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Vorwürfe um Deepfake-VideosUlmen erzielt Teilerfolg gegen "Spiegel"

24.06.2026, 06:57 Uhr
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Die Berichterstattung über Gewaltvorwürfe von Collien Fernandes an Christian Ulmen bleibt zulässig. (Foto: picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Einen Großteil der Berichterstattung des "Spiegel" über die Vorwürfe gegen Christian Ulmen hatte das Gericht erlaubt. Für den Verdacht der Herstellung und Verbreitung von Deepfake-Videos fehlten jedoch Beweise, heißt es jetzt. Der Kern der Vorwürfe bleibt davon unberührt.

Im Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Christian Ulmen und dem "Spiegel" hat das Hanseatische Oberlandesgericht einen Teil der Berichterstattung des Magazins über Ulmen untersagt. Dabei geht es um Vorwürfe im Zusammenhang mit sogenannten Deepfake-Videos, wie aus dem Beschluss des Gerichts hervorgeht. Andere Teile der Berichterstattung über Gewaltvorwürfe von Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes blieben aber erlaubt.

Ulmens Anwälte waren mit sofortiger Beschwerde gegen einen Beschluss des Landgerichts Hamburg von Anfang Mai in die nächste Instanz gegangen. Das Landgericht hatte einen großen Teil der im März veröffentlichten "Spiegel"-Berichterstattung erlaubt. Mit der Beschwerde hatten die Ulmen-Anwälte nun zum Teil Erfolg.

Demnach darf der "Spiegel" nicht den Verdacht erwecken, Ulmen habe sogenannte Deepfake-Videos, die seine Ex-Frau zeigen, hergestellt und/oder verbreitet. Hierzu fehle ein "Mindestbestand an Beweistatsachen", so die Hamburger Richter. Außerdem untersagte das Hanseatische Oberlandesgericht das Zitieren von Textpassagen aus einer E-Mail von Ulmen an seinen Verteidiger.

Darüber hinaus bestätigte das Gericht aber die Vorinstanz. So ist die Berichterstattung über Gewaltvorwürfe von Fernandes an Ulmen zulässig.

"Spiegel" hält an "virtueller Vergewaltigung" fest

Ulmens Anwälte Christian Schertz und Simon Bergmann erklärten zu dem Beschluss, insbesondere der Verdacht der Herstellung und/oder Verbreitung von Deepfake-Videos habe eine undifferenzierte öffentliche Diskussion zur Folge gehabt und zu einer "hochgradigen Vorverurteilung" Ulmens beigetragen. Der "Spiegel" wiederum erklärte zu dem Beschluss, der Vorwurf der "virtuellen Vergewaltigung" bleibe auch danach weiter bestehen.

Der heute 50 Jahre alte Ulmen und die 44-jährige Moderatorin und Schauspielerin Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.

Fernandes' Vorwürfe führten in Deutschland zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen. Wegen der Gewaltvorwürfe ermittelt seit Ende Mai die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Ulmen. Ulmen bestreitet die Anschuldigungen seiner ehemaligen Frau, es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, lno/AFP

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