"Er hat mich gebeten ..."Trump lehnt Diddys Gnadengesuch ab

US-Präsident Donald Trump zeigt keine Gnade: Trotz eines schriftlichen Gesuchs nach Straferlass bleibt der frühere Musikmogul Sean "Diddy" Combs weiter hinter Gittern. Spannungen aus der Vergangenheit könnten Trumps Entscheidung beeinflusst haben.
Ein Gnadengesuch von Sean "Diddy" Combs stößt im Weißen Haus derzeit auf Zurückhaltung. US-Präsident Donald Trump machte nun gegenüber der "New York Times" deutlich, dass er aktuell nicht plant, den inhaftierten Musikmogul zu begnadigen. Zwar bestätigte Trump erneut, dass Combs ihn schriftlich um Gnade gebeten habe, doch klare Signale für ein Entgegenkommen setzte der Präsident nicht. Auf Nachfrage bot Trump den Reportern sogar an, den Brief zu zeigen - verzichtete dann jedoch darauf. "Er hat mich um eine Begnadigung gebeten", sagte Trump. Die Anfrage sei "durch einen Brief" erfolgt.
Sean Combs verbüßt aktuell eine Haftstrafe von 50 Monaten. Der Gründer des Labels Bad Boy Records war im Juli 2025 in zwei Anklagepunkten im Zusammenhang mit Prostitution schuldig gesprochen worden. Von schwerwiegenderen Vorwürfen wie Menschenhandel und organisierter Kriminalität wurde er hingegen freigesprochen.
Bereits im Mai 2025 war Trump auf einer Pressekonferenz gefragt worden, ob er eine Begnadigung in Betracht ziehen würde. Damals hatte er noch ausweichend reagiert und erklärt, er würde sich die Fakten ansehen, falls er den Eindruck habe, jemand sei ungerecht behandelt worden.
"Im Grunde halb unschuldig"
Trump und Combs kennen sich seit den 1990er-Jahren und wurden über Jahre hinweg gemeinsam auf Veranstaltungen fotografiert. Die Beziehung kühlte jedoch deutlich ab, als Trump 2016 in die Politik einstieg. Gegenüber dem Sender Newsmax sagte der Präsident im vergangenen Jahr: "Ich war sehr freundlich mit ihm. Ich kam gut mit ihm aus. Schien ein netter Kerl zu sein." Mit Trumps Kandidatur habe sich das Verhältnis jedoch verändert, Combs sei ihm gegenüber "sehr feindselig" geworden.
Im Präsidentschaftswahlkampf 2020 hatte Combs öffentlich Trumps Absetzung gefordert und erklärt, "weiße Männer wie Trump" müssten "verbannt" werden. Aussagen, die Trump offenbar nicht vergessen hat. "Wir sind Menschen. Wir mögen es nicht, wenn Dinge unser Urteilsvermögen trüben", sagte der Präsident. "Wenn man jemanden kannte und alles in Ordnung war, und dann kandidiert man für ein Amt und er macht solche schrecklichen Aussagen - das macht es schwieriger." Nach dem Urteil im August kommentierte Trump den Ausgang des Prozesses knapp. Combs sei "im Grunde halb unschuldig" gewesen. "Er hat einen Sieg gefeiert, aber ich schätze, es war kein so guter Sieg."
Das Strafmaß gegen Combs wurde im Oktober festgesetzt. Er wurde zu einer Haftstrafe von insgesamt 50 Monaten verurteilt, nachdem die Staatsanwaltschaft ursprünglich mehr als elf Jahre gefordert hatte. Seit seiner Festnahme im September 2024 saß Combs in Untersuchungshaft, die auf die Strafe angerechnet wird. Laut Angaben des Federal Bureau of Prisons ist seine voraussichtliche Entlassung derzeit für den 8. Mai 2028 vorgesehen. Die Polizei ermittelt jedoch in weiteren Fällen weiter gegen ihn.