Aus "politischen Gründen"Ski Aggu sagt fast ausverkauftes Konzert in den USA ab

Man sollte nicht alles, was Ski Aggu ironisch so von sich gibt, auf die Goldwaage legen. Doch in diesem Fall ist es ihm offenbar todernst: Der Rapper sagt einen nahezu ausverkauften Auftritt in New York ab - um "Verantwortung zu übernehmen", wie er erklärt.
In Deutschland hat sich der Herr mit der Skibrille längst zu einer festen Rap-Größe gemausert. Doch Ski Aggu bemüht sich nach Kräften darum, auch in anderen Ländern Fuß zu fassen. So brachte er etwa im Dezember erst eine "World Tour" zu Ende, die ihn unter anderem nach Großbritannien, Frankreich und in die USA führte.
Auch wenn der 28-Jährige nach dem Trubel der vergangenen Jahre 2026 etwas kürzertreten wollte, hat er für dieses Jahr dann doch einige Auftritte geplant. So stand unter anderem am 25. April auch ein Konzert in New York auf dem Plan, das bereits nahezu ausverkauft gewesen sein soll. Doch aus der Show wird nichts.
So hat August Jean Diederich, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, die Veranstaltung persönlich abgesagt. Das geht aus einem auf Englisch verfassten Schreiben hervor, das in den sozialen Netzwerken kursiert und offenbar per Mail an die Menschen rausging, die bereits ein Ticket für das Konzert erworben haben.
"Es bricht mir das Herz"
"Ich muss euch mitteilen, dass ich entschieden habe, meine New-York-Show zu canceln", heißt es zu Beginn des Schreibens, ehe Ski Aggu eine ausführliche Begründung formuliert. "Das ist nichts, was ich so einfach mache. Es bricht mir das Herz", beteuert der Berliner. Nicht nur die Fans, sondern auch er habe sich auf das Konzert gefreut. Daher tue ihm die Absage "wirklich leid".
Auch wenn er dadurch Geld und künftige berufliche Möglichkeiten aufs Spiel setze, könne er "nicht einfach leise bleiben", so der Sänger. "Ich sage das Konzert aus politischen Gründen ab."
Dann führt Ski Aggu aus, weshalb sich der Entschluss für ihn richtig anfühle: "In den vergangenen Monaten haben sich die Dinge in eine Richtung entwickelt, die es hart für mich macht, einfach aufzukreuzen, aufzutreten und so zu tun, als sei alles normal. Die Geschichte lehrt uns: Wenn Systeme auf diese Art ins Rutschen geraten, bedeutet Schweigen und Weggucken nicht, neutral zu sein. Ich möchte niemand sein, der nichts getan oder gesagt hat."
Ist das Schreiben echt?
Es gehe für ihn nicht darum, sich politisch auf eine Seite zu schlagen, betont Ski Aggu. "Es geht darum, grundlegende demokratische Werte zu schützen und Verantwortung zu übernehmen, damit sich Geschichte nicht wiederholt." Er hoffe, mit seinem Entschluss auf Verständnis zu stoßen. "Ich liebe meine Fans in den USA und vor allem in New York. Das ist keine Entscheidung gegen euch", betont er. Er wünsche sich, bald wieder in den USA zu sein und aufzutreten - "unter besseren Bedingungen", wie er schreibt.
Auch wenn Ski Aggu US-Präsident Donald Trump und dessen Administration oder konkrete politische Aktionen der US-Regierung nicht explizit erwähnt, dürfte klar sein, worauf er mit seinen Worten abzielt. Und wenngleich sich Ski Aggu in seinen Texten oft ironisch geriert, ist in diesem Fall doch anzunehmen, dass sein Statement ernst gemeint ist.
Da es zunächst keine offizielle Bestätigung für die Echtheit des Schreibens gab, äußerten einige Nutzer allerdings Zweifel an dessen Authentizität. Jedoch können auf der Online-Plattform "AXS" inzwischen tatsächlich keine Tickets mehr für das New-York-Konzert des Rappers gekauft werden. "Abgesagt", ist dort in dicken, roten Lettern zu lesen. "AXS" ist ein seriöser Ticket-Händler, der zum Veranstaltungskonzern Anschutz Entertainment Group gehört.