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Rückzieher nach Protesten US-Verlag druckt Woody-Allen-Buch nicht

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Nach "intensiven Gesprächen" in den vergangenen Tagen habe der Verlag beschlossen, das Werk nicht wie geplant am 7. April auf den Markt zu bringen.

(Foto: REUTERS)

Die wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen umstrittene Autobiografie des US-Filmemachers erscheint nun doch nicht. Der Verlag wird das Buch des 84-Jährigen nicht drucken. Zuletzt hatten Dutzende Mitarbeiter der Verlagsgruppe die Arbeit niedergelegt.

Nach Protesten will der US-Verlag Hachette die umstrittene Autobiografie von Hollywood-Regisseur Woody Allen Berichten zufolge nicht drucken. "Die Entscheidung, von Mr. Allens Buch Abstand zu nehmen, war schwierig", sagte eine Sprecherin des Herausgebers in einer Erklärung. Der Verlag nehme die Beziehung zu Autoren sehr ernst. "Wir haben viele herausfordernde Bücher veröffentlicht und werden das auch weiterhin tun. Als Verleger stellen wir jeden Tag in unserer Arbeit sicher, dass unterschiedliche Stimmen und widersprüchliche Standpunkte zu hören sind."

Damit reagierte der Verlag offenbar auch auf die Kritik von Allens Kindern Ronan und Dylan Farrow. Die geplante Veröffentlichung der Autobiografie sei "zutiefst erschütternd", hatte seine Adoptivtochter Dylan auf Twitter kommentiert. Ihr Bruder warf dem Verlag "mangelndes Mitgefühl für die Opfer sexuellen Missbrauchs" vor. Gegen Allen liegen seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe vor. Dylan hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Die Vorwürfe waren in den 90er Jahren in zwei getrennten Verfahren untersucht worden. Allen wurde letztlich nicht angeklagt. Unterstützt von ihrer Mutter, der Schauspielerin Mia Farrow, und ihrem Bruder Ronan bekräftigte Dylan 2018 aber ihre Vorwürfe gegen den Filmemacher, die der mittlerweile 84-Jährige stets zurückwies.

Zuletzt hatten auch Dutzende Mitarbeiter der Verlagsgruppe in New York und Boston die Arbeit niedergelegt. "Wir stehen Ronan Farrow, Dylan Farrow und den Opfern sexueller Übergriffe in Solidarität zur Seite", hieß es US-Medienberichten zufolge in den E-Mail-Abwesenheitsnotizen einiger Mitarbeiter.

Die Veröffentlichung von Allens Lebensbeschreibung war in den USA, aber auch in Deutschland und anderen Ländern für den 7. April geplant. Darin geht es dem Hachette-Verlag zufolge auch um dessen "Beziehungen zu Familie, Freunden und seinen Liebsten". Auf den Erscheinungstermin der deutschsprachigen Ausgabe des Buches haben die Entwicklungen in den USA keine Auswirkungen, hatte eine Sprecherin des Rowohlt-Verlages in Hamburg gesagt.

Quelle: ntv.de, jki/dpa