: Senta Berger.

(Foto: imago/photothek)

Hinter der mittlerweile 79-jährigen Senta Berger liegt eine lange Schauspielkarriere. Eine Karriere, in der sie offenbar auch so manche Übergriffe durch männliche Kollegen erleben musste. So packt sie jetzt über eine ganze Reihe von Vorfällen aus.

Nun spricht auch Schauspielerin Senta Berger über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen in ihrer Branche. Sie habe während ihrer Karriere immer wieder derartige Situationen am Set erlebt, sagt die mittlerweile 79-jährige Schauspielerin in einem Interview mit der "Zeit".

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Mit O. W. Fischer spielte sie unter anderem in "Es muss nicht immer Kaviar sein".

(Foto: imago images / United Archives)

Demnach versuchte etwa ihr Schauspielkollege O. W. Fischer bei den Dreharbeiten zu "Es muss nicht immer Kaviar sein", sie zu vergewaltigen. "Danach hätte ich eigentlich sagen müssen: Ich kann morgen nicht mit Ihnen drehen und diesen Film nicht mit Ihnen machen. Aber O. W. Fischer hat gewusst, dass ich das nicht sagen würde", sagt Berger der "Zeit". Stattdessen habe sie kein privates Wort mehr mit ihm gewechselt.

Am Ende der Dreharbeiten habe sich Fischer mit dem Faust-Zitat "Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan" entschuldigt. Es ist nicht das erste Mal, dass Berger Fischer öffentlich anklagt: Schon 2006 hatte sie in ihrem Buch "Ich weiß ja, dass ich fliegen kann" von diesem und weiteren Übergriffen berichtet.

Eine "unglaubliche Zusammenführung"

In dem neuen Gespräch berichtet Berger zudem, auch Hollywood-Star Kirk Douglas habe einmal versucht, ihr näherzukommen. Douglas, mit dem sie für den Film "Der Schatten des Giganten" vor der Kamera stand, soll versucht haben, sie gegen ihren Willen zu küssen. Nachdem sie ihren Kopf weggedreht habe, versuchte der Schauspieler mit russisch-jüdischen Wurzeln laut Berger, sich mit folgendem Satz zu rechtfertigen: "Deine Leute haben meine Leute getötet." Sie habe das als "unglaubliche Zusammenführung" empfunden, erklärt die Schauspielerin.

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Kirk Douglas war Bergers Filmpartner in "Der Schatten des Giganten".

(Foto: imago images/Everett Collection)

Der Fall des gefallenen Filmmoguls und mittlerweile verurteilten Sexualstraftäters Harvey Weinstein habe sie nicht wirklich erstaunt, sagt Berger. Auch mit dem US-amerikanischen Produzenten Darryl Zanuck, den sie als "Harvey-Weinstein-Figur" bezeichnet, habe sie einst in New York einen ähnlichen Vorfall erlebt: Zanuck lud sie demnach auf sein Hotelzimmer ein und verfolgte sie dann im Bademantel. Kolleginnen hätten ihr gesagt, dass dies ein "gängiges" Verhalten sei, so Berger.

Mittlerweile würden sich die Machtverhältnisse ändern, glaubt Berger. "Aber meiner Ansicht nach wird zu viel über die Sprache und Gendersternchen diskutiert und zu wenig über die realen Verhältnisse. Und zu viel über Schauspielerinnen und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen", fügt sie hinzu.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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