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Mobbing wegen "Game of Thrones" Sophie Turner spricht über ihre Depression

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In "Game of Thrones" spielt Turner die Rolle der Sansa Stark.

(Foto: picture alliance/dpa)

In "Game of Thrones" spielt sie die resolute Sansa Stark, im wahren Leben hat Schauspielerin Sophie Turner aber mit großen Selbstzweifeln zu kämpfen. Diese wurden unter anderem durch Cyber-Mobbing ausgelöst. Um anderen zu helfen, spricht sie nun offen über ihre Depression.

"Game of Thrones"-Schauspielerin Sophie Turner ist seit etwa fünf Jahren an Depressionen erkrankt. Das hat sie dem Psychologen und Moderator Phil McGraw in seinem Podcast "Phil in the Blanks" erzählt. "Die größte Herausforderung für mich ist, aus dem Bett und dem Haus zu kommen", sagte die 23-Jährige.

Rat und Nothilfe

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Bis sie 17 Jahre alt war, hatte sie keine Probleme, dann aber kamen die psychischen Schwierigkeiten sehr plötzlich: "Meine Freunde gingen an die Universität. Ich habe zwar gearbeitet, aber immer noch zu Hause bei meinen Eltern gewohnt. Ich fühlte mich sehr alleine." Bereits mit 14 Jahren wurde sie für die Erfolgsserie gecastet und stand seitdem vor der Kamera. Damals habe sie sogar über Suizid nachgedacht, erzählt sie im Interview, und eine Psychotherapie begonnen.

"Ich habe das alles geglaubt"

Ein weiterer Auslöser für die Depressionen war das Cyber-Mobbing, das ihr wegen ihrer Rolle als Sansa Stark in der preisgekrönten Fantasy-Serie widerfuhr: "Ich denke, es war ein Katalysator. Man sieht zehn tolle Kommentare und man ignoriert sie. Und dann kommt ein negativer Kommentar und das wirft einen um." In Hasskommentaren wurden unter anderem ihre Haut, ihr Gewicht und ihre Leistung als Schauspielerin kritisiert. "Ich habe das alles geglaubt: Ich habe fleckige Haut, ich bin fett, ich bin eine schlechte Schauspielerin."

Ihre Schauspielkollegin Maisie Williams, die in "GoT" ihre Schwester Arya Stark spielt, war für sie eine Leidensgenossin. "Sie war die Einzige, mit der ich über all das geredet habe", sagte Turner. Die beiden jungen Mädchen hätten oft einfach nur im Zimmer gesessen oder im Bett gelegen. Während der Dreharbeiten hätten sie mehrere Jahre lang keine neuen Kontakte aufgebaut - es habe nur sie beide gegeben. "Ich hatte keine Motivation, rauszugehen oder sogar meine besten Freunde zu sehen", erzählte Turner über diese Zeit.

Liebe half Turner

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Dank ihres Verlobten geht es Turner besser.

(Foto: imago images / MediaPunch)

Ihr Verlobter Joe Jonas habe aber dazu beigetragen, dass es ihr jetzt besser gehe: "Wenn dir jemand jeden Tag sagt, dass er dich liebt, dann machst du dir darüber Gedanken, warum das so ist. Ich denke, es bringt dich dazu, dich selbst ein bisschen mehr zu lieben", so die 23-Jährige. Seit 2016 ist sie mit dem Musiker liiert, seit 2017 sogar verlobt.

Turner wolle ein Vorbild für Menschen sein, die ähnliche Probleme hätten: "Ich möchte erreichen, dass die Leute sich nicht so alleine fühlen und sich ermutigt fühlen, mit jemandem zu reden." Zudem wolle sie nun nach dem Ende der "GoT"-Dreharbeiten einen Gang zurückschalten und sich auf ihre mentale Gesundheit konzentrieren.

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Quelle: n-tv.de, lsc/spot

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