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Für fast 500.000 ersteigert Unternehmer will Becker Pokale zurückgeben

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Boris Becker strahlt nach seinem Sieg bei den Australian Open 1996. Diese Trophäe lässt sich bislang nicht auffinden.

(Foto: imago images / Hasenkopf)

Nach der Insolvenz von Boris Becker kommen bei einer Auktion Trophäen und Erinnerungsstücke unter den Hammer. Ein Berliner Unternehmer ersteigert für fast 500.000 Euro eine Vielzahl der mehr als 80 Gegenstände - und will sie dem Ex-Tennis-Star zurückgeben. Die Geste hat aber einen Haken.

Während Comedian Oliver Pocher nur zwei Pokale aus der Auktion von Erinnerungsstücken der deutschen Tennis-Ikone Boris Becker ergattern konnte, darf ein Berliner Unternehmer gleich mehr als die Hälfte der Trophäen und Wertgegenstände sein Eigen nennen. Christian Krawinkel, Inhaber einer Vermögensberatung, ließ sich dieses Vergnügen 492.479 Euro kosten. Die ersteigerten Becker-Stücke will er sogar an den ehemaligen Tennis-Profi zurückgeben.

Mit seiner Aktion will Krawinkel ein Zeichen gegen Bankenwillkür setzen. Krawinkel selbst habe entsprechende Erfahrungen "mit der Gier gewisser Finanzierungsinstitute sowie unseriösen Offerten dubioser Geldgeber" gemacht, gibt er in einem Statement bekannt. "Ich betrachte es als ungeheuerlich, wie das Lebenswerk eines gefeierten Volkshelden des Sports zerfleddert und bis hin zu den Socken öffentlich verramscht wird. Dagegen will ich ein Zeichen setzen", sagt der Unternehmer in Bezug auf Becker. Die Rückgabe der ersteigerten Güter soll allerdings im Rahmen einer geordneten Finanzplanung ablaufen. Weitere Details dazu gab der Unternehmer nicht preis.

Die Versteigerung mit mehr als 80 persönlichen Gegenständen sollte Geld für die Gläubiger einbringen. Insgesamt kamen dabei ungefähr 687.000 Britischen Pfund (umgerechnet etwa 764.000 Euro) zusammen. Meistbietend verkauft wurden dabei unter anderem persönliche Gegenstände wie Uhren, Medaillen, Kleidungsstücke, aber auch einige von Beckers großen Sport-Trophäen. Das höchste Gebot erzielte eine Kopie des US-Open-Pokals mit 150.250 Pfund (umgerechnet rund 167.500 Euro). Für eine Replik des Davis-Cup-Pokals aus dem Jahr 1988 wollte ein Bieter 52.100 Pfund (umgerechnet rund 58.000 Euro) hinblättern. Ein Bambi wurde für 30.600 Pfund verkauft.

Insolvenzverwalter Mark Ford zeigte sich nach der Auktion in Großbritannien hochzufrieden mit dem Ergebnis, erinnerte aber auch daran, dass einige der wichtigsten Becker-Trophäen fehlten. "Wir hoffen immer noch, die fehlenden Trophäen ausfindig zu machen und einzuziehen, darunter sechs von Beckers Erfolgen in Wimbledon und seine zwei Australian-Open-Titel." Trotzdem hofft Ford, das Insolvenzverfahren in sechs bis neun Monaten abschließen zu können.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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