Unterhaltung

"Mercedes Benz unter den Frauen" Superwoman Tufts rettet deutsche Omas

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Gayle Tufts ist auf der Suche nach den Superwomen dieser Welt.

(Foto: Robert Recker)

Ein Besuch bei Gayle Tufts in Berlin ist wie das Treffen mit einer alten Freundin. Man spricht über Politik, weibliche Vorbilder und den schlechten Ruf von Kartoffeln. In ihrer Show "Superwomen" erklärt sie zudem, warum deutsche Omas klasse sind.

Wer einen Abend zu Gast bei Comedian Gayle Tufts (ausgesprochen Tafts, darauf legt die 56-Jährige Wert) im Berliner Tipi am Kanzleramt verbringt, möchte vor allem zwei Dinge: unterhalten werden und lachen. Ihr neues Showprogramm "Superwomen" liefert aber weit mehr als das. Seit 25 Jahren lebt die gebürtige US-Amerikanerin in Deutschland. Ihre klugen Beobachtungen über die Gesellschaft sind ebenso legendär wie ihr Denglisch. An diesem Abend wird sie begleitet von ihrem "Man of Stil aus Downtown Bad Freienwalde", dem Komponisten Marian Lux.

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"Wir sollten nett zu Hillary sein. Wir brauchen sie", mahnt Gayle Tufts.

(Foto: Robert Recker)

Die Tische im Tipi stehen eng. Die Damen am Nachbartisch sind guter Laune. Als das Licht gedimmt und die Kerzen gelöscht werden, betritt die zauberhafte Moderatorin Marlene die Bühne. Die beinahe zwei Meter große, blonde Dragqueen mit einer Figur zum Niederknien eröffnet den Abend. Sie ist die "Beauty of Beautys", wie Tufts nach Marlenes Einführung zutreffend feststellt.

Ihre Show beginnt Tufts mit einem musikalischen Statement: "I'm gonna save the world tonight". Im schwarzen Anzug, mit Superheldinnenshirt und hohen Pumps spricht sie über Geschlechterverhältnisse, Ernährung und die deutsche Wiedervereinigung. Dabei stellt sie fest, dass "alles, was mit einem Soundtrack von David Hasselhoff beginnt, nicht gut ausgehen kann". Aber auch der Mangel an weiblichen Heldenfiguren stößt der Komikerin auf. "Was ist mit all die Frauen in der Superheldenwelt?", fragt sie in den Zuschauerraum und liefert sogleich die Antwort: "Sie sind böse oder Praktikantinnen.".

Trump, Duck, Bohlen und Pegida

Natürlich äußert sich die die Amerika-Expertin von n-tv auch zum derzeitigen US-Präsidentschaftswahlkampf, und schnell wird klar, welchem Kandidaten sie ihre Unterstützung gibt. "Kinder, haltet euch die Ohren zu, ich muss zwei sehr unschöne Worte sagen: Donald Trump." Für Tufts ist der Republikaner eine Mischung aus Dieter Bohlen, Donald Duck und einem Pegida-Anhänger.

Tufts möchte nicht "everybodys cup of tea" sein. Deshalb spricht sie auch über kontroverse Themen und hält dem Publikum mit Humor den Spiegel vor. So versteht sie nicht, warum die Kartoffel in Deutschland als Dickmacher gilt und stattdessen Superfood die Kühlschränke erobert. "Quinoa klingt wie eines der Ochsenknecht-Kinder", gibt sie zu bedenken und versetzt das Publikum in schallendes Lachen. Ihr Rezept gegen den Schlankheitswahn ist simpel. Sie schaue täglich in den Spiegel und sage sich: "I'm a beautiful wonderful powerful women". Diesen Satz dürfen die Gäste dann wie ein Mantra wiederholen.

Wer das Tipi nach zwei Stunden wieder verlässt, geht daher nicht nur mit einem höheren Selbstbewusstsein nach Hause, sondern auch mit viele Fragen im Kopf. "Where have all the Petras gone?" (Warum heißt heutzutage niemand mehr Petra, Susanne oder Sabine?) hallt es gedanklich durch die Berliner Nacht. Und warum werden Senioren eigentlich nicht mehr geschätzt in der Gesellschaft. Für Tufts ist die deutsche Oma nämlich der "Mercedes Benz" unter den Großmüttern. In diesem Sinne wünscht sie ihren Gästen zum Abschied "Gesundheit und Glück" - ganz im Stile einer liebevollen Granny.

Alle Termine zu Gayle Tufts' Show "Superwoman" finden Sie hier.

 

Quelle: ntv.de