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Serie "Ozark" macht süchtig Viel Geld, schlechte Entscheidungen

Marty ist Finanzberater, hat Frau und Kinder und wirkt ansonsten eher durchschnittlich. Doch der Schein trügt. Marty arbeitet für eines der größten Drogenkartelle Mexikos. Als die Geschäfte schiefgehen, nimmt er mit seiner Familie Reißaus. Im Nirgendwo, irgendwo an einem See zwischen Bäumen, soll es weitergehen. Familienvater trifft auf Schwerverbrecher also. In der Hinsicht erinnert "Ozark" erinnert ein bisschen an "Breaking Bad". Was die beiden Serien zuallererst verbindet: Sie machen süchtig. Die Hauptrolle in "Ozark" spielt Jason Bateman, bislang vor allem bekannt für sein komödiantisches Talent, das er etwa in der Sitcom "Arrested Development" oder im Animationsfilm "Zoomania" unter Beweis stellte. Regie geführt hat der 48-Jährige auch. Mit n-tv.de hat er über gefährliche Typen gesprochen, über schlechte Entscheidungen - und über die Wirkung von Verletzlichkeit.

n-tv.de: Früh in der Serie heißt es: "Geld ist im Kern der Maßstab für die Entscheidungen eines Mannes." Ist da etwas dran?

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Jason Bateman: Ich denke schon. Viele Dinge können Maßstab sein für die Entscheidungen eines Mannes. Geld ist definitiv ein Parameter. Man kann natürlich eine Menge guter Entscheidungen treffen und trotzdem nicht viel Geld besitzen. Oder man trifft viele schlechte Entscheidungen und hat viel Geld. Das geht auch. Der Spruch ist etwas seltsam, aber er fällt in einem Moment, in dem meine Figur versucht, einen Kunden zu überzeugen. Es soll also ruhig ein bisschen vage wirken.

Nehmen Sie es mir bitte nicht übel: Ein Mann verstrickt sich in kriminelle Machenschaften, um seine Familie zu retten - ich musste sofort an Walter White aus "Breaking Bad" denken. Wie passend ist der Vergleich?

Es gibt mit Sicherheit schlimmere Serien, mit denen man verglichen werden kann. "Breaking Bad" ist eine gefeierte und gute Show. Der Vergleich funktioniert insofern, als es um einen normalen Typen geht, der sich mit einer Menge gefährlicher Typen umgibt. Es ist eine gefährliche Welt, ein gefährlicher Beruf. Bei "Breaking Bad" tut der Mann all dies aus Notwendigkeit, weil er krank ist. Aber bei "Ozark" tut er es aus freien Stücken.

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Weil er ordentlich Mist gebaut hat, verfrachtet Marty (l.) seine Familie ins Nirgendwo.

(Foto: Jackson Davis/Netflix)

Was treibt ihn an?

Marty will die Abkürzung zum American Dream nehmen. Der Zuschauer begegnet ihm, als die Dinge gerade nicht so funktionieren, wie er es geplant hatte. Er muss ein bisschen improvisieren, um alles am Laufen zu halten. Ich finde, es ist fesselnd, jemandem bei etwas zuzusehen, das im echten Leben wohl niemand gern durchleben würde.

Die Ereignisse in "Ozark" nehmen sofort Fahrt auf. Martys Gefühl für Moral scheint ihm zu entgleiten. Ist er tief drin gut oder ist er böse?

Es ist nicht so, als würde er seine Werte plötzlich über Berg werfen. Moral steht auf seiner Liste eben nicht ganz oben. Er kann sich das nicht länger leisten. Er würde riskieren, aufgrund ethischer Fragen die falsche Entscheidung zu treffen. Um sich und seine Familie am Leben zu halten, muss er denken, wie die Leute, mit denen er es zu tun hat. Vielleicht heiligt der Zweck die Mittel …

Wie bekommt man so eine aufregende Geschichte mit Humor gepaart? Da Sie die Hauptrolle spielen, habe ich die ganze Zeit darauf gewartet …

Sie haben gewartet und gewartet und es wurde einfach nicht lustig, ja? (lacht)

Doch, wenngleich auf eine düsterere Weise, als man sie vielleicht von Ihnen gewohnt ist.

Tatsächlich bin ich die Rolle nicht anders angegangen, als ich es bei komischen Rollen mache. Man muss verletzlich sein. In einem Drama lässt einen Verletzlichkeit dann zum Beispiel ängstlich aussehen und in einer Komödie blöd. Die eine Variante sorgt für Tränen, die andere für Lacher. Wenn man Glück hat, gelingt auch mal beides.

Mit Jason Bateman sprach Anna Meinecke.

"Ozark" ist ab dem 21. Juli abrufbar über Netflix.

Quelle: n-tv.de

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