Unterhaltung

"Opi, komm mal her"Uwe Ochsenknecht trotzt dem Alter

07.01.2026, 15:20 Uhr
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Fühlt sich nicht so alt, wie er ist: Uwe Ochsenknecht. (Foto: picture alliance/dpa)

Er gibt gern stets den Sonnyboy. Auch wenn er nun 70 wird. Mit seinem Alter möchte sich Uwe Ochsenknecht jedoch am liebsten gar nicht befassen. Auch wenn der Star aus Filmen wie "Das Boot" und Vater von vier Kindern mittlerweile fünffacher Großvater ist.

Die Gesichtszüge sind etwas angeknittert, seine ehemalige Löwenmähne ist ziemlich licht und etwas grau geworden. Er zeigt jetzt Stirn. Doch bei Bedarf kräuselt sich sein Mund immer noch zu einem Halbstarkenlächeln und seine Augen strahlen weiterhin in einem unschuldigen Kristallblau. So sieht also ein mehrfacher Großvater aus: Am 7. Januar wird Uwe Ochsenknecht 70 Jahre alt.

Nach wie vor ist er einer der bekanntesten deutschsprachigen Schauspieler, obwohl er einem nicht in jeder TV-Programmvorschau entgegenspringt. Dafür sind seine Filme wie "Das Boot", "Männer" oder "Schtonk!" längst Kinoklassiker und ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

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Mit Heiner Lauterbach (l.) halbnackt im Paternoster - der Film "Männer" von Doris Dörrie bescherte Ochsenknecht 1985 den großen Durchbruch. (Foto: imago/United Archives)

Einige dürften ihn zugleich als Musiker kennen. Seit den 90ern ist er Sänger der Rockband The Screen, bei der Größen wie Gitarrist Mick Rogers (früher Manfred Mann's Earth Band), Bassist Pete Rees und Schlagzeuger Graham Walker (beide früher in der Band der Blues-Legende Gary Moore) mitmischen. Die Ausbeute: drei Studioalben, mehrere Tourneen und jede Menge Spaß, der in diesem Fall vor dem Erfolg kommt.

"Eine schrecklich berühmte Familie"

Uwe Ochsenknecht ist also präsent. Das mag auch an seinem unverfälschten, urdeutsch klingenden Namen liegen, von dem man früher glaubte, dass einer, der so heißt, niemals eine Schauspielkarriere machen könnte. So kann man sich täuschen. Heute ist Ochsenknecht eine feste Marke im Unterhaltungs-Business, und das hat nicht unbedingt etwas mit dem Kino- und TV-Star zu tun.

Uwe, der Ur-Ochsenknecht, hat sich ein wenig reproduziert, derzeit geistert eine kleine Horde Ochsenknechts durch die Szene. Da wäre zunächst Ex-Frau Natascha, von 1993 bis 2010 war er mit dem Ex-Model verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Wilson Gonzalez, Jimi Blue und Tochter Cheyenne Savannah. Sie alle betätigen sich im Schauspiel, der Musik oder diversen TV-Formaten - mit dem markanten Nachnamen Ochsenknecht im Gepäck.

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Uwe Ochsenknecht hat insgesamt vier Kinder: Wilson Gonzales Ochsenknecht, Rocco Stark, Cheyenne Savannah Ochsenknecht und Jimi Blue Ochsenknecht (v.l.n.r.). (Foto: picture alliance / BREUEL-BILD)

Der TV-Sender Sky hat das bunte Leben der Familie in vier Staffeln der Reality-Soap "Diese Ochsenknechts" verarbeitet, "eine schrecklich berühmte Familie", kommentierte der "Spiegel". Allerdings war der Namensgeber nicht mit von der Partie, mit Reality-Formaten könne man ihn jagen, ließ Uwe Ochsenknecht ausrichten. "Uwe hat sein eigenes Leben", sagte Ex Natascha zur Absage des wichtigsten Ochsenknechts, "er trifft seine eigenen Entscheidungen, und das ist auch okay für uns".

Gewalttätiger Vater

Nur wenig "liest man über den Mann, dem der Rest der Familie die Prominenz weitestgehend verdankt", schrieb die "Süddeutsche Zeitung" über Uwe Ochsenknecht. "Der erlangte seine Prominenz nicht über Boulevardschlagzeilen, sondern mit Rollen in Klassikern der deutschen Filmgeschichte." Und wurde für seine Arbeiten mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Filmpreis, dem Deutschen Fernsehpreis und einem Bambi ausgezeichnet.

Vermutlich hat er diese Entwicklung selbst nicht für möglich gehalten, denn die ersten Schritte waren ausgesprochen bescheiden. Uwe Adam Ochsenknecht, im hessischen Biblis geboren und in Mannheim aufgewachsen, hatte keine schöne Kindheit.

Der Vater Werner, ein Feinmechaniker und ausgebildeter Opernsänger, war Choleriker, der seine Kinder prügelte. In seiner Biografie "Was bisher geschah" schreibt Ochsenknecht: "Ich hatte furchtbare Angst vor der körperlichen Gewalt meines Vaters und hasste ihn abgrundtief dafür. So sehr, dass ich ihm einmal Nadeln ins Bett legte, in der Hoffnung, dass sie ihm ähnliche Schmerzen zufügen, wie ich sie dauernd erleiden musste. Ich wünschte mir, dass er sich eines vielleicht fernen Tages doch noch als der Papa entpuppte, den ich mir so sehnlichst wünschte."

Flucht auf die Bühne

Die Welt der Bühnen erwies sich für den Jungen als wundersamer Fluchtpunkt, Uwe Ochsenknecht wurde vom Mannheimer Nationaltheater als Komparse und für Kinderrollen engagiert. Da zeichnete sich auch Ochsenknechts künftiger Weg ab. Nachdem er mit 15 am Ludwig-Frank-Gymnasium grandios gescheitert war und zum dritten Mal die Versetzung nicht geschafft hatte, holte er zwei Jahre später seinen Hauptschulabschluss nach und wurde an der renommierten Westfälischen Schauspielschule in Bochum aufgenommen.

1985 fuhr er in "Männer" unter der Regie von Doris Dörrie in einer Leopardenunterhose mit Heiner Lauterbach in einem Paternoster-Fahrstuhl. Das war seine Geburt als Kinostar. Doch sein Gesicht kannte man schon aus Wolfgang Petersens Erfolgsfilm "Das Boot" (1981), in dem er den Bootsmann Lamprecht spielte.

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Auch für seine Rolle als Kunstfälscher Fritz Knobel in "Schtonk!" ist Ochsenknecht berühmt. (Foto: picture alliance/United Archives)

Schließlich holte ihn auch Kultregisseur Helmut Dietl vor die Kamera: 1992 spielte er die Hauptrolle als Kunstfälscher Fritz Knobel in "Schtonk!", 2005 war er der Musikprofessor Theo Stokowski in "Vom Suchen und Finden der Liebe".

Breites Spektrum an Figuren

Auffällig an Ochsenknechts Karriere ist das breite Spektrum der von ihm dargestellten Figuren. Sein Repertoire reicht von seichten TV-Komödien bis hin zu internationalen Leinwand-Filmen. Mal mimt Ochsenknecht in der ARD-Filmreihe "Die Drei von der Müllabfuhr" den Müllmann Werner Träsch, mal verkörpert er in der amerikanisch-deutsch-britischen Koproduktion "Luther" Papst Leo X.

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Mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Kirsten "Kiki" Viebrock ist Ochsenknecht seit 2017 in zweiter Ehe verheiratet. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Am überzeugendsten ist er jedoch, wenn er den Sonnyboy Uwe Ochsenknecht, das Original, gibt. Mit seiner zweiten Ehefrau, der 18 Jahre jüngeren Kiki, lebt er abwechselnd in Berlin und auf Mallorca, wo er auch Inhaber einer Musikbar ist. Seine Kinder inklusive des ältesten Sohnes Rocco Stark aus einer Beziehung mit der Künstlerin Rosana della Porta haben ihn zum fünffachen Großvater gemacht, was wiederum zwei Seiten hat. "Langsam verliere ich den Überblick", sagte er dem Magazin "Gala". "Es ist schon süß, wenn die Kinder sagen: 'Opi, komm mal her.' Aber ich fühle mich auch gleich 50 Jahre älter."

Das jedoch geht für einen Uwe Ochsenknecht so gar nicht. Für ihn sei sein Geburtstag "nur ein Termin", der ihm eigentlich "wurscht" sei, sagte er schon zum 65. Geburtstag im "Gala"-Gespräch. "Wichtig ist, dass ich mich nicht so alt fühle, wie ich bin."

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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